Jesus lebt!

St. Petrigemeinde ZwickauPredigten

Ostern, St. Petri 2021

Liebe Freunde in Christus!

Erinnert ihr Euch noch an das Osterfest vor einem Jahr? Für die allermeisten unter uns war es wohl das seltsamste Ostern des bisherigen Lebens. Ein Virus hielt die Welt in Atem. Wir befanden uns mitten im Lockdown. Ein Wort, das wir zuvor nicht kannten. Menschen horteten Toilettenpapier, Nudeln, Reis und Konservendosen. Mancher Supermarkt vermittelte den Eindruck, die Zombie-Apokalypse sei ausgebrochen. Und Gottesdienste vor Ort waren nicht erlaubt. Vor leeren Kirchenbänken hielt ich die Osterpredigt. Nur Frank war hier, der die Kameras bediente. Aber die Technik machte es möglich: Viele von euch steuerten etwas zum Gottesdienst bei, der dann im Internet abrufbar war. Trotz aller räumlichen Trennung, eine schöne Erfahrung der Gemeinschaft.

Und vergangenes Jahr um diese Zeit hatten wir sicher alle gehofft, dass das Virus ein Osterfest später nur noch eine blasse Erinnerung darstellen würde. Aber diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt: Damals – vor einem Jahr – änderten sich viele alltägliche und sicher geglaubte Dinge von einem Moment auf den nächsten. Vieles davon begleitet uns bis zum heutigen Tag: Geschlossene Theater, Museen und Konzerthäuser. Der Besuch von Angehörigen in Pflegeheimen oder Krankenhäusern ist nach wie vor nicht einfach. Kaum professioneller Sport – zumindest nicht in gut gefüllten Stadien und Arenen. Geplante Veranstaltungen werden abgesagt – immer noch. Vor einem Jahr veränderte sich vieles im Handumdrehen. Aber zu alter Normalität konnten wir auch 365 Tage später nicht zurückkehren.

Meine Frage an euch ist daher die Folgende: Wie geht es euch damit? Viele Emotionen mögen damit verbunden sein: Vor einem Jahr war alles neu und vielleicht sogar ein kleines bisschen aufregend. Aber mittlerweile hat sich wohl vor allem eins eingestellt: Müdigkeit. Vor einem Jahr mögen die Kinder sich noch gefreut haben, ein paar Wochen mehr nicht in die Schule zu müssen. Heute – nach fast einem Jahr Homeschooling – ist es vor allem Frust, der sich einstellt. Und der Wunsch wird immer größer, Freunde und Schulkameraden um sich haben.

Eine Emotion mag geblieben sein: die Angst. Vor einem Jahr war es die Angst vor einem noch unbekannten Virus, die uns am meisten bewegte. Mittlerweile mögen andere Ängste hinzugekommen sein, ja, vielleicht sogar im Vordergrund stehen. Für Ladenbesitzer und Geschäftsinhaber stellt sich mehr und mehr die Frage, ob sie die langen Schließungen werden überstehen können und ob die staatlichen Hilfen ausreichen. Allgemein kann man es mit der Angst zu tun bekommen, sieht man auf die Zukunft unseres Landes. Wie viel Schaden ist an Kultur und Gastronomie entstanden? Mit wie viel Einsamkeit haben Menschen zu kämpfen? So viel Zeit für sich und mit sich selbst allein: Das hat bei so manchem zu psychischen Problemen geführt. Und für Patienten mit Depression oder anderen Schwierigkeiten ist es ganz sicher eine sehr angstbeladene Zeit, in der wir gerade leben. Lehrer, Eltern und Schüler fragen sich, was die Zukunft bringen wird. Wird mein Abitur gleichwertig anerkannt? Kann der versäumte Stoff nachgeholt werden? Wird es eine Generation „Corona“ geben, die nicht dieselbe Bildung genießen konnte, wie andere vor ihnen? Und dann körperliche Ängste: „Ich habe Angst, andere anzustecken“, so habe ich manche sagen hören. Aber auch die Angst vor Langzeitfolgen, die das Virus bei nicht wenigen Menschen hinterlässt, kann einen in Gedanken umtreiben.

Und über geistliche Ängste haben wir noch gar nicht gesprochen: Gott zu vertrauen, dass alles zum Besten dient, was um uns herum geschieht, war noch nie einfach. Und nun sind die Umstände, unter denen öffentliches und privates Leben ablaufen, ein ums andere Mal verlängert worden. Ein Ende ist noch immer nicht in Sicht. Und unseren Nächsten zu lieben wie uns selbst? Wenn man die ganze Zeit mit der Familie unter einem Dach verbringen muss?Zusätzlich erschwert durch Schule zuhause? Das ist ganz sicher nicht einfach. Allen Geboten Gottes zu gehorchen – wie soll das möglich sein? Wenn mich Einsamkeit umtreibt? Wenn die Regierung doch so viele Fehler macht? Oder Gefühle wie ausgelaugt sein oder Frustration mich überkommen? All das ist nicht einfach. Vergangenes Jahr um diese Zeit hatten wir sicher alle gehofft, dass das Virus ein Osterfest später keine Rolle mehr spielen würde. Aber nun sitzen wir hier – zwar versammelt in der Kirche – aber die Umstände sind dennoch schwierig geblieben.

