Lass die Toten ihre Toten begraben

St. Petrigemeinde ZwickauPredigten

Reminiszere, St. Petri 2021

Liebe Freunde in Christus!

Unseren heutigen Predigttext könnte man als die kleine oder (von mir aus) auch große Schwester der Passionsandacht von vergangenem Dienstag bezeichnen. In diesem Abschnitt werden wir Zeuge zweier kurzer Unterhaltungen, die Jesus einmal führte. Aber anders als der reiche Jüngling, von dem wir am Dienstag hörten, waren diese beiden Gesprächspartner Jesu bereit, mit ihm zu gehen. Allerdings offenbarte er den Beiden in aller Ehrlichkeit, was es sie kosten würde, ihm nachzufolgen. Er benannte aber auch den großen Segen, der damit verbunden ist.

Unser Predigttext stammt aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 8, und wir beginnen bei Vers 18. Dort heißt es:

Als aber Jesus die Menge um sich sah, befahl er, hinüber ans andre Ufer zu fahren. Und es trat ein Schriftgelehrter herzu und sprach zu ihm: Meister, ich will dir folgen, wohin du gehst.

Sind diese Worte nicht wunderbar? Welche bessere Gelegenheit könnte es für Jesus geben, seine Kirche weiterzubauen, als diese? Denn schließlich war es ein Schriftgelehrter, der zu Jesus kam und sprach:

Meister, ich will dir folgen, wohin du gehst.

Die Schriftgelehrten waren die führenden Theologen zur Zeit Jesu. Heute würde man sie sich vielleicht als bärtige alte Männer vorstellen, deren liebster Platz der Schreibtisch ist, welcher in einem Studierzimmer voller ledergebundener Bücher steht. In jedem Fall waren die Schriftgelehrten schlaue Leute. Sie konnten einen beliebigen Vers aus dem Propheten Habakkuk aus dem Gedächtnis rezitieren. Und nun wollte einer von ihnen Jesus nachfolgen.

Er war schlau. Er war intelligent. Er hatte sein Leben geistlichen Dingen gewidmet. Und obwohl er selbst ein Lehrer war, nannte er Jesus seinen „Meister“. Und er verlangte nicht: „Jesus, folge du mir nach.“ Er sagte: „Meister, ich will dir folgen.“

Was die Sache noch besser macht: Er ist der einzige Schriftgelehrte, der etwas in dieser Richtung äußerte. Sucht man nach allen Stellen im Neuen Testament, an denen Schriftgelehrte eine Rolle spielen, zählt man insgesamt 63 Vorkommen. Nur an dieser Stelle lesen wir etwas Positives über jemanden aus dieser Gruppe. Einmal gab allerdings ein Schriftgelehrter zu, dass Jesus richtig geredet hatte hinsichtlich einer geistlichen Sache. Aber alle anderen 61mal – was tun da die Schriftgelehrten? Sie versuchen, Jesus Fallen zu stellen.

Sie planen, ihn aus dem Weg zu räumen. Ja, es sind namentlich die Schriftgelehrten gewesen, die dabei mitwirkten, Jesus ans Kreuz zu bringen. Alle von ihnen – außer der Schriftgelehrte aus unserem Text. Als alle anderen seiner Kollegen einen Schritt zurücktraten, die Arme verschränkten und Jesus mit kritischem Auge betrachteten, tat dieser Mann einen Schritt auf Jesus zu und wollte ihm gern nachfolgen. Er kehrte dafür der Anerkennung durch die anderen Schriftgelehrten den Rücken zu. Er brauchte es nicht mehr, von ihnen akzeptiert und bei ihnen beliebt zu sein. Deshalb konnte er sagen:

Meister, ich will dir folgen

Und als wäre das nicht gut genug, sagt er noch mehr:

Meister, ich will dir folgen, wohin du gehst.

Wohin auch immer du gehst! Ob nun nach Galiläa, Judäa oder ins verhasste Samaria: Ich will dir nachfolgen – wohin auch immer du gehst. Du bist der Meister. Du bist der Herr. Du übernimmst die Führung und ich folge dir einfach.

