Freundlichkeit

St. Petrigemeinde ZwickauPredigten

Galater 5,22f, St. Petri 2021

Liebe Freunde in Christus!

Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht.

Diese bekannten Worte des Apostels Paulus aus dem 5. Kapitel des Galaterbriefs zählen insgesamt neun Früchte des Heiligen Geistes auf. Es sind allesamt Dinge, die wohl jeder Mensch – ob nun Christ oder nicht – als etwas Positives erachtet. Wir wünschen uns diese Früchte beispielsweise für alles Zwischenmenschliche in unserem Leben – für die Partnerschaft, für Freundschaften, in Hinblick auf die Nachbarn und die Gesellschaft. Denn ein Umgang miteinander, der von Geduld, Treue und Freundlichkeit geprägt ist, stellt einen großen Segen dar. Nicht umsonst zählt Martin Luther zu der Bitte um das tägliche Brot nicht nur Essen, Kleidung und Geld auf, sondern auch die folgenden Dinge:

Fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren… gute Freunde, treue Nachbarn und dergleichen.

Wie wir die Nahrung zur Erhaltung unseres Körpers brauchen, benötigen wir auch Beziehungen in unserem Leben, die geprägt sind von den neun Früchten des Geistes.

In der Liste dieser Früchte findet sich auch Frieden. Denken wir dabei zunächst an den Frieden mit Gott. Denn dieser ist die Gewissheit, dass mir durch Jesus alle meine Sünden vergeben sind. Ich muss mich nicht länger fragen, wie ich vor Gott dastehe, sondern darf den Frieden im Herzen haben, dass alles gut ist und Gott mir in Liebe und Gnade begegnet. Frieden hat aber noch eine andere Ebene. Wir sehnen uns nach der Art Gelassenheit, die sich von den Schlagzeilen in den Nachrichten nicht aus der Ruhe bringen lässt. So viele flippen heute aus. So viele entrüsten sich wegen jeder Kleinigkeit. So viele gehen sich verbal an die Gurgel – ob nun online oder im direkten Gegenüber. Aber sehnen wir uns nicht nach einem Frieden, der sagen kann: „Es ist okay. Es ist zwar nicht so, dass in einer gefallenen Welt alles großartig wäre. Aber Gott ist und bleibt der Herr der Geschichte. Er sitzt auf seinem Thron und regiert alles zum Besten seiner Kinder. Und deshalb muss ich nicht schlaflos im Bett liegen, sondern kann meinen Blick von all den Nachrichten und Meinungen lösen. Ich kann loslassen, weil Gott alles in seinen guten Händen hält. Denn er ist Gott und ich bin sein.“ Frieden!

In der Liste der neun Früchte findet sich aber auch Keuschheit – oder für uns verständlicher übersetzt: Selbstbeherrschung. Da ist vielleicht diese eine Versuchung, hinsichtlich derer man nicht vermag, sich selbst zu beherrschen. Das mag das Internet sein oder die Art und Weise, wie wir mit unserem Geld umgehen oder etwas anderes. Und man merkt es ja selbst: Mein Verhalten hat negativen Einfluss auf mich selbst und die Menschen um mich herum. „Wie kann ich es ändern, bevor es noch schlimmer wird; bevor ich noch mehr Brücken abbreche?

Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht.

Ist das nicht eine schöne Stelle? Denn sie besagt, dass Gott die Dinge, die wir uns am meisten im Leben wünschen, ganz genauso für uns will. Er hat all das nicht nur erfunden. Er will diese Früchte auch in uns hervorbringen.

Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

Einige der Fürchte des Geistes wollen wir uns in den kommenden Wochen genauer anschauen. Heute soll zunächst die Freundlichkeit im Mittelpunkt stehen. Was ist Freundlichkeit? Wie bringt Gott sie in unserem Leben hervor? Wo behindern wir das Wachstum dieser Frucht? Und was hilft, damit sie größer und köstlicher wird?

Beginnen wir als mit der Freundlichkeit. Sie ist etwas, das nicht nur in christlichen Kreisen hohes Ansehen genießt, sondern ganz allgemein als erstrebenswerte Sache angesehen wird. Gibt man das Wort in der größten Suchmaschine des Internets ein, findet man Ergebnisse wie die Folgenden: „Freundlichkeit lernen – 6 einfache Tipps“ „Freundlichkeit lohnt sich“ „Wie man zeigt, dass man freundlich ist“. Oder man stößt bei der Suche auf eine Bewegung, die sich dafür einsetzt, Menschen auf etwas ungewöhnliche Art und Weise Freundlichkeit zu zeigen. Mit einem Schild bewaffnet stellen sich Menschen in Fußgängerzone. Und was steht auf ihrem Schild? „Kostenlose Umarmungen“. Mit dieser Bewegung steht auch der Weltknuddeltag in Zusammenhang. Für Interessierte: Er findet jedes Jahr am 21. Januar statt. Und dann gibt es jede Menge Sinnsprüche, die die Freundlichkeit zum Gegenstand haben. Der amerikanische Schriftstelle Mark Twain sagte beispielsweise:

Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde lesen können.

Oder ein etwas negativer Standpunkt:

Freundlichkeit ist eine Blume, die nicht in jedermanns Garten wächst.

Und noch ein letzter Spruch:

Niemand ist so wichtig, dass er nicht freundlich zu anderen sein kann.

Überall in unserer Gesellschaft hören und lesen wir es: Sei freundlich. Wähle Freundlichkeit. Ein freundliches Gesicht ist besser als Kisten voller Gold.

Und es ist nicht immer so hinsichtlich gesellschaftlicher Annahmen – aber im Fall der Freundlichkeit sagt Gott in seinem Wort dazu: „Amen.“ In 1 Korinther 13 heißt es, dass die Liebe freundlich ist. In Epheser 4 ermuntert uns der Apostel Paulus dazu, untereinander freundlich und herzlich zu sein. Kolosser 3,12 schlägt in dieselbe Kerbe, wenn es heißt:

So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld;

Gott übertrifft sogar die Aussagen unserer Kultur und Gesellschaft noch: Wählt nicht nur Freundlichkeit. Seid es nicht nur gelegentlich. Zieht Freundlichkeit an. Kleidet euch damit, wie mein ein Hemd oder eine Bluse trägt.

Aber was genau ist Freundlichkeit? Wie wird sie definiert? Drei Dinge werden im Allgemeinen genannt, um diese Frage zu beantworten: Freundlichkeit ist wohlwollend, großzügig und rücksichtsvoll. Schauen wir etwas genauer hin.

Freundlichkeit ist erstens wohlwollend. Ein freundliches Kopfnicken oder Lächeln drückt Zustimmung aus, kann unterstützend wirken und sogar Worte ersetzen. Freundlichkeit merkt sich den Namen des anderen, dem man zuvor erst einmal begegnete. Es ist freundlich, gastfrei zu sein und jemanden zu sich einzuladen, an seinen Tisch zu bitten oder ihm die Tür aufzuhalten. Es ist freundlich, in der Straßenbahn auf seinen Sitzplatz zugunsten einer älteren Person zu verzichten.

Freundlichkeit ist zweitens großzügig. Eine Spende an eine gemeinnützige Organisation zu leisten, ist eine gute Sache. Etwas für das Geburtstagsgeschenk des Kollegen dazuzugeben, ist freundlich. Großzügig mit seiner Zeit zu sein noch viel mehr. Das können eher kleine Dinge sein, wie bei einem Umzug zu helfen und nicht erst nach drei Stunden aufzutauchen, wenn Waschmaschine und Bücherkisten schon im Umzugswagen verstaut sind, sondern als Erster da zu sein. Oder es findet eine Veranstaltung statt und jeder ist müde und ausgelaugt, aber man bleibt dennoch da, um abzuwaschen und aufzuräumen.

Und Freundlichkeit ist drittens rücksichtsvoll. Wenn man bemerkt, was jemand durchmacht. Da zu sein, wenn es ihm nicht gut geht; wenn er jemanden zum Reden braucht; oder schlicht jemanden, der schweigend mit ihm trauert. Wohlwollend, großzügig und rücksichtsvoll – so ist die Freundlichkeit.

Das provoziert die Frage: Sind wir es? Sind wir freundliche Leute? An so vielen Stellen spricht die Heilige Schrift davon, dass wir zu allen Menschen freundlich sein sollen. Und obendrein ist es eine Tugend, die auch in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert einnimmt. Nur gibt es ein Problem hinsichtlich der Freundlichkeit: Sie kostet uns uns. Will man ein freundlicher Mensch sein, muss man bereit sein, etwas von sich herzugeben. Und meiner Erfahrung nach ist das eines der schwersten Dinge in der Welt. Viel zu oft liegt unser Fokus auf uns: „Was ich will; was ich bevorzuge; was ich geplant habe; was ich denke…“ Freundlichkeit legt allerdings keine Priorität auf diese Dinge. Aber vielleicht bestehe ich in der Straßenbahn auf meinem Sitzplatz und räume ihn auch dann nicht, wenn ein älterer gebrechlicherer Mensch einsteigt. Vielleicht nerven mich die Sorgen anderer, weil ich schließlich schon genug mit mir selbst zu tun habe. Und Abwaschen und Aufräumen zum Beispiel nach einer Gemeindeveranstaltung? „Ach, sollen das doch die anderen machen!“ Freundlichkeit kostet uns uns. Großzügig zu sein, kostet uns etwas. Wir alle sind sehr beschäftigt – einem Freund beim Umzug helfen – puh?! Und Geld wegzugeben, kostet etwas von dem, was man für sich selbst ausgeben könnte. Und rücksichtsvoll zu sein? Es kostet uns etwas, mit demjenigen ein Stück des Weges zu gehen, der durchs Leben hinkt. Es kostet uns etwas, zuzuhören was die Mutter oder der Vater gerade durchmachen. Es kostet uns etwas, den Standpunkt eines anderen zu verstehen, mit dem man selbst nicht übereinstimmt.

Aber die Frage lautet ja nicht, ob wir freundlich sein sollen. Die Antwort der Heiligen Schrift ist ein klares „Ja“, wie wir gesehen haben. Die Frage lautet vielmehr, wie sich der Teil unseres Herzens ändern kann, der es nicht ist. Sollen wir einfach immer und immer wieder die Verse der Hl. Schrift lesen, die uns zur Freundlichkeit ermuntern? Wird es helfen, wieder und wieder zu lesen, dass wir Freundlichkeit anziehen sollen, wie man Kleidung trägt? Die Antwort der Bibel lautet: Nein. Wir brauchen mehr als nur das Gesetz, um uns in selbstlose, wohlwollende, rücksichtsvolle und großzügige Menschen zu verwandeln. Das Einzige, was groß und mächtig genug ist, um uns zu verändern und zu retten – das Einzige, was das tun kann, ist der starke Trost – das Evangelium selbst. Nicht eine weitere To-do-Liste. Nicht 6 Punkte, wie man ein freundlicherer Mensch wird. Nicht ein paar Tipps. Das Einzige, was Veränderung in uns bewirken kann, ist das Evangelium der Freundlichkeit Gottes zu uns. Seine Güte, die wir nicht verdient haben.

Und deshalb spricht die Hl. Schrift viel öfter über Gottes Freundlichkeit als über unsere. In Jesaja 54,8 spricht Gott beispielsweise die folgenden Worte:

Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade – oder eben Freundlichkeit, wie man das hebr. Wort auch übersetzen kann – will ich mich deiner erbarmen, spricht der Herr, dein Erlöser.

Wird ein heiliger und vollkommener Gott zornig, wenn sich Menschen rücksichtslos, egoistisch und geizig verhalten? Ja, er wird es. Aber im Vergleich zu seiner Freundlichkeit und Gnade ist sein Zorn nichts.

mit ewiger Freundlichkeit will ich mich deiner erbarmen

Mit ewiger Freundlichkeit, mit ewiger Gnade! Für ewig ist er wohlwollend. Für ewig ist er großzügig mit uns. Für ewig ist er rücksichtsvoll hinsichtlich unseres Bedürfnisses nach Vergebung. Er ist kein Gott, der sagen würde: „Einmal und fertig.“ Er ist kein Gott der zweiten Chance.

mit ewiger Freundlichkeit will ich mich deiner erbarmen

Und dann Jesaja 63,7. Wieder kann man statt Gnade auch mit Freundlichkeit übersetzen:

Ich will der Gnade des Herrn gedenken und der Ruhmestaten des Herrn in allem, was uns der Herr getan hat, und der großen Güte an dem Hause Israel, die er ihnen erwiesen hat nach seiner Barmherzigkeit und großen Gnade.

Eigentlich steht im hebr. Text sogar: „Ich will der Freundlichkeiten des Herrn gedenke.“ Freundlichkeiten – nicht Einzahl, sondern Mehrzahl. Weil Gott voller Güte ist. Heute weiß er, dass wir Vergebung für unsere Sünde brauchen. Und Morgen tut er es ebenso. Sein Angesicht leuchtet über seinen getauften Kindern. Heute genauso wie nächste Woche oder kommendes Jahr. Obendrein segnet er uns mit dem täglichen Brot, mit irdischem Segen und allem, was wir brauchen und noch so viel mehr.

Ich will der Freundlichkeiten des Herrn gedenken und der Ruhmestaten des Herrn

Jesajas Prophetenkollege Jeremia sagte ganz Ähnliches. In Jeremia 31,3 heißt es:

Der Herr ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Freundlichkeit.

Die Freundlichkeit von Pastoren, Kindern, Vätern, Müttern, Freunden und Mitbürgern versagt. Menschen sind Menschen und daher immer fehlbar. Ihre Freundlichkeit ist daher nie lauter, nie ganz rein. Aber Gott ist so anders: Er versagt nie. Wenn wir seine Fürsorge brauchen, dann ist er da. Wenn wir den großen Trost hören müssen, dann lässt er sein Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl erklingen. Wenn wir in Not sind, dürfen wir ihn allezeit anrufen und er wird uns erretten. Er kleidet sich mit Freundlichkeit, weil er ein Gott ist, der von Natur aus gütig ist.

Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Freundlichkeit.

Und durch die Taufe kleidet er auch uns in Freundlichkeit und Gerechtigkeit, weil er uns im WasserbadeChristus angezogen hat und damit alles, was er für uns erworben hat.

Und das waren nur einige Beispiele aus dem Alten Testament. Schaut man ins Neue Testament, wird es noch besser. In Lukas 6,35 sagte Jesus einmal:

Der Höchste ist gütig (freundlich) gegen die Undankbaren und Bösen.

Das sind beinahe unglaubliche Worte Jesu, oder? Auf der einen Seite steht Gott. Und auf der anderen stehen Menschen, die nach unseren Maßstäben gut sind oder mittelmäßig oder eben wirklich böse. Und wem ist Gott gütig? Wem zeigt er seine Freundlichkeit?

Der Höchste ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

Man mag sich heute unwürdig fühlen, in der Kirche zu sitzen. Aber wem ist Gott freundlich gesinnt? Den Undankbaren und Bösen. Den Schlimmsten der Schlimmen. Und selbst wenn man sich nicht nur so fühlt, sondern es auf dem Papier tatsächlich ist – dann muss man einfach nur Jesus zuhören, der sagt:

Der Höchste ist – freundlich – gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

Und dann der Apostel Paulus in Titus 3:

Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, machte er uns selig – nicht um der Werke willen, die wir in Gerechtigkeit getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit – durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist,

Warum können ihr und ich vor der Gefahr der Hölle, der Sünde, der Schande und des Todes gerettet werden? Weil wir alles richtig gemacht haben? Weil wir uns für das Gute entschieden haben? Ganz sicher nicht!

sondern nach seiner Barmherzigkeit

Weil Gnade immer Gnade bleibt. Weil die Taufe nicht den Schmutz vom Leib abwäscht, sondern sie ist der Bund eines guten Gewissens mit Gott.

Denn vor 2.000 Jahren erschien die Güte und Liebe Gottes mitten unter uns. Unser Retter Jesus Christus wurde geboren und er war freundlich zu Menschen. Er war freundlich zu einer Frau, die fünfmal geschieden worden war. Er war freundlich zu Zolleinnehmern, die sich aus Liebe zum Geld verkauft hatten. Er war freundlich zu Prostituierten, die ihren Körper hergegeben hatten. Und zu so vielen anderen mehr. Er war damals freundlich und er ist es bis heute. Wir lieben Gott nicht, weil er uns 6 Tipps gibt, ein freundlicher Mensch zu werden. Wir lieben ihn, weil er uns zuerst geliebt hat. Und wenn man einem solchen Gott zum Herrn und Retter hat; wenn man den Kopf hängen lässt, weil man weiß, dass man sein freundliches Angesicht nicht verdient hat, er dann aber das Evangelium verkündet und uns aufrichtet und wir vor ihm stehen dürfen als untadelige Leute – dann passiert etwas. Der Geist versichert uns nicht nur der Vergebung – er bringt auch Früchte hervor. Die Gesellschaft kann uns belehren, das Gesetz kann uns befehlen – aber niemand kann uns so verändern, wie es die Freundlichkeit und Gnade Gottes tun.

Meine Lieben, es ist eine alte Weisheit: Wenn man Zeit mit bestimmten Menschen verbringt, fängt man an, sich wie sie zu verhalten. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, so sagt man. Das Zusammensein mit anderen Menschen wirkt sich auf die Art und Weise aus, wie wir reden, wie wir denken und wie wir uns verhalten. Und so ähnlich ist es mit Gott. Er sagt: „Verbringt Zeit mit mir in meinem Wort. Denn das ist deines Fußes Leuchte. Lauft mit mir und erinnert euch an eure Taufe. Geht den Weg mit mir und esst und trinkt und schmeckt im Abendmahl, wie freundlich der Herr ist.“ In Galater 5,22 und 23 geht es deshalb darum, mit dem Geist Gottes zu gehen. Denn wenn wir unseren Lebensweg neben einem Gott absolvieren, der so freundlich und gütig ist, werden wir früher oder später feststellen, dass wir auch selbst wohlwollender, großzügiger und rücksichtsvoller werden. Das wird nicht über Nacht geschehen. Wir werden immer noch mit dem alten Menschen in uns zu kämpfen haben. Denn Früchte werden nicht in der Mikrowelle gegart, sondern brauchen Zeit, um zu wachsen. Aber sie werden es tun – ohne jeden Zweifel. Und darum:

Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.