Und doch, meine Lieben, Ostern bleibt immer Ostern – egal, unter welchen Umständen wir es auch feiern mögen. Und eine Sache kann dieses Fest am allerbesten vertreiben: die Angst. Es ist sogar so, dass im Bericht über Jesu Auferstehung, welchen wir heute näher betrachten werden, das häufigste Wort, welches insgesamt fünfmal auftaucht, die „Angst“ bzw. die „Furcht“ ist. Und die Antwort – die Lösung – die Gott erst über die Lippen eines Engels und dann über die Lippen von Jesus selbst kommen lässt, ist schlicht diese: „Habe keine Angst. Fürchte dich nicht.“

Unser Predigttext stammt heute Morgen aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 28, und wir beginnen bei Vers 1. Dort heißt es:

Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.

Mich hat an diesem Abschnitt vor allem eine Sache verwundert: Das 28. Kapitel ist das letzte des Matthäusevangeliums. 27 Kapitel lang hatte uns Matthäus von Jesus erzählt. Über seine Geburt, seine Lehren, sein Leben, sein Leiden, sein Sterben und sein Begräbnis. Und nach all dem kommt Matthäus zum Höhepunkt.o Aber worüber redet er auf den letzten Seiten seines Evangeliums am allermeisten? Er scheint mehr über die Römer zu schreiben als über Jesus selbst. Gerade hatten wir von den römischen Wachen in unserem Text gehört. Aber schon das Ende des 27. Kapitels drehte sich um die römischen Wachen. Ah, und im Abschnitt nach dem Auferstehungsbericht geht es um die römischen Wachen. Hätte Matthäus seinen Fokus nicht viel mehr auf Jesus anstelle auf römische Soldaten legen sollen? Aber der Heilige Geist macht keine Fehler.

Die ersten Leser unseres Textes waren schließlich keine Deutschen des 21. Jahrhunderts, sondern jüdische Menschen des 1. Jahrhunderts. Und wovor hatten diese Menschen am meisten Angst? Nicht vor einem Virus oder vor finanziellen Einbußen oder hinsichtlich der Schulbildung ihrer Kinder. Nein, es waren die Römer. Schon zu Karfreitag hatten wir davon gehört, mit welchen Mitteln die römische Staatsgewalt versuchte, ihre Untertanen in Angst und Schrecken zu versetzen. Und so ist es kein Wunder, dass eine der größten Ängste für die Menschen der damaligen Zeit ebenjene Römer waren.

Noch mehr galt das für die kleine christliche Kirche, die es damals gab: Es war der römische Statthalter Pontius Pilatus, der die Erlaubnis gab, Jesus zu kreuzigen. Es waren brutale römische Wachen, die Nägel nahmen und durch Jesu Fleisch schlugen. Es war die Verbindung zwischen römischer Staatsmacht und einer korrupten Kirche, die die größte Ungerechtigkeit der Menschheitsgeschichte hervorgebracht hatte. Und diese winzige kleine christliche Kirche hatte nicht den Hauch einer Chance gegen all das. Am allerersten Ostermorgen war es daher so, dass sich die Jünger hinter verschlossen Türen aufhielten – nicht aus Angst vor eine Pandemie, sondern wegen der Römer.

Wie muss auf diesem Hintergrund unser Abschnitt auf die ersten Leser gewirkt haben! Matthäus berichtet, dass die römischen Wachen „erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot“. Römische Wachen! Schwer bewaffnet. Das SEK des 1. Jahrhunderts. Sie erschraken aus Furcht… vor ihm! Und wer ist dieser „ihm“? Nicht Jesus. Es war nicht der verherrlichte auferstandene Sohn Gottes, der ihnen Angst einflößte. Es war ein Engel. Nicht die gesamten himmlischen Heerscharen. Nein, nur ein Engel genügte und die Weltmacht der damaligen Zeit erschrak aus Furcht.

