Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken

St. Petrigemeinde ZwickauPredigten

Zweiter Sonntag nach Epiphanias, St. Petri 2021

Liebe Freunde in Christus!

Eine der auffälligsten Besonderheiten unserer Zeit ist ganz sicher die folgende: Wir haben zu einer überwältigenden Vielzahl an Worten Zugang. In unserem Land werden täglich knapp 330 Tageszeitungen verlegt. Allein im Jahr 2020 erschienen allein in Deutschland etwa 70.000 neue Bücher. Zudem können wir auf etwa 500 Fernsehsender zugreifen. Aber was die Dinge wirklich verändert hat, ist das Internet, und insbesondere die Tatsache, dass wir über unsere smarten Telefone 24 Stunden am Tag darauf Zugriff haben. Laut einer Studie verbringen die Deutschen im Durchschnitt 10 Stunden damit, mediale Inhalte vor Bildschirmen zu konsumieren – meistens auf dem Smartphone.

Aber es soll heute nicht so sehr um Bildschirmzeit gehen. Vielmehr wollen wir darüber nachdenken, welche Auswirkungen all die vielen Worte, die auf uns einströmen, auf unser Gedankenleben haben. Denn ihr habt vielleicht ähnliches beobachtet wie ich: Die Worte, die wir aufnehmen – ob sie nun aus dem Radio stammen, dem Fernseher, der Zeitung oder dem Internet – die Worte, die wir aufnehmen, bleiben niemals nur Worte. Vielmehr gleicht es einem Dominoeffekt. Die Worte, die wir hören, und die Dinge, die wir sehen, lösen Gedanken in uns aus. Und diese Gedanken beeinflussen die Art und Weise, wie wir handeln. Worte formen, wer wir als Mensch sind. Man könnte es folgendermaßen zusammenfassen: Worte werden Gedanken. Gedanken zu Handlungen. Und letzten Endes bestimmen Worte, wer wir sind.

Wir alle kennen die Redewendung: Aus den Augen, aus dem Sinn. Man sieht es nicht, also denkt man es auch nicht. Aber hat man es einmal gelesen, esehen oder gehört, dann setzt dieser Dominoeffekt ein, der vom Kopf über das Herz zu den Händen geht und bestimmt, welche Art Mensch wir letztlich sind. Ob es aggressive Worte sind, kritische oder ermutigende, gute oder schlechte, leere oder biblische Worte – Worte beeinflussen in entscheidender Weise, wer wir sind. Welche Worte lassen wir also zu? Welche nehmen wir auf? Denn Worte enden niemals damit, einfach nur Worte zu sein. Sie führen uns immer irgendwohin.

All das gilt auch für das Wort, welches Gott zu uns gesprochen hat. Nur gibt es bezüglich dieser Worte einen entscheidenden Unterschied. Während die Worte dieser Welt nicht immer unser Bestes wollen, ist das bei Gott ganz anders. Schließlich ist er derjenige, der uns schon geliebt hat, ehe wir überhaupt geboren waren. Seine Worte sollten uns daher erfüllen.

Jesaja, Kapitel 55, ist dafür eine gute Erinnerung. Das Kapitel stellt eine Ermutigung dar, das Wort Gottes reichlich unter uns wohnen zu lassen. In Jesaja 55 beginnt nämlich alles mit einer einzigen großen Einladung. Jesaja schreibt:

Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch! Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben. Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr leben! Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen, euch die beständigen Gnaden Davids zu geben. Siehe, ich habe ihn den Völkern zum Zeugen bestellt, zum Fürsten für sie und zum Gebieter. Siehe, du wirst Heiden rufen, die du nicht kennst, und Heiden, die dich nicht kennen, werden zu dir laufen um des HERRN willen, deines Gottes, und des Heiligen Israels, der dich herrlich gemacht hat.

Diese Worte gleichen den weit ausgebreiteten Armen eines Vaters, der auf das Wiederkommen seines verlorenen Kindes wartet. Der verlesene Abschnitt steckt voller Verben, die einladen und zu Gottes Wort rufen: Kommt her, kommt her, kommt her, hört doch, neigt eure Ohren, kommt her zu mir, höret… 5 Verse – 7 Einladungen: Ganz offensichtlich will Gott uns etwas mitteilen. Denn er weiß: Wir werden definitiv auf jemandes Worte hören. Und Gott, unser Vater, ist leidenschaftlich hinsichtlich der Tatsache, dass es vor allem seine Worte sind.

Deshalb redet Gott durch Jesaja – nach dieser siebenfachen Einladung – in Vers 6 die folgenden Worte:

Suchet den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist.

