Sammeln & Senden

St. Petrigemeinde ZwickauPredigten

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Liebe Freunde in Christus!

Wie viel wärt ihr bereit, für ein Begleitticket in den Himmel zu bezahlen? Ich weiß, Gott verkauft solche Tickets nicht. Aber stellt euch vor, es gäbe eine zusätzliche Eintrittskarte in den Himmel für eine Person eurer Wahl, die ihr kennt und die ihr liebt – ein Begleitticket in den Himmel.

Wie viel wärt ihr bereit, dafür zu bezahlen? Diese Eintrittskarte würde garantieren, dass euer Sohn oder eure Tochter an Jesus glaubt und für alle Ewigkeit bei ihm ist. Das Herz eures Patenkindes, eurer Schwester oder eines Freundes nähme eine 180-Grad-Wendung. Euer Vater oder eure Großmutter vertraut plötzlich auf den Heiland. Wer auch immer es sein mag, diese Eintrittskarte würde garantieren, dass das Herz einer Person, die ihr liebt, verändert wird und derjenige an Jesus glaubt. Wie viel wärt ihr bereit, dafür zu bezahlen?

Ich vermute, viele von uns würden jede erdenkliche Summe dafür hergeben. Wenn zugesichert wäre, dass das Herz eines geliebten Menschen für immer verändert ist, dann ist uns das wohl mehr als 50 oder 100 Euro wert. Es wäre unbezahlbar. Denken wir nur an den Apostel Paulus, der einmal hinsichtlich seines Volkes, den Israeliten, schrieb:

Ich selber wünschte, verflucht und von Christus getrennt zu sein für meine Brüder, die meine Stammverwandten sind nach dem Fleisch

Paulus hätte alles hergegeben, – sogar seine eigene Seligkeit – damit andere Seelen gerettet werden.

Wenn ihr gerade dieses Video seht und derzeit noch nicht an Jesus glaubt, dann sollte ich wohl besser zu euch reden, anstelle so unbeholfen über euch. Uns Christen ist eure Verbindung zu Jesus sehr wichtig. Wir mögen manchmal zögerlich oder peinlich berührt sein, über unseren Glauben zu reden. Aber letztlich wünschen wir uns, dass alle Menschen Jesus vertrauen.

Denn wir glauben, dass sich in eurem Herzen eine tiefe Sehnsucht findet. Es ist dieselbe Sehnsucht, die auch wir in unserem Herzen haben. Die Sehnsucht geliebt zu werden zum Beispiel. Und zwar nicht nur hier und da, sondern ewig – in guten wie in schlechten Zeiten. Und niemand kann diese Sehnsucht voll und ganz und jederzeit erfüllen – außer Jesus. Oder die Sehnsucht, dass das eigene Leben Sinn und Bedeutung hat – und zwar ganz unabhängig davon, wie schlau man ist, welche Schule man besucht oder welchen Beruf man ausübt. Und nur Jesus kann eine Ewigkeit lang versprechen, dass unser Leben wirklich einen Sinn ergibt. So wie wir Christen, habt auch ihr Dinge gesagt oder getan, die nicht der Liebe entsprechen; Dinge, die Gott nicht gefallen können. Und wir wollen nicht, dass ihr eines Tages vor Gott steht und versuchen müsst, all das zu erklären, klein zu reden oder zu entschuldigen. Stattdessen wollen wir, dass ihr Jesus habt, der vergibt, von Sünden reinigt und rettet. Deswegen wünschen wir uns, dass alle Menschen Jesus vertrauen.

Für uns Christen gibt es dabei aber eine wichtige Sache, an die uns Jesus heute erinnern will. Im Johannesevangelium, Kapitel 17, redet er mit seinem himmlischen Vater in jener Nacht, bevor er am Kreuz starb. Seine Worte werden auch das hohepriesterliche Gebet genannt. Und in einem Abschnitt dieses sehr langen Gebetes spricht Jesus das Thema an, Menschen von der Liebe Gottes zu erzählen. Er sagt dabei aber etwas, dass wir bisher vielleicht übersehen oder worüber wir noch nie nachgedacht haben.