Und das ist eine der guten Nachrichten des Osterfestes – auch für uns! Denkt für einen Moment an eure größte Angst im Leben. Ich weiß, dass es nicht die Römer sind. Also: Was ist es? Dass die Pandemie niemals endet? Dass ihr den Ansprüchen anderer nicht genügt? Dass unsere Kinder später Probleme haben werden? Einsamkeit? Angst vor Jobverlust oder finanziellen Schwierigkeiten? Andere anzustecken? Mit Langzeitfolgen zu kämpfen zu haben? Oder geistliche Fragen, die nichts mit dem Virus zu tun haben? Was Matthäus uns heute am Ostermorgen ins Herz schreiben will: Unsere Angst – unabhängig von ihrer Größe – ist Nichts im Vergleich zu unserem auferstandenen Herrn. Nein, streicht das: Unsere Angst ist nichts gegen die Engel des auferstandenen Herrn. Nein, streicht auch das: Unsere Angst, egal wie große sie sein mag, ist nichts gegen einen Engel des auferstandenen Herrn. Gliche all unsere Angst einem bewaffneten Wächter an unseren Herzen und nur ein Engel tauchte auf, dann würde dieser Wächter vor Angst zitternd davonlaufen. Matthäus weiß genau, was er hier tut: Neben einem verherrlichten und auferstandenen Herrn sind unsere Ängste nichts. Schon einer seiner Engel ist imstande, sie in die Flucht zu schlagen. Halten wir also als Erstes das Folgende fest: Fürchtet euch nicht, denn Jesus ist hier.

Aber das ist noch nicht alles: Die Wächter zitterten vor Angst und machten sich auf den Weg zurück zu ihren Vorgesetzten.Dann betraten die Frauen das Grab und dort begegneten sie ebenfalls dem Engel. In unserem Text heißt es weiter:

Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.

„Fürchtet euch nicht“, sagte der Engel, „denn Jesus ist nicht hier, nicht länger im Grab. Kommt her, seht den Ort, an dem er gelegen hat. Ihr sucht doch ihn, den Gekreuzigten! Er ist nicht tot. Jesus lebt und ließ das Grab leer zurück!“ Und das, meine Lieben, sind wirklich gute Nachrichten: Fürchtet euch nicht, denn Jesus ist nicht hier! Er ist nicht in der Vergangenheit begraben. Sondern er ist hier in der Gegenwart. Unser Herr Jesus ist lebendig.

Und wenn Jesus das ist, wonach wir suchen, brauchen wir keine Angst zu haben. Suchen wir dagegen nicht nach Jesus, sondern nach einem einfachen Leben, nach einem bequemen Leben, nach einem glücklichen, gesunden und wohlhabenden Leben, dann sollten wir tatsächlich Angst haben. Denn alles kann uns jederzeit weggenommen werden. Über die Dinge dieses Leben haben wir absolut keine Kontrolle. Alles kann uns zwischen den Fingern zerrinnen wie Staub – von einem Moment auf den nächsten. Das letzte Jahr mit dem Virus hat uns das noch einmal lebendig vor Augen geführt.

Aber Jesus bietet uns mehr als die kurzfristigen Höhepunkte eines kurzfristigen Lebens. Mehr als eine Hoffnung auf Besserung in einer gefallenen Welt. Jesus will uns keine irdischen Frieden schenken. Sondern solchen, der höher ist als alle Vernunft. Er will uns nicht die vergängliche Freude schenken, weil die Maßnahmen aufgehoben werden. Sondern unantastbare Freude, die selbst dann Bestand hat, wenn die Maßnahmen noch eine Zeit bleiben. Ja, auch dann, wenn irdische Reiche zerbrechen.

Und das gilt jedem unter uns. Was ich über die Jahre als Pastor gelernt habe, ist, dass viele Menschen Angst haben wegen dem, was sie getan haben. Manche kommen nicht zur Kirche und das nicht nur aus Vorsicht wegen des Virus. Sie kommen nicht, weil sie meinen, sie würden nicht hierher gehören. Ihr Leben weist einfach zu viele Brüche auf. Es ist nicht so heilig, nicht so gut, wie sie denken, dass es sein müsste. Andere wiederum kommen an einen Ort wie diesen und fühlen sich dennoch ganz ähnlich. Manche unter uns haben wirklich zarte Gewissen und es bedarf nur eines Satzes, eines Gedankens, den man sagte oder dachte und man fühlt sich so, als könne einem nicht vergeben werden. Man denkt an all das zurück, was man tat – und es macht einem Angst. Man denkt an die eine Sünde, die man schon hunderte Mal bereut hat. Und dann geschieht es wieder. Für uns Menschen liegt der Gedanke, dass die Vergebung ein Verfallsdatum haben könnte, sehr nahe. Und wieder andere haben sich eine Fassade aufgebaut, wenn sie hierherkommen. Aber sie tragen ein Geheimnis mit sicher herum. Probleme in der Familie. Probleme in der Ehe. Probleme mit sich selbst. Und so wird es schwer für uns, keine Angst zu haben, sich nicht zu fürchten und in ungetrübter Freude zu leben, weil wir gewiss sind, zwischen Gott und uns ist alles in Ordnung.

