Ich bin’s – schon wieder!

St. Petrigemeinde ZwickauPredigten

Jahreswechsel, St. Petri 2021

Liebe Freunde in Christus!

Luis Suárez ist ein Fußballspieler aus Uruguay. Für sein Land trat er bei mehreren Weltmeisterschaften an. Zu seinen aktivsten Zeiten zählten ihn viele zu den besten Fußballern überhaupt. Das zeigt schon sein Spitznamen: „El Pistolero“ – auf Deutsch:„der Pistolenschütze“ – weil seine Handbewegung beim Torjubel das Abfeuern einer Pistole simuliert. Luis Suárez ist Rekordtorschütze und für seine fußballerischen Leistungen mit vielen Auszeichnungen bedacht worden.

Aber der Fußballer hat auch eine dunkle Seite. Bei der Weltmeisterschaft 2014 erlangte er nicht nur wegen seines Könnens Berühmtheit. Aufsehen erregte damals vor allem, dass er einen italienischen Gegenspieler in die Schulter biss. Als Konsequenz wurde Suárez vom Turnier ausgeschlossen und für vier Monate gesperrt.

Warum ich das erzähle, obwohl Fußball mich nicht sonderlich interessiert? Es war nicht das erste Mal, dass Suárez einen Mitspieler gebissen hat. Schon 2010 tat er es, als er für Manchester United spielte. Für 10 Spiele wurde er daraufhin gesperrt. Aber das war noch nicht alles: 2013 biss er wieder zu. Eine Sperre für 7 Spiele war die Folge.

Für mich stellt sich die Frage: Wie kann man ein und dieselbe dumme Sache wieder und wieder tun? Was dachte Suárez, würde geschehen, wenn er erneut zubeißt?

Allerdings vermute ich, dass ihr auch jemanden kennt, der Luis Suárez ähnelt. Derjenige mag nicht durch die Gegend laufen und andere Menschen beißen. Aber ich denke, wir alle kennen jemanden, der etwas Dummes getan hat – und dann noch einmal und dann dieselbe Sache schon wieder.

Ich zum Beispiel habe einen Bekannten, dem es so geht. Derzeit sitzt er hinter Gittern, weil ihn sein Suchtverhalten in Schwierigkeiten gebracht hat. Und das nicht zum ersten Mal. Schon zweimal zuvor brachten ihn seine Taten ins Gefängnis. Aber trotz dieser bitteren Konsequenzen kam er nicht los von seiner Sucht.

Und ich frage mich: Wie kann das geschehen? Wie kann man das tun? Nun, er ist süchtig. Und eine Sucht von außen zu betrachten, treibt einen immer zu der Frage: „Warum?“ Ich meine, seine Sucht kostete ihn die Beziehung zu seiner Frau und zu seinem Kind – dazu mehrere Wohnungen und Jobs. Und doch: Immer wieder wurde er rückfällig.

Eine Sünde tut weh – aber wiederholte Sünde zerstört. Wie kann man mit jemanden befreundet sein, wie demjenigen vertrauen oder mit ihm zusammensein, wenn derjenige genau weiß, dass er einen verletzt, aber dennoch loszieht und exakt dieselbe Sache begeht – immer und immer wieder?

Meine Lieben, ich denke, wir alle kennen jemanden, der etwas Dummes getan hat – und dann noch einmal und dann dieselbe Sache schon wieder. Wir sehen denjenigen, wenn wir morgens das Bad betreten und in den Spiegel schauen. Der Jahreswechsel ist für viele, eine Gelegenheit zurückzublicken. Vielleicht kommen uns dabei nicht nur Themen wie Corona, Lockdown und andere Krisen in den Sinn. Vielleicht stellen wir uns im Rückblick auf das vergangene Jahr Fragen wie die folgenden: „Wie konnte ich das schon wieder tun? Warum hatte mich im vergangenen Jahr diese eine Sünde so fest im Griff? Warum tat ich das wieder und wieder, obwohl ich genau wusste, dass es andere verletzt – sogar diejenigen, die ich liebhabe?“

Am Ende des Jahres wollen wir diese Gedanken vor Gottes Wort bringen. Denn in dem Abschnitt, den wir heute betrachten, spricht der Apostel Paulus nicht nur im Allgemeinen über Sünde. Er redet über die Sünden, die wir wieder und immer wieder begehen. Und er zeigt, wie Gott mit Wiederholungstätern umgeht, wie wir es nun mal sind.

Unser Predigttext stammt zum Jahreswechsel aus dem Römerbrief, Kapitel 7, und wir beginnen bei Vers 14. Paulus schreibt:

Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich.