„Suchet“ – das Wort unterstellt eine Bewegung, eine Anstrengung, die man unternimmt. Stehe ich einfach nur da, suche ich nicht. Sitze ich herum und warte, bis Gott mir Wahrheiten ins Ohr flüstert, suche ich nicht. Suchen bedeutet eine Handlung. Gott sagt hier: „Ich will, dass du mir nachgehst. Ich will, dass du alles tust, um mich zu finden. Ich möchte, dass du mich anrufst, solange ich nahe bin.“

Das Wort „suchen“ erinnert mich an Harry Potter. Habt ihr die Bücher gelesen oder die Filme gesehen, wisst ihr, dass es im Harry-Potter-Universum ein Spiel gibt, welches Quidditch genannt wird. Es handelt sich dabei um eine Art Fußball, welches auf Besenstielen in der Luft gespielt wird. Aber wie auch immer: Das Spiel wird in der Regel durch einen Spieler gewonnen, der „Sucher“ genannt wird. Harry Potter war der Sucher für sein Team. Der Sucher hat im Grunde nur eine einzige Aufgabe: Er muss den goldenen Schnatz fangen. Denkt an einen goldenen Golfball mit kleinen Flügeln dran, der schnell wie ein Kolibri durch die Luft saust. Im Spiel ist es so: Kann der Sucher den goldenen Schnatz fangen, hat sein Team fast automatisch gewonnen. Ist man also der Sucher, was würde man tun? Sitzt man auf seinem Besenstiel und wartet, bis der goldenen Schnatz mal vorbeikommt? Nein, man geht ihm nach. Man unternimmt alle möglichen Anstrengungen, um ihn zu finden. Denn bekommt man ihn, gewinnt man auch.

Und das ist das, was auch Gott hier sagt: „Suchet den HERRN“. Geht Gott mit Zielstrebigkeit nach. Denn haben wir ihn, gehört uns der Sieg. Manche bekommen das Haus, andere die Beförderung, manche haben viel Geld auf dem Konto, andere jede Menge Freunde – und doch gewinnen sie nicht unbedingt. Aber hat man Gott, kann man mit dem Dasein als Single umgehen, ebenso wie mit der Ehe oder mit einer Scheidung. Hat man Gott, kann man die Höhen und Tiefen des Lebens ertragen. Hat man Gott, kann man arm oder reich sein. Man kann entlassen werden oder eine weltweite Pandemie durchleben – ist man Gott nahe, gewinnt man dennoch. Das ist der Grund für Gottes Einladung:

Suchet den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist.

Über eine Formulierung dieses Verses seid ihr vielleicht ebenso gestolpert wie ich:

Suchet den HERRN, solange er zu finden ist.

Ist es nicht etwas merkwürdig, dass Jesaja das so formuliert? Was meint er damit? „Solange er zu finden ist; solange er nahe ist“? Ist Gott nicht allgegenwärtig? Kann ich ihn daher nicht immer und überall finden? Ich denke, was Jesaja hier sagen will, ist das Folgende: Werden wir je eine bessere Gelegenheit haben, Gott zu finden, als jetzt und hier in diesem Moment?

Wenn wir ehrlich sind: Nachdem ich später das Amen gesprochen habe, werden wir diese Kirche verlassen und in unser Zuhause zurückkehren. Wird irgendwer in unserem Alltag uns dazu auffordern, Gott zu suchen? Wird uns der Kollege auf Arbeit daran erinnern? Wird uns der Mitarbeiter der Tankstelle fragen, ob wir den Namen Jesu anrufen – zum Heil unserer Seelen, wegen unseres Friedens und der Ewigkeit? Wird irgendwer mit uns über geistliche Dinge sprechen? Meine Vermutung: Das ist wohl eher selten der Fall. Aus den Augen, aus dem Sinn. Nach diesem Gottesdienst wird uns der Alltag einholen. Jesaja fragt: Bevor das geschieht, wirst du da Gott suchen? Arbeit kann schön sein; Freunde sind toll. Aber es gibt immer etwas besseres: nämlich Jesus. Und wie hat der Heiland einmal gesagt?

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles (was euer Herz begehrt) zufallen.