Doch die Ereignisse rund um das erste Ostern wollen uns helfen. Denn Maria von Magdala war da. Der Engel sagte zu den Frauen – zu Maria von Magdala – und den anderen: „Fürchte dich nicht!“ Und das, meine Lieben, ist ein tröstliches Detail unseres Textes. Denn was tat Maria vor dem Ostermorgen? Am Freitag stand sie unter Jesu Kreuz. Und was tat sie zuvor? Sie folgte Jesus nach und unterstütze seine Arbeit. Und was tat sie davor? Das Lukasevangelium berichtet, dass sie von sieben Dämonen besessen war. Sieben! Dämonen! Besessen! Könnt ihr euch vorstellen, mit Maria ein Gespräch zu führen und ihr zu sagen, dass eure Lebensgeschichte zu verworren, eure Sünden der Gegenwart zu groß und eure Vergangenheit zu dunkel sei, als dass Gott euch lieben könnte? Habt ihr sie vor eurem inneren Auge, wie sie dasteht – die Arme verschränkt – und versucht mitfühlend zu sein? „Du hast also dein Familienleben vermasselt? Nun, ich war von sieben Dämonen besessen! Oh, du lachst über unangebrachte Witze? Sieben Dämonen! Du trinkst zu viel, zürnst zu sehr und kannst nicht vergeben? Sieben Dämonen!“

Meine Lieben, hört die Osterbotschaft: Die Frau mit der dunkelsten Vergangenheit war diejenige, die Jesus am Ostermorgen am nächsten war. Die Erste, die die gute Nachricht hörte „Jesus ist nicht hier, er lebt“ ist gleichzeitig die letzte Person, von der man erwarten würde, dass sie ein Teil von Gottes Familie ist. Die Geschichte von Maria ist schlicht erstaunlich. Denn an ihr sehen wir, dass Jesu Liebe keinen Boden kennt. Sie gilt Menschen, die zerbrochen, missbraucht, besessen oder verloren sind. An Maria sehen wir, dass die Gnade jedem Einzelnen gilt, wer es sei und was auch immer er getan hat. Jesu Arme am Kreuz waren ausgestreckt für sie, für euch, für mich. Und Jesus ist auferstanden für sie, für euch, für mich. Meine Lieben, das ist das Einzige, was unsere Ängste und Sorgen schrumpfen lässt. Sie können nicht bestehen vor der Liebe, mit der Jesus uns liebt. All unsere Unwürdigkeit beginnt zu verschwinden, weil Jesus so gut ist. Fürchtet euch nicht, sagte der Engel zu Maria. Jesus ist nicht hier. Er ist auferstanden. Er lebt. Er ist bei dir. Und das gilt auch uns!

Das bringt uns zum letzten Abschnitt, den wir aus Matthäus 28 heute Morgen betrachten wollen. Der Jünger Jesu schreibt:

Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.

Ich mag diesen Teil besonders. Noch mit Furcht beladen, nun aber in großer Freude, liefen die Frauen in Richtung der Jünger. Da plötzlich tauchte Jesus höchstpersönlich auf! Aber erinnert ihr euch, was der Engel zuvor gesagt hatte? Er sagte:

Und siehe, Jesus wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen.

Erst in Galiläa sollten die Frauen Jesus erneut begegnen. Aber unser Heiland liebte es scheinbar, zeitiger zu kommen als eigentlich gedacht. Und warum? Weil er den Frauen persönlich dieselbe Nachricht wie der Engel bringen wollte: „Fürchtet euch nicht! Denn ich bin da!“ Er wollte ihnen damit auch die letzte Furcht nehmen.

Meine Lieben, Maria und die anderen Frauen waren wegen der Auferstehung ihres Herrn von großer Freude erfüllt. Ihre Freude hing nicht daran, ob sie in der Kirche singen durften oder nicht. Sie hing auch nicht daran, ob ihre Kinder in die Schule gehen konnten oder nicht. Sie hing auch nicht davon ab, ob man sich an Ostern zu einem großen Familienessen versammeln kann oder nicht. Sie hing überhaupt nicht von den vergänglichen Dingen einer vergänglichen Welt ab. Nein, ihre große Freude war allein die: Der Herr ist auferstanden. Der Herr ist hier.

Das war das erste Ostern – nicht die durch 2000 Jahre kirchliche Tradition aufpolierte Version: Männer, die hinter verschlossenen Türen verharrten. Frauen, die meinten, alle Hoffnung sei verloren. Bis sie das große Wunder erkannten: Jesus ist auferstanden. Jesus ist hier.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen uns Sinne in Christus Jesus. Amen.