Meine Lieben, kann es besser zugehen mit einem Menschen? Was hätten wir diesem Mann geantwortet? Stellt euch vor, eine berühmte oder einflussreiche Persönlichkeit – jemand, von dem man es niemals erwartet hätte – kommt in unsere Kirche und sagt: „Erzählt mir von Jesus, denn ich bin dabei! Ich will ihm folgen, egal wohin!“ Stellt euch vor, ein Milliardär kommt zu uns und meint:

„Sagt mir, was zu tun ist. Was soll ich geben, um Jesus zu dienen? Ich will ihm folgen, egal wohin!“ Was würdet ihr einem solchen Menschen sagen? Wir würden vielleicht stauen: „Was für ein Glaube! Das ist ein Glaube, nach dem Gott sucht.“ Jesus allerdings sagt in unserem Abschnitt etwas ganz anderes. In unserem Text heißt es weiter:

Jesus sagt zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.

Mit diesen Worten legt Jesus dem Schriftgelehrten eine Frage vor: „Bist du dir sicher, dass du mir nachfolgen willst? Die Füchse ziehen sich zur Schlafenszeit in ihren kuscheligen und bequemen Bau zurück. Die Vögel unter dem Himmel werden in ihren Nestern schlummern – weit oben und fernab von Gefahr. Aber wo werde ich sein? Der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. Jesus würde die Nacht auf einem Boot verbringen – so lesen wir es im Fortgang von Matthäus 8. Kein weiches Kopfkissen. Keine Matratze. Kein heimeliges Zuhause. Nach einem anstrengenden Arbeitstag würde er ausgelaugt in den Schlaf fallen – auf einen feuchten Boot. Eine harte hölzernere Planke stellt sein Kopfkissen dar. Und er ist umgeben von 12 ebenfalls erschöpften und vermutlich nicht ganz so wohlriechenden Männern.

Jesus spricht mit diesem Schriftgelehrten in aller Offenheit und Ehrlichkeit. „Bist du dir sicher, dass du mir nachfolgen willst? Was, wenn es dich etwas kostet? Was, wenn du deine Bequemlichkeit aufgeben musst? Deine Sicherheit? Was, wenn es gefährlich wird? Was, wenn du dabei das Leben verlierst, welches du bisher kanntest und gewohnt warst?“

Jesus sagt auch uns das in aller Ehrlichkeit: Natürlich will er, dass jeder von uns mit ihm geht, ihm nachfolgt. Er will – um mit den Worten des Apostels Paulus zu sprechen – dass wir die Kampfbahn des Glaubens betreten und unser Rennen vollenden und siegen. Aber mit seinen Worten vertreibt Jesus jede romantische Vorstellung, die einem möglicherweise kommen könnte, denkt man daran, wie es ist, ihm nachzufolgen. Er will uns wissen lassen, dass das Leben als Christ nicht unbedingt dem Spaziergang durch einen schönen Park gleicht. Zuzeiten entspricht das Christentum eher dem Wandern durch bergiges Gelände. Denken wir an Israel und seine geografischen Höhenunterschiede. Das Gebirge Judäa, Jerusalem selbst lag auf einem Berg. Der Aufstieg kann bisweilen beschwerlicher sein, als man das erwartet hätte.

Was genau will Jesus uns also in unserem Text heute sagen? Worin besteht der schwierige Teil, ein Christ zu sein und vor allem ein Christ zu bleiben? Wir wissen, dass wir kein Geld bezahlen müssen, um Christ zu sein. Rettung und ewiges Leben ist das freie Geschenk eines barmherzigen Gottes, erworben durch Jesu Kreuz und Auferstehung. Und wir wissen ebenso gut, dass wir Gott nicht mit unseren guten Werken das zurückbezahlen müssen, was er uns gegeben hat. Wir müssen nicht die Stufen erklimmen, die zu dem Berg führen, auf dem wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen können. Gott zu begegnen ist ebenso ein freies Geschenk – allein aus Gnaden. Wenn aber das nicht die Kosten sind, worin bestehen sie dann? Das erklärt Jesus in der zweiten Unterredung, die sich in unserem heutigen Text findet. Während offenbar der Schriftgelehrte noch über Jesu ernüchternde Worte nachdenkt, kommt ein anderer Mann zu Jesus. Ihm erklärt Jesus die Kosten des Christentums. In unserem Text heißt es weiter:

Ein anderer aber, einer seiner Jünger, sprach zu ihm: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe.