Aber Jesaja ist noch nicht fertig. Er will uns davon überzeugen, warum es das Beste ist, Gott und sein Wort zu suchen und zu finden. In unserem Text heißt es weiter:

Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

Warum Gott suchen? Warum sonntags in die Kirche kommen? Warum das Bibellesen zu einer täglichen Angewohnheit machen? Die einfache Antwort auf all diese Fragen lautet: Weil wir nicht so denken, wie Gott denkt. Das machen die gelesenen Verse deutlich: Es ist nicht so, dass Gottes Gedanken und menschliche Gedanken sich nur ein kleines bisschen voneinander unterscheiden würden.

sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

Meteorologen sagen uns, dass die durchschnittliche Wolke etwa 2 bis 3km über uns schwebt. Das bedeutet: Man mag die schlaueste Person in diesem Raum sein; man mag es gegoogelt haben; man mag seinen Doktor gemacht oder sein ganzes Leben geforscht haben; man kann Bücher-Wissen oder Bauern-Schläue haben – egal, wie hoch wir uns mit unseren Gedanken auch aufschwingen: Im Vergleich zu Gott bleiben unsere Gedanken immer niedrig, immer klein.

Was sagt uns Gott also hier? Er sagt: Verbringen wir die kommende Woche ohne sein Wort, ist alles, was wir haben, menschliche Gedanken. Ist man einfach zuhause und betet zu Gott, dann ist alles, was man betet, menschliche Gedanken. Trifft man sich mit Freunden und spricht über die eigenen Erfahrungen, ist alles, was man teilt, menschliche Gedanken. Aber Gott sagt:

meine Gedanken sind nicht eure Gedanken

Ohne Gottes Gedanken haben wir nur unsere Gedanken. Hält man sich von der Kirche fern, beschäftigt man sich nicht mit der Bibel, werden zweifelsohne tausende Gedanken unsere Köpfe füllen. Aber diese werden weit von der Art und Weise entfernt sein, wie Gott denkt.

Das kann Auswirkungen in zweierlei Richtung haben: Zum einen werden unsere Gedanken niedriger sein als Gottes Gesetz. Und zum anderen werden unsere Gedanken niedriger als Gottes Liebe sein.

Erstens: Gottes Gesetz. Ohne die Bibel werden wir uns langsam aber sicher davon entfernen, wie Gott will, dass wir leben. Jede Kultur ist anderes. Aber in jeder Kultur geschieht es: Wenn Gott uns nicht läutert und unsere Gewissen schärft, werden uns Dinge normal und natürlich erscheinen, die es für Gott nicht sind.

Ich musste an unsere Kultur im Jahr 2022 in Deutschland denken. So viele Menschen – auch Christen – benutzen den Namen Gottes, als wäre er nichts. „Gott“! Der Name, der über allen Namen steht. Der Namen, an den wir uns wenden, sehnen wir uns nach Hoffnung und Trost. Der Name Jesus, der Rettung und Heil verspricht. Und wie gebrauchen wir den Namen Gottes in unserer Kultur? „Oh mein Gott, ist es kalt draußen!“ „Oh mein Gott, ich liebe dein Kleid.“ „Herrjemine, was soll das noch werden!“ Diese Formulierungen sind so normal und natürlich für uns geworden. Wir sind nicht schockiert, wenn ein Kind „Oh mein Gott“ ruft. Uns überrascht es nicht, solche Aussprüche von Erwachsenen zu hören. Das ist eben das, was wir sagen. Und hey, es ist immerhin kein Mord oder Diebstahl. So denken wir! Aber Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken. Im zweiten Gebot steht daher das Folgende: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz gebrauchen. Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“ Aber an eben diesen Missbrauch haben wir uns erschreckend leicht gewöhnt.

Und so ist es immer: Schlagen wir die Bibel nicht auf, wird diese Kultur unsere Gewissen abstumpfen lassen. Wir werden denken, dass wir einigermaßen gut und gottesfürchtig sind. Nur stehen wir eines Tages vor Gott. Und die Frage ist, was er über uns denken wird. „Ich kenne dich nicht“ – diese Worte aus Gottes Mund wären schrecklich.

Meine Lieben, es geschieht auf tausende Arten. Gott will nicht, dass es uns einmal so ergeht. Zur Zeit des Propheten Jesajas gab es eine ganze Menge sehr religiöser Leute. Leute, die meinten, Gott nahe zu sein. Aber der Herr musste ihnen unter anderem Jesaja schicken, der ihnen ausrichtete: Ihr seid nicht einmal nahe dran. In Jesaja 1 stellte Gott fest, dass ihn die Gottesdienste Israels anwiderten. Weder wollte er ihr Geld, noch ihre Gebete oder Opfer. Er wollte, dass sie seinem Gesetz folgten. Aber was taten die Leute damals? Sie trampelten auf den Armen herum. Jeder war nur auf seinen Vorteil bedacht. Die Gerechtigkeit wurde mit Füßen getreten. Dennoch meinten die Leute, sie seien gottesfürchtig. Wie die Menschen damals, so brauchen auch wir, das Buch – die Bibel – Gottes Worte, um zu wissen, was richtig und falsch, gut und schlecht ist. Denn ohne Gott werden wir immer danebenliegen. Um unserer Seele willen, öffnen wir also immer wieder Gottes Wort. Denn Gottes Gedanken über das Gesetz sind so viel höher als unsere Gedanken.