Paulus – getrieben vom Heiligen Geist – spricht hier offen und ehrlich zu uns: Er versteht sein eigenes Leben, sein eigenes Verhalten, sich selbst nicht. Er redet von all den guten Dingen, die er tun will – von den Geboten Gottes. Aber am Ende eines jeden Tages, Monates und Jahres muss er es erkennen:

Denn ich tue nicht, was ich will.

Und umgekehrt weiß er um all die Gedanken, Worte und Taten, die gottlos, zerstörerisch und verletzend sind. Hinsichtlich dieser Dinge muss Paulus bekennen:

was ich hasse, das tue ich.

„Ich bekenne es vor Gott. Ich bereue es. Und doch tue ich das, was ich hasse, wieder und wieder.“ Und das alles ist so schlimm, dass Paulus für uns festhält:

Denn ich weiß nicht, was ich tue.

Man will Paulus vielleicht antworten: „Ja, aber du hast es dir doch selbst ausgesucht. Du hast die Entscheidung zur Sünde eigenhändig getroffen.“ Der Apostel würde wohl antworten: „Ja, ich weiß. Und doch weiß ich nicht, was ich tue.“

Ein sehr drastisches Bild für diese Gedanken findet sich im Buch der Sprüche – genauer in Kapitel 26, Vers 11. König Salomo schreibt dort:

Wie ein Hund wieder frisst, was er gespien hat, so ist der Tor, der seine Torheit immer wieder treibt.

Habt ihr je einen Hund dabei beobachtet, wie er sein eigenes Erbrochenes frisst? Er übergibt sich beispielsweise auf dem Flur und geht zunächst anderen Aktivitäten nach. Später allerdings kehrt er zurück, riecht an seinem Erbrochenen, leckt daran und mag es so sehr, dass er es wieder frisst.

Letztlich bekennt Paulus in unserem Text: „Ich gleich diesem Hund aus den Sprüchen.“ Seine sündige Natur speit etwas Faules aus. Und erst zieht Paulus weiter. Aber später nimmt er den Geruch erneut wahr. Seine sündige Natur treibt ihn dazu, daran zu riechen, daran zu lecken, und es so sehr zu mögen, dass er es wieder tut.

Paulus mag deshalb beschämt gewesen zu sein. Und doch kehrt er zu ein und derselben Sünde zurück und drückt sein apostolisches Gesicht in das sündige Erbrochene.

Denn ich weiß nicht, was ich tue.

Habt ihr euch jemals wie Paulus gefühlt? Unsere sündige Natur speite im vergangenen Jahr vielleicht dieses unansehnliche Streitgespräch aus – über die aktuelle Lage, über die Impfthematik, über politische Maßnahmen. Man kann hinsichtlich dieser Themen sicher verschiedener Meinung sein. Aber das gibt niemandem von uns das Recht, ungeduldig, harsch oder unfreundlich zu sein – oder gar zu lügen oder zu betrügen. Und wir wissen das auch. Vielleicht schlug nach der Unterhaltung unser Gewissen an. Wir bekannten es vor Gott. Aber drei Tage später? Da sagte er diese Sache oder sie meinte jenes – und wir waren wieder genau da, wo wir uns schon zuvor befanden. Emotional aufgeladen, lassen wir es an Liebe mangeln.

Oder wir haben uns im vergangenen Jahr viele Sorgen gemacht. Und das, obwohl wir wussten, dass Sorge das Gegenteil von Vertrauen ist. Man weiß, dass man keine Panik schieben muss, sondern Gott vertrauen kann und soll, dass er alles – auch die schlechten Dinge – zum Besten wendet. Und doch musste man sein Sorgen vor Gott bekennen. Und dann kam der Montag, etwas Unvorhergesehenes geschah und man war wieder voller Sorge und düsterer Gedanken.

Oder es geht einem wie mir. In Konfliktsituationen neigt man dazu, eine Abwehrhaltung einzunehmen. Und das, obwohl man weiß, dass es dumm ist. Niemand lässt sich von jemanden überzeugen, der eine Abwehrstellung einnimmt. Außerdem kennen wir die Worte des Jakobus, dass jeder Mensch „schnell, zu hören, langsam aber, zu reden, und langsam zum Zorn“ sein soll. Aber dann wird man in Frage gestellt und man findet sich an dem Ort wieder, an dem man schon so oft zuvor war. Vielleicht würde ein Außenstehender uns betrachten und sagen: „Du benimmst dich wie ein Süchtiger. Was denkst du, wie das ausgehen wird?“ Und Paulus würde antworten:

Denn ich weiß nicht, was ich tue.