Der Mann, der zu Jesus kommt, wird als „Jünger“ bezeichnet. Im Griechischen ist ein „Jünger“ ein Schüler, ein Lernender. Dieser bezeichnet Jesus nicht nur als „Meister“, er nennt ihn „Herr“. Das bedeutet: „Jesus, du hast das letzte Wort.“ Und das Einzige, was dieser Jünger begehrt, ist hinzugehen und seinen Vater zu begraben, den er sicher liebte. Aber das ist nicht gut genug für Gott. Denn der Jünger benutzt ein Wort, welches Gott mehr kränkt als alle anderen. Es handelt sich um das Wort „zuvor“ – „zuerst“. Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Und so seltsam uns das im ersten Moment auch erscheinen mag: Jesus lässt das nicht zu. Im folgenden Vers hören wir seine Antwort:

Aber Jesus spricht zu ihm: Folge mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben!

Darf ich kurz etwas vom Pfad abkommen? Das ist eine schwer auszulegende Stelle – aus mindestens zwei Gründen. Erstens: Basierend auf Jesu Antwort, glauben viele Ausleger, dass der Vater dieses Jüngers im Augenblick des Gespräches noch nicht verstorben war. Vermutlich hatte er einen älteren – in die Jahre gekommenen – Vater. Der Jünger nun wollte sich Zeit nehmen, um sich um ihn zu kümmern, bevor er Jesus nachfolgt. „Jesus, gib mir ein paar Wochen, Monate oder vielleicht sogar Jahre – aber dann werde ich dir nachfolgen.“

Zweitens: Jesu Antwort ist ebenfalls verwirrend: Lass die Toten ihre Toten begraben! Es ist eigentlich logisch, dass tote Menschen wohl kaum andere tote Menschen begraben können. Was Jesus hier also zu sagen scheint ist das Folgende: „Lass diejenigen, die geistlich tot sind – die sich also nicht darum scheren, mir nachzufolgen – sich um die Prioritäten dieser Welt kümmern.“ Absolut sicher bin ich mir hinsichtlich dieser Auslegung nicht. Aber klar ist: Der Jünger meinte zu Jesus, dass er ihm nachfolgen will. Zuvor aber hatte er andere – in seinen Augen – wichtigere Dinge zu erledigen. Jesu Antwort streitet dagegen: Zuvor – zuerst – steht die Nachfolge. Und das ist letztlich auch die Zusammenfassung dessen, was Jesus in diesem Abschnitt lehrt: Die Nachfolge steht an erster Stelle. Die Kosten des Christentums ist das, was zuerst kommen muss. Das war es, was Jesus diese beiden Männer wissen lassen wollte.

Auch uns will er das wissen lassen. Vielleicht können wir uns das ein wenig an diesen Büchern verdeutlichen. Stellen wir uns vor, dass diese Bücher verschiedenen Bereiche unseres Lebens darstellen. Die Bibel steht für Jesus. Dann habe ich ein Buch, welches „Geistlich leiten“ heißt – es könnte also für unseren Beruf stehen. In diesem Buch geht es darum, wie man lernt zu lehren – es könnte also für unsere Bildung stehen. Und dieses Buch trägt den Namen „Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe“ – es könnte also für die Beziehungen in unserem Leben stehen und für unsere Familie und Kinder.