Zweitens: Wenn wir in Gottes Wort lesen, verpassen wir nicht seine hohen Gedanken über seine Liebe zu uns. Hören wir noch einmal auf Vers 7 unseres Textes:

Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung.

Denn bei ihm ist viel Vergebung! Frei und umsonst will Gott unsere Sünden vergeben. Wir müssen dafür nicht bezahlen, nichts leisten. Wir müssen uns die Vergebung nicht erarbeiten und auch nicht verdienen. Gott sagt einfach: Ich vergebe dir. Wir mögen antworten: Aber ich habe so oft gesündigt. Und Gott stellt seine Gedanken, seine Wort, entgegen: Bei mir ist viel Vergebung.

Und wem gilt diese Vergebung? „Den Gottlosen“, so sagt es unser Text! Den Ungerechten! Das ist der unmenschlichste Gedanke jemals! Gott zeigt seine Barmherzigkeit den Gottlosen, den Schlimmsten der Schlimmen, den schwarzen Schafen und den verlorenen Söhnen und Töchtern. Gott sagt zu allen: Kommt zu mir und ich vergebe euch alles. Die Sucht, den Alkohol, den Zorn, die Ungerechtigkeit, den Neid, den Stolz. Alles! Die verkorkste Ehe, die zerrüttete Familie, den Missbrauch, den du begangen oder ertragen hast. Gott verspricht: Ich reinige euch von dem allem!

Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung.

Wer anderes als Gott sagt uns so etwas? Wer kann es sagen? Freunde mögen uns mitteilen, nachdem wir etwas versemmelt haben, dass schon alles gut werden wird. Aber nur Gott sagt uns, dass er sich erbarmt und viel Vergebung bei ihm ist.

Und darum ist Jesus der höchste Gedanke überhaupt. Denkt kurz mit mir darüber nach: Ein Gott, der zu uns auf die Erde kommt! Ein Gott, der eigentlich im Himmel lebte, und doch mitten unter uns erschienen ist. Welcher Mensch hätte das gedacht? Und dieser Gott, mitten unter uns, sitzt nicht auf einem Thron und lässt sich von Trägern durch die Gegend kutschieren und die Füße von den Niedrigsten unter uns waschen. Er selbst machte sich krumm und wusch die Füße seiner Jünger. Wer hätte das gedacht? Ein Gott, der alles weiß, was wir jemals falsch gemacht haben – aber statt dass er Feuer und Schwefel vom Himmel regnen lässt, welches uns tötet, ist er an ein Kreuz gegangen, um sich töten zu lassen – für uns. Wer hätte das gedacht? Ein Gott, der vom Himmel zu uns kommt: Und mit wem verbringt er Zeit? Mit Zolleinnehmern, mit Prostituierten, mit einer Frau, die gerade beim Ehebruch erwischt wurde, mit einem Zweifler namens Thomas, mit einem gierigen Mann Namens Matthäus. Notorische Sünder? Jesus aß mit ihnen zu Tisch. Er lud sie ein. Er liebte sie. Wer hätte das gedacht? Ein Gott, der am Ende unseres schlimmsten Tages nicht mit einer weiteren To-Do-Liste um die Ecke kommt, sondern mit den Verheißungen von dem, was er längst für uns getan hat. Wer hätte das gedacht?

Ich weiß nicht, wie euch geht: Aber für mich vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht meine Sünde erkennen muss, in die ich wieder und wieder falle, obwohl ich es besser weiß. Aber am Ende eines jeden Tages, bevor mich meine eigenen menschlichen Gedanken überwältigen, denke ich: Aber Gott hat Erbarmen. Gott ist die Liebe. Meine Sünden sind zahlreich, aber seine Gnade ist so viel größer. Seit 17 Jahren hat Gott mich mit der Verbindung zu seinem Wort gesegnet. Es hat mich nicht immer zu einer besseren Person gemacht – Aber es hat mich zu einem Menschen gemacht, dem vergeben ist; der gerettet und erlöst ist.

Meine Lieben! In der kommenden Woche werden wir vielleicht 10 Stunden am Tag vor Bildschirmen verbringen. Jede Menge Informationen und Worte strömen auf uns ein. Worte, die nicht immer gut für uns sind. Hören wir daher immer wieder auf die Worte Gottes, die voller bedingungsloser Liebe zu uns sind. Menschliche Worte können uns ängstigen, beschämen oder auch inspirieren. Aber Gottes Wort allein kann uns retten und uns Vergebung zusprechen.

Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, 11so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.