Ich musste an unsere Hände denken. Habt ihr Hornhaut an euren Händen? Vielleicht stammen sie vom vielen Gewichtheben im Fitnessstudio, wie ich das immer tue. Vielleicht stammt sie von der Gartenarbeit oder dem Gitarre spielen. Kennt ihr den Unterschied zwischen einer Narbe und Hornhaut? Eine Narbe trägt man von einem einzelnen gewaltsamen Vorfall davon. Hornhaut dagegen erwirbt man sich, indem man ein und dieselbe Sache wieder und wieder tut.

Am Ende des 7. Kapitels des Römerbriefes stellt Paulus etwas ganz ähnliches fest. Er schreibt:

 Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes?

Wisst ihr, was das griechische Wort ursprünglich bedeutet, welches in der Lutherbibel mit „elend“ übersetzt wird? „Bedeckt mit Hornhaut. Übersäht von Schwielen.“1 Es ist, als würde Paulus auf seine Hände schauen, auf sein Herz, seine Augen und seine Gedanken und sagen: „Sünde hat nicht nur Narben bei mir hinterlassen. Ich bin von der Hornhaut und den Schwielen meiner Sünde übersäht. Ich habe es wieder und wieder getan – so viele Male, dass es das ist, was ich sehe, wenn ich in einen Spiegel blicke.“

 Ich elender Mensch!

Warum sollte ein Apostel das tun? Warum sollte jemand, der es doch sehr viel besser wusste, die Sünde wählen? Und das nicht nur einmal, sondern wieder und wieder dieselbe? Paulus selbst gibt die Antwort. Er schreibt:

Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, stimme ich dem Gesetz zu, dass es gut ist. So tue ich das nicht mehr selbst, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.

In uns wohnt etwas, das die Sünde wieder und wieder tun will. Und es kann nicht belehrt werden. Es kann ihm nicht gezeigt werden, dass Erbrochenes stinkt. Es will immer und immer wieder zur Sünde zurückkehren. Auch am Ende dieses Jahres 2021 müssen wir das gemeinsam mit dem Apostel bekennen: Wir sind Wiederholungstäter.

Und darum, meine Lieben, brauchen wir keinen Gott der zweiten Chance. Wir brauchen einen Gott, der unendlich mehr ist als das. Und wir haben ihn. Er hat uns im vergangenen Jahr festgehalten – und er wird es auch im kommenden Jahr tun.

Es war einmal eine Frau in einer lutherischen Kirche, die behauptete Träume zu haben, in denen Jesus mit ihr sprach. Der Pastor der Gemeinde war sehr skeptisch hinsichtlich der Aussagen dieser Frau. Er besuchte sie, um nachzuforschen, was dahintersteckt. Er fragte die Frau einige Dinge: „Geht es Ihnen gut? Fühlten Sie sich in letzter Zeit sehr gestresst? Nehmen Sie irgendwelche Medikamente?“ Aber er konnte nichts ausmachen, was seltsam auf ihn gewirkt hätte. Dennoch glaubte er nicht, dass die Träume echt waren.

Schließlich kam er auf eine Idee. Er sagte der Frau: „Das nächste Mal, wenn Sie Jesus im Traum treffen, stellen Sie ihm doch bitte eine Frage von mir. Fragen Sie ihn, mit welcher Sünde ich am meisten zu kämpfen hatte, als ich studierte.“ „Wollen Sie das wirklich?“, entgegnete die Frau. Ja, er war sich sicher.

Drei Wochen zogen ins Land, bis Gerüchte in der Kleinstadt aufkamen, dass die Frau erneut einen ihrer Träume gehabt hatte. Auch dem Pastor kam dies zu Ohren, er besuchte sie und fragte: „Sie haben also wieder mit Jesus gesprochen?“ „Ja, habe ich“, entgegnete sie. „Wirklich?“, meinte daraufhin der Pastor, „erinnern Sie sich noch an die Frage, die Sie Jesus stellen sollten?“ „Natürlich“, meinte die Frau. „Und was sagte er?“ Die Frau antwortete: „Ich fragte Jesus, mit welcher Sünde Sie am meisten während der Studienzeit zu kämpfen hatten. Und er antwortete mir: Ich erinnere mich nicht mehr.“

Ich lege nicht allzu viel Gewicht auf die Bedeutung von Träumen. Die Geschichte ist zudem frei erfunden. Und doch spricht sie etwas an, das überaus wichtig für uns. Wir sollten unsere ganze Seele an die folgenden Worte klammern, die Gott durch den Propheten Jeremia sprach (31,33):

Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

„Ihrer Sünde nimmermehr gedenken!“ Sünde ganz allgemein. Jede Sünde. Einzelne Tatsünden ebenso wie gewohnheitsmäßige Übertretungen. Auch die Sünden, die wir wieder und wieder und wieder begehen. Selbst die Sünden, bei denen wir keine 10 Minuten verbringen können, ohne sie zweimal zu tun.

Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Mit anderen Worten: Wäre Gott jetzt hier und wir würden zu ihm sagen: „Es tut mir leid, dass ich es schon wieder getan haben“ – wisst ihr was Gott antworten würde? „Ich erinnere mich nicht einmal an das erste Mal, als du diese Sünde begangen hast.“

Das hatte auch Paulus erfahren. In unserem Text sagte er:

 Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes?

Nur um gleich darauf anzufügen:

Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn!

Jesus Christus ist Gottes Vergebung, auf Wiederholung programmiert. Er wurde nur einmal als kleines Baby geboren. Er lebte nur einmal. Nur einmal starb er für unsere Sünden am Kreuz. Und nur zu einer einzigen Gelegenheit erstand er auf. Aber dieses erlösende Werk hat uns von aller Sünde befreit. Von der Sünde des vergangenen Jahres, ebenso wie von der, die wir im kommenden Jahr begehen werden. In Kapitel 5 hatte es Paulus wunderbar formuliert:

Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden.

Als der Berg unserer Sünde im vergangenen Jahr weiter wuchs, holte Gott eine größere Plane, um diese zu bedecken. Als das Drama unserer Sünde aus den Schränken unseres Lebens quoll, so dass es kein Halten mehr gab, baute Gott einfach ein größeres Haus – mit einer ganzen Menge Stauraum für unsere Sünden. Wäre Sünde das x in einer mathematischen Gleichung, wäre Gnade immer x+1.

Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden.

Die Wahrheit ist: Wir sind nicht nur Wiederholungstäter. Wir sind gerettete Wiederholungstäter. Uns ist Erbarmen widerfahren. Wieder und wieder – durch das rettende Leben, Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu.

Dass dem so ist, zeigen zwei Begebenheiten aus dem Leben Abrahams. Denn auch der alttestamentliche Held des Glaubens war ein Wiederholungstäter. In 1. Mose 12 befindet er sich in Ägypten. Er ist nicht allein. Seine überaus attraktive Frau Sara begleitet ihn. Abraham bekommt es mit der Angst zu tun. Denn der Pharao findet Gefallen an Sara. Abraham glaubt, der König Ägyptens wird ihn töten lassen, um an seine Frau zu kommen. Was sagt Abraham also? „Das ist gar nicht meine Frau. Sie ist meine Schwester. Du kannst also mit ihr schlafen.“ Denkt darüber nach, Ehefrauen: Was würdet ihr denken, würde euer Mann das über euch sagen? Es war widerwärtig, was Abraham tat. Er war bereit, seine Frau aufzugeben, um seine Haut zu retten. Letztlich kommt alles ans Tageslicht. Gott rettete die Beiden aus der Situation, vergab Abraham und segnete ihn weiterhin.

Springt man dann aber zu 1. Mose 20, ratet was geschieht! Abraham und Sara reisten nach Gerar. Der dortige König registriert ebenfalls, dass Sara eine schöne Frau ist. Und was sagt Abraham: „Sie ist nicht meine Frau, sondern meine… Schwester.“ Schon wieder. Der König nimmt Sara zu sich. Schon wieder. Letztlich kommt alles ans Licht. Schon wieder. Und was tut Gott? Schon wieder. Er vergibt und er segnet. Und warum tut er das? Weil unser Gott Wiederholungstäter, wie wir es sind, rettet und segnet. Der Gott, der dem mit Hornhaut übersäten Paulus und dem Wiederholungstäter Abraham vergibt, ist derselbe Gott, der auch euch und mir vergibt – die Sünden des vergangenen Jahres ebenso, wie die des kommenden – ja, die Sünden eines ganzen Lebens, ganz unabhängig davon, wie oft wir sie schon begangen haben. Gott ist ein Gott der unbegrenzten Gnade.

Und darum gilt auch uns, was Paulus in der Brieflesung zum Neujahrstag schrieb. Mit seinen Worten möchte ich heute enden (Gal 3,23-29):

Ihr Lieben, ehe aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben, der dann offenbart werden sollte. So ist das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus gewesen, dass wir durch den Glauben gerecht würden.

Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.

Ich wünsche Euch allen ein gesegnetes neues Jahr. Ein Jahr, welches mit der Vergebung Jesu beginnt. Ein Jahr, welches von Vergebung durchdrungen ist. Und ein Jahr, welches mit eben dieser Vergebung wieder zu Ende geht. Gott sei Dank müssen wir niemals denken, dass unsere Sünde mächtiger geworden wäre als die Gnade. Das Gegenteil ist der Fall: Egal, was wir getan haben oder noch tun werden:

Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden.

Und der Friede Gottes, der höher ist, als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

  1. https://biblehub.com/greek/5005.htm