Die Heilige Schrift macht deutlich, dass Jesus für diese Dinge ist. Er will, dass wir die Schöpfung erkunden und uns bilden. An den Orten, an die er uns gestellt hat, sollen wir unsere Arbeit verrichten – als treue Leute. Und Kinder sind eine Gabe des Herrn und Leibesfrucht ist ein Geschenk. Was Jesus in unserem Text nun sagt, ist das Folgende: Wenn ihr wählen müsstet – was kommt zuvor, was zuerst? Wenn nicht genug Zeit, Kraft oder Energie für alles vorhanden ist – wo passt Jesus in diesen Bücherstapel? Ist er irgendwo in der Mitte? Steht er relativ weit oben, gibt es aber diese eine Sache, die wir zuvor tun müssen? Oder muss ich erst alle Verantwortlichkeiten des Lebens bewältigt haben? Und wenn dann noch etwas Zeit und Energie übrig ist, dann kann ich Jesus nachfolgen? In unseren Versen heute sagt Jesus, dass wir durchaus all diese Dinge in unserem Leben haben können. Aber Christen sind dazu berufen, zuerst nachzufolgen.

Was bedeutet das nun konkret? Denken wir an unsere Zeit. Gott – weil er ein wundervoller Gott ist – will Zeit mit uns verbringen. Er will durch sein Wort mit uns in Verbindung treten, durch den Gottesdienst oder die Bibellese zuhause. Er will unsere Stimme im Gebet hören und uns antworten durch Wort und Sakrament. Aber wie jede Beziehung kostet das Zeit. Und wir alle haben es erfahren: Es gibt nicht genug Zeit, um alles tun im Leben zu. Wenn wir Jesus nun sagen: „Ich will dir ja gern nachfolgen und in meinem Glauben wachsen.

Aber zuvor – zuvor muss ich erstmal meine Arbeit bewältigen; …zuvor ist erstmal Fußball – mit Wettkämpfen an jedem Wochenende. Aber dann Jesus! Aber dann!“ Was würde Jesus dazu sagen?

Lass die Toten ihre Toten begraben!

Zuerst steht die Nachfolge.

Oder denken wir an unsere Kraft und Energie. Jesus beruft uns dazu, Menschen zu lieben. Aber echte Menschen mit echten Persönlichkeiten, echten Makeln und echten Problemen zu lieben, kostet jede Menge Kraft und Energie. Die Versuchung besteht immer darin zu sagen: „Jesus, ich liebe einige Menschen. Aber weißt du, sie quetscht wirklich die letzte Energie aus mir. Diese Leute in der Kirche… im ‚echten‘ Leben würde man wohl nicht viel mit ihnen zu tun haben wollen. Und um ehrlich zu sein, ich will auch etwas davon haben. Wenn ich das nicht bekomme, suche ich mir eben andere Leute.“

Was würde Jesus sagen? „Andere Leute? Das ist nicht die Oberschule – das ist das Christentum. Folge mir zuerst nach.“ Zuerst nachfolgen? Das kann mit großen Kosten verbunden sein. Das kann unsere Prioritäten und unser Leben verändern. Und manchmal ist es schmerzhaft und gleicht dem Erklimmen eines Berges.

Aber eine Sache dürfen wir dabei nicht vergessen. Es heißt: Zuerst nachfolgen. Wir mögen vielleicht an dem Wort „zuerst“ hängen bleiben und darüber nachdenken, was das für unser Leben bedeutet. Übersehen wir aber dabei nicht das Wort „nachfolgen“. Als Jesus diesen beiden Männern sagte, dass sie ihm zuerst nachfolgen sollten, sagte er zu ihnen: „Folgt mir nach.“ Und er sagt dasselbe auch zu uns heute. Jesus ist Gott. Ihm geht es gut – auch ohne uns. Er ist nicht einsam und deprimiert ohne uns. Er fühlt sich nicht isoliert aufgrund von Kontaktbeschränkungen im Himmel. Er ist Gott und sich selbst genug in seiner ganzen Herrlichkeit. Aber was sagt er dennoch zu uns Menschen? Folge mir nach. Er will, dass wir mit ihm sind. Er will mit uns gehen – in jeder Situation unseres Lebens. Durch die anhaltenden Schwierigkeiten, die mit dem Virus verbunden sind. Durch die Belastungen einer Depression. Durch die schweren Jahre, die das Alter mit sich bringt. Durch die Sorgen und Ängste, die damit verbunden sein können, kümmert man sich um einen geliebten Menschen, der in Schwierigkeiten geraten ist. Er will sicherstellen, dass wir niemals alleine gehen – dass wir bei ihm sind. Wenn er sagt, folge mir nach, bedeutet das, dass er uns an die Hand nimmt und zu grünen Auen führt und zu frischem Wasser. Er will uns in die Gegenwart des Vaters führen, wo dessen Angesicht über uns leuchtet und er uns Frieden schenkt. Jesus will uns an die Quelle bodenloser Barmherzigkeit, Vergebung und Gnade führen. Ja, es mag uns unsere alten Prioritäten kosten. Aber was bekommen wir durch die Nachfolge? Jesus selbst.