Aber hören wir Jesus selbst. Unser Predigttext stammt heute aus dem Johannesevangelium, Kapitel 17, und wir beginnen bei Vers 20. Jesus betet dort:

Ich bitte aber nicht allein für sie, – also nicht nur für seine 12 Apostel, die in jener Nacht mit Jesus das erste Abendmahl gefeiert haben – sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, – Das beinhaltet uns. Jesus bittet hier für alle zukünftigen Christen; und worum bittet er? – damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

Auf den ersten Blick mögen Jesu Worte etwas verwirren. Aber die Hauptaussage von Jesu Gebet findet sich am Ende seiner Worte: „damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“ – Die Welt: Also unser Nachbar oder Freund, unsere Kinder oder Eltern. Jesus will, dass alle glauben, dass er der Christus ist – nicht nur irgendein Mann, ein guter Lehrer oder ein interessanter Philosoph. Er möchte, dass die ganze Welt glaubt, dass Gott höchstpersönlich Jesus gesandt hat; dass er also der Messias ist, der Herr, der Retter, der Sohn Gottes.

Und habt ihr bemerkt, wie er zu diesem Punkt gelangt? Er sagt: „Vater ich bete für die, die durchs Wort an mich glauben, damit sie alle eins seien“ – und zwar so, wie der Vater und der Sohn eins sind. Wenn Christen also in Gemeinden von heute eins sein können wie der Vater und der Sohn, dann werden Menschen das mitbekommen und sich womöglich fragen, ob es Jesus nicht wert ist, angebetet zu werden.

Das ist also Jesu Kerngedanke. Denkt an ein großes Ist-gleich-Zeichen. Jesus sagt: Wenn unsere Beziehung als Christen untereinander gleich ist der Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn, dann hat das eine solche Anziehungskraft, dass Menschen neu über Jesus und das Christentum nachdenken.

Aber was bedeutet das nun für uns, eine solche Beziehung zu haben, wie der Vater mit dem Sohn? In den nächsten Versen gibt uns Jesus die Antwort:

Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

Falls ich es noch nicht erwähnt habe: Auf den ersten Blick mögen Jesu Worte etwas verwirrend sein. Man muss mehrmals lesen, um zu verstehen, was er hier ausdrücken will. Im Grunde meint Jesus, dass die Beziehung, die zwischen ihm und dem himmlischen Vater besteht, durch pure Liebe bestimmt ist. Dreimal betont er das:. Er sagt: „wie du mich liebst“, „denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war“, „die Liebe, mit der du mich liebst“. Liebe, Liebe, Liebe – das macht die Beziehung zwischen Vater und Sohn aus. Und ebenso soll es auch unter den Gläubigen sein.

Die Liebe zwischen Vater und Sohn zeigte sich immer wieder im Leben Jesu auf dieser Erde. Bei seiner Taufe tat sich der Himmel auf und die Stimme des himmlischen Vaters sprach: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Drei Jahre später nahm Jesus drei seiner Jünger mit sich auf einen Berg – Petrus, Jakobus und Johannes. Und es geschah nahezu dasselbe. Eine helle Wolke überschattete die Szenerie und die Stimme des himmlischen Vaters sprach aus dieser Wolke: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Und das gilt nicht nur für Jesu Leben auf dieser Erde. In unserem Text sagt Jesus: „Du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war.“

Und habt ihr einen der Gründe mitbekommen, warum Jesus will, dass wir mit ihm den Himmel erreichen? Weil wir dort mit eigenen Augen sehen, wie Vater und Sohn sich lieben. Es ist pure Herrlichkeit, sich einfach zurückzulehnen und dabei zuzuschauen, wie rein die Liebe zwischen Vater und Sohn ist.

Ich erinnere mich an die Hochzeit meines besten Freundes. Als seine Braut die Kirche betrat, brach er vor Freude in Tränen aus. Es hörte gar nicht mehr auf. Aber man muss die Gesichter der Gäste bei einer solchen Gelegenheiten betrachten und wie bewegt sie ihrerseits von der Liebe sind, die dieser Mann für seine Frau empfindet. Euch ist es vielleicht auch schon einmal so gegangen. Aber wie viel mehr gilt das für die Liebe des Vaters zu seinem Sohn und umgekehrt.

Jesus sagt also in unserem Text, dass Vater und Sohn sich vollkommen lieben. Und wenn Christen diese Liebe untereinander widerspiegeln, dann werden andere wissen, dass Jesus nicht irgendwer ist sondern der Sohn Gottes. Oder mit anderen Worten: Wir sollen eins sein, um zu zeigen, dass Jesus der Eine ist – der Retter und Erlöser.

Alte Prediger haben diesen Zusammenhang „Sammeln und senden“ genannt. Zunächst sammelt sich die Gemeinde um Gottes Liebe und wird davon getröstet, um diese Liebe dann in die Welt zu senden.

Wie sieht das aber praktisch aus? Drei Punkte der Liebe wollen wir jetzt kurz bedenken; drei Schlüssel, um als Christen eins zu sein und uns so zu sammeln.

Der erste Schlüssel besteht im Festhalten an Gottes Wort. Wenn wir dies tun, können wir uns untereinander lieben – und zwar auf ganz praktische Weise. Der Vater und der Sohn sind vollkommen eins. Sie haben sich nicht darauf geeinigt, nicht übereinzustimmen hinsichtlich dessen, was wahr und was falsch ist. Nein, sie halten beide an ein und derselben Wahrheit fest. Und das ist Teil ihrer Liebe und Gemeinschaft. Tun das auch Christen untereinander, herrscht die Liebe.

Der zweite Schlüssel besteht in einer geöffneten Hand hinsichtlich all der Meinungen, die Menschen in einer Gemeinde oder Kirche haben können und über die die Bibel nichts sagt. Es ist nicht nötig, dass wir in Mitteldingen übereinstimmen. Statt also an den eigenen Vorlieben festzuhalten und deshalb mit anderen in Streit zu geraten, legt die Liebe etwas anderes nahe. Wir sollen auf unsere Einigkeit im Glauben konzentriert sein, anstelle Gleichförmigkeit in Mitteldingen anzustreben. Denn letzteres führt nur zu Gewissensdiktatur und entspricht nicht der christlichen Liebe.

Der dritte Schlüssel besteht darin, sich nahe zu sein, das christliche Leben miteinander zu teilen oder kurz: eine Gemeinde zu sein. Dazu gehört Nähe und Offenheit. Die Apostelgeschichte fast es kurz und bündig so zusammen:

Sie – die Gemeindeglieder – blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.

Zur Gemeinschaft gehört das Bekenntnis der eigenen Sünde, statt anderen etwas vorzumachen. Zur Gemeinschaft gehört auch das Ermutigen, das Gebet für den anderen und das Versammeln um Brot und Wein.

Alle drei genannten Schlüssel sind schwierig. Nicht umsonst betete Jesus für die Gemeinschaft der Christen in jener Nacht, bevor er am Kreuz starb.

Am Wort Gottes festzuhalten, ist schwer. Wischi-Waschi zu sein, irgendwie spirituell, ist dagegen leicht. Sich vom biblischen Buffet bedienen und die Aussagen der Bibel herauspicken, die einem zusagen, ist einfach. Jeder kann das tun. Ein geistliches Chamäleon sein und die eine Sache glauben, wenn man mit Freunden zusammen ist und ein andere Sache, wenn man bei der Oma am Mittagstisch sitzt, ist einfach.


Aber festzuhalten an dem, was Jesus sagt, weil er Gott und von den Toten auferstand ist – das kann schwer sein. Deswegen betete Jesus damals. Denkt nur daran, wie oft das Wort „selbst“ in unseren Tagen gebraucht wird. Selbstverwirklichung, Selbstfindung, Selbsterfüllung, „Sei dir selbst treu.“ „Sei du selbst.“ Aber was würde Jesus über unser „Selbst“ sagen? Unser „selbst“ ist verkorkst. Wir können uns in alles mögliche hineinreden und -denken. Wir können Sünde klein reden. Und von uns aus werden wir dem Willen Gottes nie zustimmen können oder es überhaupt wollen. Die Worte Jesu laufen in vielen Punkten unserer heutigen Kultur entgegen. Daran festzuhalten ist deshalb schwierig.

Und eine geöffnete Hand hinsichtlich der eigenen Meinung zu haben? Das ist ebenfalls schwierig. Von den eigenen Vorlieben eingenommen zu sein, liegt uns von Natur aus viel näher. Sich selbst zu verwirklichen und dem treu zu bleiben, was man denkt und fühlt – einfach. Eine Person sein, die an der eigenen Meinung festhält und Grüppchenbildungen in der Kirche forciert – super einfach. Aber die Hand in Hinblick auf Mitteldinge zu öffnen und demütig genug zu sein, sich mehr um die Gemeinschaft zu sorgen als im Recht zu sein – schwer.

Ich bin seit fast sechs Jahren Pastor und seit 14 Jahren Mitglied dieser Kirche. Wenn ich zurückblicke und an die Spannungen denke – an den Mangel von Liebe und Einigkeit, die ich hier erlebt habe, würde ich behaupten, dass es zu 95% nichts mit der Bibel zu tun hatte. Christen streiten über Geld, über Gottesdienstformen und was man in der Kirche tragen darf und was nicht. Gott kümmert kein bisschen, was wir hier in der Kirche tragen. Es interessiert ihn aber sehr wohl, ob wir uns untereinander lieben. Aber wir neigen dazu, uns gegenseitig aufzureiben, weil wir an Dingen festhalten wollen, zu denen Gott kein Wort gesagt hat. Und so schreiben wir Emails und Papiere, halten Vorträge und reden hinter dem Rücken von anderen wegen Dingen, über die Jesus nichts sagt. Zur Liebe und zur Gemeinschaft hat er aber sehr wohl etwas gesagt. Und ja, es ist schwer, die Hand geöffnet zu halten und gleichzeitig auf dem festen Grund der Wahrheit zu stehen. Aber eben nur auf der Wahrheit und nicht noch auf anderen Dingen.

Und sich nahe sein, Gemeinschaft üben, sich offen begegnen? Das ist ebenso schwer. Sich auf sein Ding zu konzentrieren? Einfach. Zur Kirche kommen und sich selbst Christ nennen? Einfach. Dem Zeitplan für die eigene Familie folgen? Super einfach. Aber wahre Gemeinschaft mit anderen Christen teilen, den Nächsten lieben? Das kostet Zeit und Energie und ist deshalb schwer. Es ist kein Zufall, dass zwei sehr religiöse Persönlichkeiten in Jesu Gleichnis vom barmherzigen Samariter die Straßenseite wechselten, um ihrem Nächsten auszuweichen. Ich bin mir sicher, sie waren beschäftigt und hatten wichtige Dinge zu erledigen. Liebe passte an diesem Tag nicht ihren Zeitplan. Denn das ist der schwierige Teil. Wenn wir als Gemeinde wahre Gemeinschaft haben wollen, dann kann nicht jeder nur in seiner Spur laufen.

Und noch mehr: Bei vielen ist die Kirche ein berühmt-berüchtigter Ort für Heuchler. Und sie sind gelegentlich nicht im Unrecht damit: Leider geschieht es zu oft, dass Christen sich selbst als gut und die Außenwelt als schlecht betrachten. Aber die Kirche ist nicht der Ort für solches Denken. Sondern sie ist der Platz, an dem wir ehrlich bekennen, dass wir Sünder sind – nicht besser oder schlechter als alle Menschen, weil wir wissen, dass Jesus alles vergibt.

Deswegen betete Jesus seine Worte. Er wusste, dass seine Zeit auf dieser Erde dem Ende entgegenging. Bald würde er an einem Kreuz hängen. Kurz vor seinem Tod bat er also Gott, dass wir festhalten am Wort, nicht auf unserer Meinung beharren und in liebevoller Gemeinschaft miteinander leben. Denn Jesus wusste um den ewigen Zweck dieser Liebe:

Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

Nach all den Schwierigkeiten im christlichen Miteinander, von denen ich gerade gesprochen habe, möchte ich nicht unerwähnt lassen, was mir in den letzten Wochen eine große Stärkung gewesen ist. Ich möchte all jenen unter euch danken, die sich an der Ausgestaltung der Video-Gottesdienste beteiligen. Ich weiß, dass es eine unschöne Situation ist, mit der wir zur Zeit umgehen müssen. Das Virus. Das Versammlungsverbot. Kontaktsperre. Viel Zeit zuhause. Kein normales geregeltes Leben. Aber ihr habt Liebe gezeigt und dabei geholfen, dass selbst eine solche Zeit gute Früchte trägt.

Und ich möchte mich bei allen bedanken, die sich um die Versorgung der älteren und schwächeren Gemeindeglieder kümmern. Sei es in dem ihr Predigten in Schriftformen verteilt, Einkaufen wart oder auf andere Weise geholfen habt.

Danke auch für alle Gedanken und die Begleitung im Gebet. Danke auch für manches gute Wort. In den letzten 6 Jahren habe ich manches Mal mit unserer Gemeinde gehadert, aber diese letzten Wochen waren wirklich eine Stärkung für mich. Und ich hoffe, dass es euch ebenso geht.

Denn Jesus betete:

Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.

Und wenn Jesus betet, ist kein Ding unmöglich. Die Bibel sagt: „Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ Wie viel mehr vermag dann ein Gebet, das Jesus selbst spricht! In der Nacht bevor er ans Kreuz ging, betete er für unsere Gemeinde und für alle Menschen, damit wir eins seinen.

Aber Jesus betete nicht nur. In Vers 22 unseres Textes heute hieß es:

Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind,

Welche Herrlichkeit gab der Vater dem Sohn? Erinnert euch an die Momente, in denen sich der Himmel auftat und der Vater höchstpersönlich sagte: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Es war also Liebe, die der Vater dem Sohn erwies. Und diese Liebe gehört nun auch uns. Die wichtigste Sache, die ich heute sagen kann, ist nicht, dass wir uns mehr lieben sollen, sondern dass Jesus uns mit bedingungsloser, endloser Liebe liebt.

Ich stelle mir vor, wie es war, ehe der Welt Grund gelegt war. Vater und Sohn führten eine Unterhaltung über uns, über die Menschheit. Irgendwann fragte der Vater seinen Sohn: „Wie viel würdest du geben, für ein Begleitticket in den Himmel?“ Jesus dachte an jeden einzelnen von uns und antwortete dann: „Vater, alles.“

Und er würde sich selbst opfern – für uns. Er ging den Weg ans Kreuz, damit ihr und ich – Menschen, die so oft daran scheitern zu lieben, – eins sein können mit Gott, weil Jesus der Eine ist. Der Eine, der alles aufgab, damit wir Gott nahe sein können, als seine geliebten Kinder.

Wie unfassbar ist das? Nach allem, was wir getan haben; nach all unseren Zweifeln; nach allem Straucheln, sagt Gott: „Du bist meine Tochter. Du bist mein Sohn. Ihr seid meine Kinder, die ich liebe und die ich in der Gemeinde gesammelt habe.“

Amen.