Gott & die Geschlechter

St. Petrigemeinde ZwickauPredigten

…in der Ehe, St. Petri 2021

Liebe Freunde in Christus!

Ganz am Anfang – bevor es Sünde, Chauvinismus, Sexismus oder Selbstsucht gab – schuf Gott Mann und Frau einzigartig und doch vereint. Er schuf sie einzigartig hinsichtlich ihrer Körper, ihrer physischen Stärke und wie ihre Gehirne funktionieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass das eine Geschlecht dem anderen über- oder unterlegen wäre. Denn Mann und Frau vereint, dass sie zu Gottes Ebenbild geschaffen wurden. Beide Geschlechter haben also den identisch hohen Wert in den Augen Gottes.

Dennoch haben Mann und Frau unterschiedliche Berufungen im Leben. Einen Mann kann man mit der Rippe vergleichen, aus der Gott die Frau schuf. Er soll stabil sein und verlässlich. Man kann ihm trauen, dass er da ist und diejenigen schützt, die Gott ihm an die Seite gestellt hat. In seiner Nähe können sie frei atmen, wie es eine Lunge tut, und in Frieden ihr Leben führen. Frauen haben ebenfalls eine heilige Berufung. Vergangene Woche hatten wir uns daran erinnert, dass Gott die erste Frau „Gehilfin“ nannte. Gehilfin ist dabei nicht als abwertende Bezeichnung zu verstehen. In Psalm 46,2 heißt es:

Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.

Gott ist unsere Hilfe – das ist derselbe Begriff, den wir auch für die Frau in 1. Mose 2 finden. Die Berufung einer Frau besteht also darin, ihre Weisheit, ihren Glauben und ihre Stärke darauf zu verwenden, die Menschen in ihrem Leben zu erbauen und ihnen zu helfen.

Das Wichtigste aber ist und bleibt Jesus. Ohne Ansehen der Person oder des Geschlechtes sind Mann und Frau darin voll und ganz vereint, dass Jesus ihr Retter und Erlöser ist. Daran anschließend wollen wir heute unseren Fokus auf die Frage nach den Geschlechtern und dem Zuhause legen. Oder anders formuliert: Mann und Frau in der Ehe. Wir werden dabei auf Worte des Apostels Petrus hören, der jeweils drei Dinge zu Ehemännern und drei Dinge zu Ehefrauen sagt.

Unser Predigttext stammt heute Morgen aus dem 1. Petrusbrief, Kapitel 3, und wir beginnen mit der ersten Aussage für Männern, wie wir sie in Vers 7 finden. Dort schreibt der Apostel:

Desgleichen ihr Männer, wohnt vernünftig mit (euren Frauen) zusammen

Hier beginnt es: Wohnt vernünftig mit euren Frauen zusammen. Aber was bedeutet das? Das griechische Wort, welches Luther mit „vernünftig“ übersetzte, kann man auch mit „verständnis- oder rücksichtsvoll“ wiedergeben. Vernünftig zusammenwohnen bedeutet in diesem Zusammenhang also, über seine Frau nachzudenken und ihr seine Aufmerksamkeit zu schenken. Es bedeutet, dass jeder Mann seinen Doktortitel über seine Frau machen sollte. Es bedeutet, zu beobachten, zuzuhören und sich zu erinnern.

Denn Gott hat Mann und Frau verschieden geschaffen. Sie ist also nicht notwendigerweise wie man selbst. Und zudem sind nicht alle Frauen gleich. Jede Frau wurde von ihrem himmlischen Vater im Mutterleib gebildet und wunderbar gemacht. Was bedeutet, dass es die Aufgabe eines Mannes ist, die Einzigartigkeit seiner Frau zu erkunden. Was gibt ihr das Gefühl, geliebt zu werden? Was lässt sie sicher fühlen? Was macht ihr Angst oder stellt eine Belastung dar? Fühlt sie sich eher geliebt, wenn man sie an die Hand nimmt und mit mir ausgeht – oder wenn man Aufgaben im Haushalt übernimmt? Kurz: Was bedeutet es konkret hinsichtlich meiner Frau, verständnis- und rücksichtsvoll mit ihr zusammenzuwohnen? Was sind ihre wahren Bedürfnisse und wie kann ich sie stillen? Ist es wirklich der eilig gekaufte Blumenstrauß oder nicht viel eher das Gespräch über den Alltag – über die kleinen und großen Dinge des Lebens? Was kann ich ihr Gutes zu tun? Was hilft ihr, sich beschützt zu fühlen?

Wenn man einen Mann mit einer Rippe vergleichen kann – was hilft ihr dabei, frei zu atmen und ein gutes Gefühl zu haben, zuhause zu sein. All das wird von Frau zu Frau ganz verschieden sein. Denn Gott hat jeden von uns unterschiedlich gemacht. Deshalb schreibt Petrus, dass Männer vernünftig mit ihren Frauen zusa-menwohnen sollen. Schenkt eurer Frau das Gefühl großer Wertschätzung, weil ihr eure Aufmerksamkeit darauf verwendet, um zu erkunden, wie sie ist und auf welche Weisen sie sich geliebt fühlt.

„Wohnt vernünftig mit euren Frauen zusammen“, das ist also der erste Punkt. Ebenfalls in Vers 7 finden wir aber noch eine zweite Aussage darüber, wie Ehemänner sein sollen. Petrus schreibt weiter:

Ihr Männer, gebt dem weiblichen Geschlecht als dem schwächeren seine Ehre.

Liebe Frauen, bevor ihr euch über mich oder den Apostel ärgert, lasst mich das Folgende sagen: Petrus ist kein Chauvinist. Sondern er bezieht sich hier auf das, was wir vergangenen Woche gesagt hatten: Mann und Frau wurden physisch, körperlich einzigartig geschaffen. Und weil nicht alle Männer im Armdrücken gegen kleine zierliche Schauspielerinnen verlieren, muss Petrus die Männer daran erinnern, körperliche Unterschiede zu berücksichtigen.

und gebt dem weiblichen Geschlecht als dem schwächeren seine Ehre

Aber was bedeutet das konkret? Vor vielen Jahren sagte eine Frau zu mir: „Du hast keine Ahnung, wie es ist, durch die Straßen einer Stadt zu laufen und Angst haben zu müssen.“ Und sie hatte recht. Ich bin schon zu allen möglichen Tageszeiten durch verschiedene Städte gelaufen und habe in den seltensten Fällen Angst verspürt. Und das liegt nicht daran, dass ich ein superstarker Typ wäre, der sich in jeder Situation verteidigen könnte. Aber die Wahrheit ist, dass die meisten Männer körperlich stärker sind als die meisten Frauen. Und wenn es sich um schlechte Männer handelt, können sie Frauen auf abscheuliche Weise verletzen. Manchmal sind verheiratete Männer zugleich eben jene schlechten. Deshalb schreibt Petrus:

und gebt dem weiblichen Geschlecht als dem schwächeren seine Ehre

Später in Vers 7 ergänzt er noch, dass Männer so handeln sollen, dass ihren Gebeten nichts im Weg steht. Wenn ein Mann physische Unterschiede nicht respektiert und stattdessen seiner Frau im eigenen Zuhause Angst einflößt, darf er nicht meinen, dass Gott seine Gebete abends im Bett erhört. Er will die Stimme eines seiner Söhne nicht hören, der eine seiner Töchter verletzt oder ihr Schaden zufügt. Fühlt sich also eine Frau im eigenen Zuhause nicht sicher, dann ist es an der Zeit für ihren Mann, ein Mann zu sein und sich Hilfe zu suchen. Gott liebt jeden. Aber wenn die Stärke des eigenen Körpers oder der eigenen Persönlichkeit, die eigene Frau oder die Kinder in Angst und Schrecken versetzen – muss ein Mann ein Mann sein und sich Hilfe suchen. Gott hat uns dazu berufen, wie eine Rippe zu sein. Und wenn die Menschen in unserem nächsten Umfeld nicht frei atmen können wegen uns, dann brauchen wir Hilfe.

Ehemänner sollen also verständnisvoll mit ihren Frauen leben und ihnen Ehre entgegenbringen. Das bringt uns zum dritten und vielleicht wichtigsten Punkt. Petrus schreibt in unserem Text weiter:

Denn auch die Frauen sind Miterben der Gnade des Lebens, und euer gemeinsames Gebet soll nicht behindert werden.

Wir müssen an dieser Stelle bedenken, in welcher Zeit dieser Vers geschrieben wurde. Man braucht kein Geschichtswissenschaftler sein, um zu wissen, wie man Frauen in alter Zeit oftmals behandelte. Sie wurden als Menschen zweiter Klasse betrachtet. Im gesellschaftlichen Leben spielten sie eine untergeordnete Rolle und hatten auf politischer Ebene wenig bis kein Mitspracherecht. In manchen Kulturkreisen durften sie nicht einmal selbst für ihren Lebens-unterhalt sorgen – auch dann nicht, wenn ihr Mann bereits gestorben war. Und auch im religiösen Bereich waren sie weniger bedeutend als Männer. Bisweilen wurden sie an religiösen Stätten sogar körperlich und seelisch ausgenutzt.

Aber Petrus – geleitet vom Heiligen Geist – lässt sich von den damaligen Umständen nicht ablenken. Denn Gott betrachtet Frauen nicht so, wie Männer das schon viel zu oft getan haben. Petrus schreibt in unserem Text:

Denn auch die Frauen sind Miterben der Gnade des Lebens

Miterben. Mit den Männern erben sie die Gnade des Lebens. Nicht unter ihnen. Nicht hinter ihnen. Wenn es um das Erbe des Lebens geht – um das ewige Leben mit Gott – ist eine gläubige Frau Miterbin gemeinsam mit ihren Brüdern im Glauben. Keine Unterschiede. Keine Zwei-Klassen-Gesellschaft.

Und deshalb schreibt es uns Petrus ins Stammbuch: Männer sollen ihre Frauen als Miterben des ewigen Lebens betrachten. Wenn wir sterben, gibt es keine geschlechterspezifische Reihenfolge, das Angesicht Jesu zu sehen. Stattdessen werden Mann und Frau einträchtig beieinander stehen und den ewigen Frieden spüren, der von Jesu rettendem Blut und seiner unfehlbaren Liebe ausgeht. In einer Zeit, in der Frauen oft genug schlecht behandelt wurden, gab Petrus ihnen eine der wichtigsten Verheißungen: Diese Welt ist gefallen und zerbrochen. Aber der Himmel wird es niemals sein. Miterbin nennt Petrus die Frau. Durch das Kreuz Jesu trägt sie das Ebenbild Gottes – ebenso wie es der Mann tut.

Aber dieser Vers enthält auch gute Nachricht für uns Männer. Denn auch wir sind Miterben der Gnade des Lebens. Wir haben Vergebung auch für all die Zeiten im Leben, wo wir unsere Frauen weder rücksichts- noch verständnis-voll behandelt haben. Die Gnade des Lebens bedeckt den Tod, den wir möglicher-weise in unser Zuhause gebracht haben. Unsere Sünde mag groß sein, aber Gottes Gnade ist und bleibt immer größer. Diese Gnade macht uns zu Miterben des ewigen Lebens.

Und darum, liebe Männer, ist es das Beste, was wir im Leben tun können, die Hände derjenigen zu ergreifen, die mit uns unter einem Dach leben, und sie zu Jesus zu führen. Seite an Seite sind wir gerettet und suchen Gott und seine Verheißungen gemeinsam. Wenn Gott sagt, dass Männer das Haupt des Haushalts sein sollen, meint das zuerst und vor allem, dass wir das Privileg und die Verantwortung haben, unser Zuhause zu einem Ort zu machen, an dem Gottes Wort – insbesondere das Evangelium – zu finden ist. Wenn man die Rolle eines Mannes mit einer Rippe vergleicht, dessen Aufgabe Schutz und Frieden ist, denken wir daran, dass nichts und niemand größeren Schutz und größeren Frieden schenken kann als Jesus.

Soweit zu den Männern – was aber sagt Gott durch Petrus zu den Frauen? Und die Antwort lautet: eine ganze Menge. Es ist interessant: Wenn man als Pastor kein Chauvinist sein will, kann man einfach Epheser 5 aufschlagen und zeigen, dass Gott dort nur einen einzigen Vers zu den Frauen zu sagen hat. Dagegen werden eine ganze Menge Worte auf die Männer verwendet – vordergründig deshalb, um ihre falschen Ansichten zu korrigieren. In 1 Petrus 3 ist es umgekehrt. Insgesamt 7 Verse verwendet Petrus für die Thematik „Mann und Frau“. Aber nur Vers 7 richtet sich an die Männer, während die restlichen sechs Verse den Frauen gewidmet sind. Der Grund ist nicht darin zu suchen, dass Frauen die größeren Sünder wären oder irgendwie unreif in ihrem Glauben. Der Grund ist ein anderer: Viele der Frauen, denen Petrus schreibt, hatten Männer, die keine Christen waren. Sie hatten keine Männer, die rücksichtsvoll mit ihnen zusammenwohnt und sie zu Jesus geführt hätten. Das kann natürlich auch mit einem Mann passieren, der sich selbst als Christ bezeichnet oder einer ist. Einfach, weil wir Sünder sind. Und die natürlichste Sache der Welt wäre nun, den Ehemann umgekehrt ebenso zu behandeln. Petrus möchte aber nicht, dass wir in einen Kreislauf des Heimzahlens verfallen. Deshalb hat er auch den Frauen drei Dinge mitzuteilen.

Das Erste finden wir in Versen 1 und 2. Dort schreibt der Apostel:

Desgleichen sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch die, die nicht an das Wort glauben, durch das Leben ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden, wenn sie sehen, wie ihr in Reinheit und Gottesfurcht lebt.

Nicht nur in Epheser 5 und in Kolosser 3, sondern auch hier werden Frauen ermuntert, sich ihren Männern unterzuordnen. Das Wort Unterordnung ist in unserer Kultur und Zeit zu einem bösen Wort geworden, welches vor allem mit Abwertung und Unterdrückung verbunden ist. Zur Zeit des Petrus war das allerdings anders. Unterordnung steht für den Apostel weder für Unsicherheit noch für Schwäche. Es bedeutet ebenso wenig, dass Frauen ausgenutzt, unterdrückt oder schlecht behandelt werden sollen. Jesus selbst ordnete sich dem Willen des Vaters unter, obwohl er alles Recht der Anbetung gehabt hätte. Dennoch ordnete er sich unter, damit wir ewiges Leben haben können.

Petrus wusste außerdem, dass Unterordnung nicht bedeutet, dass man in einer toxischen und gefährlichen Beziehung einfach ausharrt – komme, was da wolle – und jede Misshandlung ertragen muss. Wenn die Berufung einer Frau mit dem Wort „Gehilfin“ umschrieben werden kann, ist es manchmal die beste Hilfe, die eine Frau ihrem Mann leisten kann, ihn zu verlassen, wenn dieser sie emotional oder körperlich missbraucht. Ein Mann soll wie eine Rippe beschützen. Aber wenn er einer gebrochenen Rippe gleicht, ist es manchmal das Beste, seine Sachen zu packen, die Kinder zu nehmen, die Polizei zu rufen und zu gehen. Unterordnung bedeutet also nicht, sich der fremden Sünden des Mannes teilhaftig zu machen und alles zu ertragen – und sei es noch so böse.

Aber was bedeutet Unterordnung dann? Die beste Umschreibung, die mir dafür einfällt, ist die Folgende: Unterordnung bedeutet zu seinem Gegenüber zu sagen: „Du kommst zuerst. Ich setze dich an die erste Stelle. Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Was kann ich also tun, um dir zu helfen?“ In Epheser 5 schreibt der Apostel Paulus:

die Frau aber habe Ehrfurcht vor dem Mann

Statt Ehrfurcht könnte man auch das Wort „Respekt“ verwenden. Ihre Entscheidungen, ihre Haltung, ihre Worte und die Art und Weise, wie sie mit ihrem Mann interagiert, sollen hilfreich sein und ihm das Gefühl geben, geliebt zu werden.

Petrus weiß, wie kraftvoll das sein kann. Wie schon erwähnt, schreibt Petrus an Frauen, deren Männer keine Christen sind. Aber statt ständig mit Worten umzugehen, wie: „Komm doch mit zur Kirche.“, spricht der Apostel über eine Sache, die ohne Worte funktioniert:

Desgleichen sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch die, die nicht an das Wort glauben, durch das Leben ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden, wenn sie sehen, wie ihr in Reinheit und Gottesfurcht lebt.

Eine Frau soll ihrem Mann also einen solchen Respekt entgegenbringen, den er weder auf Arbeit noch unter seinen Freunden erfährt. Das wird Eindruck hinterlassen – nicht nur bei denjenigen, die noch nicht an das Wort glauben, sondern auch bei jenen, die es tun. Unterordnung bedeutet also nicht Schwäche oder Unsicherheit, sondern es ist eine Stärke, die eine Frau durch Jesus Christus geschenkt bekommt.

Damit kommen wir zur zweiten Sache, die Petrus den Frauen in unserem Text mit auf den Weg gibt. In Vers 3 und 4 schreibt er:

Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein wie Haarflechten, goldene Ketten oder prächtige Kleider, sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes: das ist köstlich vor Gott.

Provokative Worte des Petrus. Wenn ihr gerade eine goldene Kette um den Hals tragt oder euch die Haare gemacht habt, ist das… vollkommen okay. Petrus sagt hier schließlich nicht: „Frauen – eure Schönheit kommt nicht daher, dass ihr prächtige Kleidung tragt – sondern schäbige.“ Sein Punkt ist ein anderer: Wahre Schönheit hat nichts mit Haaren, Kleidern oder Schmuck zu tun. Wahre Schönheit kommt von innen. Nämlich die unvergängliche Schönheit eines sanften und stillen Geistes.

Das steht unserer derzeitigen Kultur vollkommen entgegen. Egal, wo man hinschaut: Diese Welt propagiert, dass Frauen ihre Zeit, ihre Energie und ganz besonders ihr Geld in ihre äußerliche Schönheit stecken sollten. Man muss nur mal einen einzigen Werbeblock im Fernsehen anschauen oder durch das Zeitungsregal im Supermarkt streifen, um zu wissen, dass dem so ist.

Petrus dagegen sagt uns die Wahrheit: Äußere Schönheit ist ein Geschenk Gottes. Aber es ist ein Geschenk, das in einer gefallenen Welt unausweichlich vergeht.

Euer Schmuck soll nicht äußerlich sein wie Haarflechten, goldene Ketten oder prächtige Kleider, sondern der verborgene Mensch des Herzens im unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes: das ist köstlich vor Gott.

Unvergänglich! Denn Petrus weiß, dass man all sein Geld für Haare ausgeben könnte – oder für schöne Kleidung. Aber Haare werden früher oder später grau. Der alternde Stoffwechsel fordert seinen Tribut. Und man mag zu einer niedlichen älteren Frau werden, aber die einstige äußerliche Schönheit ist dahin. In Sprüche 31 heißt es daher nicht umsonst:

Lieblich und schön sein ist nichts; eine Frau, die den Herrn fürchtet, soll man loben.

Ein freundliches und stilles Herz zu haben, ist dagegen unbezahlbar.

Und woher kommt das? Wahre Schönheit – und damit ein freundliches und stilles Herz – kann nur Jesus schenken. Jesus kam vom Himmel auf die Erde, um euch schön zu machen. Ich mag, wie Paulus es im Epheserbrief ausdrückt:

Christus hat die Gemeinde geliebt und hat sich selbst für sie dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei.

Wie wird man zu einer Frau, die keine einzige Runzel – also eine tiefe Falte hat? Das kommt nur von Jesus und seiner Vergebung. Wenn Jesus euch betrachtet, sieht er nichts Falsches, keinen Makel, keine Runzeln. Er sieht nichts als innerer Schönheit, weil er sein Leben für euch gegeben hat. Als Johannes an euch dachte – also an die Gemein-de Gottes – da sah er das:

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herab-kommen wie eine schöne Braut, die sich für ihren Bräutigam geschmückt hat.

So schön wie eine Braut am Tag ihrer Hochzeit! Gott sagt: Ihr müsst keine Opfer dafür bringen. Denn ihr seid es bereits. Durch den Glauben seid ihr wunderschön – in den Augen Gottes. Und das word eure Seelen so sehr bestimmen, dass Früchte des Geistes wachsen – Frieden und Freude. Das sind Früchte, die das Zusammenleben in einer Ehe bereichern und gut machen. So wird man zu einer Hilfe.

Und dann noch ein letzter Punkt. In Vers 5 schreibt Petrus:

Denn so haben sich vorzeiten auch die heiligen Frauen geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten.

Petrus erinnert an die Vergangenheit – in Vers 6 spricht er beispielsweise von Sara, der Frau Abrahams. Und er redet von heiligen Frauen. Heilig bedeutet ausgesondert – wunderbar anders. Und inwiefern stellt er die heiligen Frauen der Vorzeit als Vorbild dar? Sie sind es nicht, weil sie besser wären als andere. Sondern weil sie ihre Hoffnung auf etwas anderes setzten als auf das, was sie im Spiegel sahen oder wie ihre Beziehung gerade läuft. Stattdessen hatten sie tiefen, bleibenden Frieden, weil sie auf Gott ihre Hoffnung setzten, den man nicht sehen kann.

Und ich denke an den Kontext dieser Aussage – an Frauen, deren Männer keine Christen waren, oder deren Beziehung schwierig waren. Viele hatten sicher zu kämpfen, wie auch Frauen heute zu kämpfen haben. Und was sagt Petrus? Setzt eure Hoffnung auf Gott. Die Ehe mag oft nicht einfach sein. Männer vernachlässigen häufig, eine Rippe zu sein. Aber all das ist nur ein verschwindend geringer Zeitabschnitt, wenn man ihn mit der Ewigkeit vergleicht. Die Ewigkeit wartet und damit ewige Ruhe, ewiger Frieden, ewige Freude.

Meine Lieben, in einer gefallenen Welt bestimmen leider viel zu oft Verletzungen, Kämpfe und so manche Abwertung, das Zusammenleben von Mann und Frau. Aber denken wir daran: All das gleicht einer Millisekunde im Vergleich zur überschwänglichen Herrlichkeit, die an uns allen offenbart werden soll. Ob nun Mann oder Frau – eines Tages werden wir von dem Angesicht unseres himmlischen Vaters stehen und er wird zu uns sagen: „Mann, ich habe gesehen, wie respektlos deine Frau manchmal über die geredet hat – und du hast sie dennoch geliebt.“ „Frau, ich habe gesehen, dass du deinem Mann Respekt entgegengebracht hast, der oft genug diesen Respekt nicht verdiente.“

Jesus hat uns alle Sünde abgenommen, die wir einander als Mann und Frau schon so oft angetan haben. Stattdessen schenkt er uns seine Gerechtigkeit. Und darum – Männer und Frauen – denkt also an eure einzigartigen Berufungen. Aber viel wichtiger: Erinnert euch immer wieder daran, dass uns die Liebe Jesu vereint. Wir alle sind Sünder. Wir alle sind Sünder, denen vergeben wurde.

Hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.