Das erinnert mich an den Berg Arbel – einer Erhebung am Westufer des Sees Genezareth. In einer Reisebeschreibung kann man von einem Weg lesen, der auf diesen Berg führt und der – Zitat – „einen anspruchsvollen Aufstieg auf einer Pfadleiter einschließt“. Klingt – zumindest in meinen Ohren – nicht sonderlich verheißungsvoll. Aber dieser Weg ist gleichzeitig der Eingang zu einem der schönsten Nationalparks Israels. Ich kann es mir nur vorstellen: Aber der Aufstieg dorthin kostet vermutlich eine ganze Menge Energie und Zeit. Aber was man dafür geboten bekommt, muss atemberaubend sein. Malerische Aussichten säumen schon den Weg bis zum Gipfel. Aber hat man es erst einmal nach oben geschafft, bietet sich einem diese Aussicht:

Das ist der See Genezareth – also der Ort, an dem unser Heiland lebte, wirkte, lehrte, heilte, rettete und Sünden vergab. Diese Aussicht mag uns auch daran erinnern, wie es ist, ein Christ zu sein. Eines Tages werden wir das Ziel erreicht haben. Durch die Gnade Jesu werden wir volle Aussicht haben auf das Angesicht unseres himmlischen Vaters. Adäquate Worte kann es dafür wohl kaum geben.

Aber schon jetzt, wo wir noch in der Kampfbahn laufen, werden wir mit Pausen und schönen Aussichten gesegnet – so wie beim Aufstieg auf den Berg Arbel. Wir dürfen daran denken, wer wir sind: Kinder Gottes. Wir dürfen daran denken, was wir haben: Wegzehrung im Evangelium, in unserer Taufe und dem Abendmahl. Wir dürfen daran denken, was uns gehört: Vergebung aller Sünden. Gnade für unseren Stolz. Geduld für unsere Schwachheit. Einen Gott, der jeden Schritt des Weges mit uns läuft. Er braucht nichts von uns – und gibt uns doch alles. Er gab sich sogar selbst.

In einer seiner vielen Beispielgeschichten sagte Jesus einmal, dass das Himmelreich einem Mann gleicht, der einen Schatz im Acker findet. Von großer Freude erfüllt, gab er alles auf, was er besaß, um dieses Feld zu erwerben. Jesus ist dieser Mann. Er konzentrierte sich nicht darauf, was es ihn kosten würde, sondern er gab seine himmlische Herrlichkeit auf, um für alle unsere Sünden – für alle unsere falsch gesetzten Prioritäten – den Preis zu bezahlen. Er gab alles auf, um hier bei uns zu leben, wo der Menschensohn keinen Ort hatte, wo er sein Haupt hinlege. Mit seinen eigenen Füßen bestieg er die Berge Judäas, Galiläas und Jerusalems – und schließlich Golgatha. Das Kreuz kostet Jesus alles – sogar sein Leben. Und warum? Um den Willen seines Vaters an die erste Stelle zu setzen, so dass wir immer in dessen Sinn sind; …so dass wir den Schatz des ewigen Lebens haben und eine Freude, die niemals endet. Jesus spricht:

Folge mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben!

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen