Gott weiß es!

St. Petrigemeinde ZwickauPredigten

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Liebe Freunde in Christus!

Phobie – dieses Wort ist uns vermutlich allen vertraut. Eine Phobie ist etwas anderes, etwas stärkeres, als normale Ängste. Die meisten von uns empfinden ja von Zeit zu Zeit Angst, vielleicht beim Autofahren auf einer winterglatten Straße oder wenn man in ein Flugzeug steigt, um in den Urlaub zu reisen. Eltern können Angst empfinden, wenn sie ihre Kinder zum ersten Mal allein zur Schule laufen lassen.

Aber eine Phobie ist eine extreme Form der Angst. Sie hat Menschen körperlich und emotional im Griff. Und sie kann Auswirkungen auf viele Bereiche des Lebens haben. Eine Sache ist dabei den meisten Phobien zueigen: Es geht um die Dinge, die bekannt sind.

Denken wir zum Beispiel an die Akrophobie. Das ist die bekannte Höhenangst. Vielen wird schwummrig, wenn sie an einem Abhang stehen. Manch einer geht nur ungern über eine Hängebrücke. Aber, derjenige der eine echte Höhenangst hat, wird jede Situation, in der Höhe eine Rolle spielt, voll und ganz meiden.

Oder denkt an Aviophobie, die Flugangst. Manche Menschen werden niemals und unter keinen Umständen, ihren Fuß in ein Flugzeug setzen. Bekannt ist sicher auch die Arachnophobie. Manche lähmt es buchstäblich, wenn sie eine Spinne sehen. Der Herzschlag erhöht sich. Schweiß bricht aus. Man kann keinen Schritt mehr tun vor lauter Angst.

Und eine Phobie beobachten wir in diesen Tagen vielleicht besonders häufig: die Mysophobie – die Angst vor Ansteckung durch Bakterien oder Viren. Sie ist der Grund, warum mancher alles tun, um sich zu desinfizieren. Und das kann sich ins Extreme steigern.

Und dann gibt es Phobien, die nicht so weit verbreitet sind. Aber auch hier geht es um Dinge, die man kennt. Vor kurzem las ich zum Beispiel von der relativ neuen Nomophobie. Das ist die Angst, nicht mehr über ein Smartphone erreichbar zu sein. Kein Netz. Kein Akku. Für manchen bedeutet das die höchste Form von Stress.

Auf der langen Liste an Phobien, von denen Menschen betroffen sind, kann man wohl die allermeisten nachvollziehen. Denn immer haben sie mit einer konkreten Gefahr zu tun. Flugzeuge stürzen tragischerweise ab. Einen Fall aus großer Höhe überlebt man in der Regel nicht. Und von Bakterien und Viren geht eine reale Gefahr aus.

Aber die vielleicht größte Angst von uns Menschen ist die Angst vor dem Unbekannten. Das bewahrheitet sich nicht nur in der derzeitigen Situation. Es ist schon immer so. Denkt nur an die Geschichte der Menschheit. Denkt zum Beispiel an Forschungsreisende, die eine Schiff betraten, um neues Land zu entdecken. Viele hätten sich das nicht getraut, weil sie glaubten, die Erde sei eine Scheibe. An einem bestimmten Punkt, würden sie mit ihrem Schiff einfach aus der Welt fallen. Heute wissen wir natürlich, dass diese Sorge unbegründet war, weil die Erde schließlich eine Kugel ist.

Oder denkt an den Terror der 70er Jahre. Wer ist das nächste Entführungsopfer? Wo schlägt die Gewalt zu? Denkt an den Terror, welcher in den vergangenen Jahren viele Länder in Atem gehalten hat. Niemand weiß, ob es meine Stadt betreffen wird, den Bus, in dem ich fahre oder den Weihnachtsmarkt, den ich besuche.

Die Angst vor dem Unbekannten ist eine ziemlich mächtige Angelegenheit. Aber dabei dürfen wir Gott nicht aus der Rechnung heraushalten. Ängste und Sorgen mögen uns und alle Menschen erfassen – gerade vor dem Unbekannten. Aber Gott schenkt uns seine Wahrheit. Um vier dieser Wahrheiten soll es heute gehen. Vier Wahrheiten zu unserem Segen und zu unserer Freude.

Und die erste stammt vom weisesten Mann, der jemals auf diesem Planeten gelebt hat. König Salomo war nicht nur reich und mächtig. Von Gott hatte er ungewöhnliche Weisheit erhalten. Wohl in hohem Alter schrieb er das Buch Prediger, eine Art Rückschau auf seine Leben.

Eine Formulierung finden wir dabei über das ganze Buch verstreut. Immer wieder hält der König fest, dass alles auf dieser Erde eitel ist. Oder mit anderen Worten: Alles ist nichtig, flüchtig, bedeutungslos. Unsere erste Wahrheit für heute mag dabei eine Rolle gespielt haben. Denn in Prediger 7, Vers 14, schreibt Salomo das Folgende:

Am guten Tage sei guter Dinge, und am bösen Tag bedenke: Diesen hat Gott geschaffen wie jenen, damit der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.

Der weise König spricht hier das Offensichtliche aus: Im Leben gibt es gute und schlechte Tag. Das ist die Realität, mit der wir Tag für Tag umgehen müssen. Aber ob der kommende Tag gut wird oder nicht, weiß niemand. Keiner kann kann etwas über seine Zukunft wissen. Auch nicht einer.

Ich hätte gern Antworten darauf, was zukünftig geschieht. Wann werden wir unser gewohntes Leben wieder aufnehmen können? Wann dürfen wir uns in der Kirche ganz normal treffen – ohne Abstand halten zu müssen, ohne Einschränkungen? Kein Mensch kennt derzeit die Antwort und könnte ein konkretes Datum benennen.

Und so ist es mit allem im Leben. Genau das hatte Salomo in seiner Weisheit erkannt. Es gibt gute Zeiten und schlechte Zeiten. Aber was kommt, kann kein Mensch vorhersagen. In Kapitel 8(,7) des Predigerbuches kommt er darauf zurück. Denn dort schreibt Salomo:

Denn er – der Mensch – weiß nicht, was geschehen wird, und wer will ihm sagen, wie es werden wird?

Der weise König betont es immer und immer wieder: Niemand kennt die Zukunft. Wir können darüber nachdenken. Wir können Pläne schmieden. Und doch gilt: Wer will sagen, wie es werden wird?

Und mancher denkt jetzt vielleicht: „Was ist daran jetzt so besonders weise? Schon eine bekannte Fernsehserie trägt diese Wahrheit als Titel. Gute Zeiten. Schlechten. Keiner weiß, was kommt. Das ist doch klar!“

Aber das Wissen mit dem Verstand ist hier nicht zuerst im Blick. Die Frage, die Salomo uns mit seinen Worten stellt, lautet vielmehr: Akzeptieren wir das auch? Sicher, unsere Vernunft sagt, dass die Zukunft unbekannt ist. Aber unser Herz mag diese Wahrheit ganz und gar nicht leiden.

Und deswegen verleugnen wir diesen Punkt sp oft. Denn unser sündiges Herz will gern selbst Gott sein. Es will der Kapitän sein, der Herr über die eigenen Geschicke. Wir möchten selbst bestimmen, wie alles kommen wird und hätten gern die Antwort auf alle Fragen und Ängste.

Ein bekannter Angstforscher hat es so ausgedrückt: Mit dem Teil unseres Gehirns, der für Ängste und Sorgen zuständig ist, kann man nicht vernünftig reden. Er verhält sich wie ein Kindergartenkind. Und oft genug verleugnet es auch die Realität, in der wir leben.

Deswegen sagen wir Dinge wie die Folgenden – wie um uns selbst zu trösten: „Wenn Gott eine Tür schließt, öffnet er ein Fenster…“ Wir vertrösten uns gern und verschließen die Augen vor dem Unvermeidlichen.

Aber es bleibt doch wahr: Niemand kennt die Zukunft. Nur wenn ich das nicht akzeptiere; wenn ich flüchte und mich in einer Welt der Verleugnung einrichte, was geschieht mit meinem Glauben? Was geschieht, wenn das Leben sich nicht mehr verleugnen lässt? Der Glaube wird zerbröckeln, schwächer werden und die Angst gewinnt die Oberhand.

Wenn man nicht akzeptiert und glaubt, dass die Zukunft unbekannt ist und wir rein gar nichts in der Hand haben, werden wir immer versuchen, die Dinge irgendwie zu manipulieren. Wir werden versuchen alles so zu drehen, dass am Ende das herauskommt, was wir wollen.

Gelingt uns das dann nicht, wenden sich leider viele Menschen an Dinge, die anderweitige Erlösung versprechen. Manche greifen zu Alkohol oder Tabletten. Andere grübeln den ganzen Tag, durchdenken alles immer und immer wieder.

Aber diese Dinge führen nur zu emotionalem Schaden, zu Depression und Angstzuständen. Denn nichts davon kann die Wahrheit aus dem Weg räumen, dass uns die Zukunft verschlossen bleibt wie ein versiegeltes Buch.

Und der Teufel liebt es, wenn wir deshalb unsicher oder gar verzweifelt werden. Denn wenn das Unbekannte vor uns steht und die Zukunft angsteinflößend ist, hofft er immer darauf, dass wir Gott den Rücken zukehren, den Glauben aufgeben und anderswo Hilfe suchen.

Aber deshalb sagte es Salomo so deutlich – einfach, damit wir es erwarten und annehmen: In einer Welt, die voller Ungewissheiten ist, ist auch die Zukunft genau das: ungewiss, unbekannt.

Aber natürlich wollen wir bei dieser Wahrheit nicht stehen bleiben. Es gibt noch mehr zu bedenken. Und dabei hilft uns Jakobus, der Halbbruder Jesu. Er schreibt in seinem Brief das Folgende (4,13-15):

Und nun ihr, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen –, und wisst nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet. Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.

Ich muss mir persönlich eingestehen, dass ich mit unserer ersten Wahrheit heute gelegentlich kämpfe. Ich mag es, die Dinge unter Kontrolle zu haben. Kontrollverlust ist eine meiner größten Ängste. Deswegen trinke ich nicht sonderlich gern Alkohol. Eine ungewisse Zukunft ist daher keine leichte Sache für mich.

Aber uns allen geht es vermutlich ähnlich, wenn wir ehrlich sind. Denkt nur an die Dinge, die Jakobus gerade beschrieben hat. Wir können uns alle möglichen Pläne zurechtlegen, aber es bleibt dabei: Wir wissen ja noch nicht einmal, was am heutigen Tag geschieht oder in der nächsten Stunde.

Rauch sind wir, so drückt es Jakobus aus. Denkt an einen nebligen Morgen. Später geht die Sonne auf, die Temperaturen steigen und der Nebel löst sich plötzlich auf. Rauch sind wir – das zu hören, tut weh.

An jedem einzelnen Morgen, an dem wir aufstehen, ist unsicher, was uns begegnen wird: Das können Dinge sein, die wir unter Kontrolle haben und solche, wo das nicht der Fall ist. Gutes und Schlechtes kann uns begegnen. Nicht nur unsere Zukunft ist ungewiss. Auch unsere Gegenwart – auch das jetzt und hier – ist unsicher. Das ist die zweite Wahrheit für heute.

Und beides – die Zukunft und die Gegenwarten – mögen uns Angst machen. Aber natürlich wollen wir bei dieser Erkenntnis nicht stehen bleiben. Das wäre vor allem eins: vollkommen trostlos.

Aber wisst ihr, was ebenfalls wahr ist in Bezug auf Ängste und die Unsicherheit dieser Welt? „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt – und damit auch die Angst – überwunden hat.“ Jesus sagte einmal:

Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Die Wahrheit wird euch freimachen. Ich kenne eure persönlichen Ängste nicht. Ich weiß nicht, ob ihr euch Sorgen in Hinblick auf die Wirtschaftslage macht oder ob es eher emotionale Ängste sind wegen der Familie oder der Beziehungen in eurem Leben.

Aber eine Sache weiß ich: Unser Glaube hat die Welt überwunden. Der Glaube an Jesus übertrumpft die Angst. Und zwar die Angst vor Dingen, die wir kennen, und die Angst vor dem Unbekannten. Und das ist unsere dritte Wahrheit für heute: Gott kennt die Zukunft. Er weiß es. Er weiß alles.

Gehen wir noch einmal zurück ins Buch Prediger. Das dritte Kapitel enthält Worte, die uns wohl vertraut sind. Dort hören wir, dass ein jegliches seine Zeit hat. In einer Welt, wo die Zukunft ungewiss und die Gegenwart unsicher ist, erinnert uns Salomo an das Folgende:

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:

Und nun folgt eine Liste von Gegensätzen:

geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

Eine lange Liste von Gegensatzpaaren – aber immer ein und dasselbe Thema: Ein jegliches hat seine Zeit. Obwohl die Zukunft ungewiss ist und die Gegenwart, in der wir gerade leben, unsicher – alles hat seine Zeit. Und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.

Durch welche Zeit geht ihr gerade? War etwas aus dieser Liste dabei, das euch betrifft? Erfreut ihr euch in eurer Familie an einer Geburt? Oder beklagt ihr einen Toten? Ist es eine Zeit, in der das Herzen, die Umarmung, aufgehört hat? Weil man gerade von lieben Menschen getrennt ist. Weil Kontaktsperren bestehen und man seine Eltern oder Großeltern nicht sehen kann. Weil die Ehe am Boden liegt und man sich nicht mehr herzlich umarmt. Aber herzen wird – so Gott will – wieder seine Zeit haben.

Und Krieg hat seine Zeit und Frieden hat seine Zeit in dieser Welt. Es geschieht seit Anbeginn. Verlieren hat seine Zeit, ebenso wie behalten. Lachen hat seine Zeit, weinen auch. All das ist wie ein Rauch, es kommt und es geht. Aber in alledem will Gott unseren Glauben erhalten und bewahren. Diese Welt vergeht – aber wer den Willen Gottes tut – wer also an seine rettende Gnade glaubt – der bleibt in Ewigkeit.

Das will auch König Salomon mit seinen Worten über die Zeit ausdrücken. Denn er schreibt nun weiter:

Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit,

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit – Die Liste mit all den Gegensatzpaaren, die ihre Zeit haben – das Gute und das Schlechte. Gottes Versprechen in allem ist das Folgende: Er weiß es. Er weiß alles. Er weiß, wodurch wir gerade gehen, sei es gut oder schlecht. Und er verspricht, dass er alles schön macht.

Salomo fährt fort:

auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, dass man sich vor ihm fürchten soll.

Der König sah sich mit einer Welt konfrontiert, in der so vieles eitel ist, nichtig, vergänglich. Rauch. Aber er erkannte, dass alles, was Gott tut, ewig bleibt. Denn er ist der Herr der Zeit, ohne Anfang oder Ende. Er ist ewig. Und das bedeutet, dass er hier ist, bei uns. Jetzt in diesem Moment und in allen anderen unseres Leben ganz genauso. In den guten Momenten, in denen wir essen und trinken und fröhlich sind. Und in den Momenten, in denen wir einsam sind, weinen oder trauern.

Denn für uns ist die Zukunft ungewiss und das Leben unsicher. Aber für Gott ist es das nicht. Seien es die Zeiten, durch die wir gerade gehen oder die Gefühle, die damit verbunden sind. Sei es der Schmerz, den wir erfahren, oder die Ungewissheit des Unbekannten. Gott weiß all das.

Der allmächtige und allliebende Gott, an den wir glauben, weiß alles. Jesus drückte diese dritte Wahrheit so aus:

Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Groschen? Dennoch ist vor Gott nicht einer von ihnen vergessen. Aber auch die Haare auf eurem Haupt sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge.

Gott weiß, wie viele Haare wir auf dem Kopf tragen. Mancher mag jetzt denken: „Nun ja, das sind nicht viele. Ich kann sie selbst zählen.“ Aber Gott wusste das, bevor die Haare ausfielen. Und er vergisst keinen einzigen Sperling. Das ist unser Gott. Uns daran immer wieder zu erinnern, ist wichtig für uns. Denn Gott weiß vor allem eine Sache: Dass wir Sünder sind.

Deshalb kam er auf diese Erde. Denn er wusste, dass es eine neue Schöpfung braucht. Er wusste, dass wir eine Ewigkeit mit ihm brauchen und seinen Frieden, den die Welt nicht geben kann. Er wusste, dass wir sein Kreuz und sein leeres Grab brauchen. Gott weiß alles. Und er weiß, dass unser größtes Bedürfnis geistlicher Natur ist. Deshalb ging Jesus ans Kreuz, so dass wir die Ewigkeit nicht fürchten müssen.

Ist das am Ende des Tages nicht die größte Angst vor dem Unbekannten? Die Angst, die die allermeisten Menschen unterbewußt mit sich herumtragen? Was geschieht, wenn ich sterbe? War das nicht der Grund, warum nur so wenige in ein Schiff stiegen, um die Welt zu erkunden, weil alle anderen sich fürchteten?

Aber, meine Lieben, wir haben wirklich allen Grund in das Thema dieses Sonntags einzustimmen: „Freut euch“. Denn während alles auf dieser Welt unsicher ist, ist eine Sache gewiss, weil sie von einem ewigen Gott stammt: nämlich unsere Zukunft in seiner guten Gegenwart.

Uns so gilt uns, was Jesaja einmal so formulierte:

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!

Du bist mein, sagt Gott. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Gott weiß nicht nur alles. Er weiß vor allem um jeden Einzelnen von uns. Dich habe ich beim Namen gerufen. Er kennt uns also ganz persönlich.

Und wir sind sein. Gott verspricht hier: „Du gehörst zu mir. Das war gestern so und das wird auch morgen so sein. Keinerlei Ungewissheit, denn ich liebe dich. Das wird in Ewigkeit so bleiben. Denn ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein Sohn, meine Tochter. Und egal, was geschieht – egal, wie unsicher die Zukunft auch sein mag – eine Sache ist gewiss: eine Ewigkeit in meiner Gegenwart. Denn ich habe dich erlöst.“

Und das verändert vor allem eine Sache. Die Ungewissheit dieser Welt löst sich nicht mit einem Mal in Luft aus. Unsere Angst mag uns ein Leben lang begleiten. Aber Gott weiß alles und er kennt jeden von uns. Und er ist immer bei uns. Deswegen heißt es 103Mal in der Bibel:

Fürchte dich nicht. Denn ich bin mit euch.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.