Unaussprechliche Freude

St. Petrigemeinde ZwickauPredigten

Kantate 2021, St. Petri

Liebe Freunde in Christus!

„Die Christen müssten mir erlöster aussehen. Bessere Lieder müssten sie mir singen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte.“

So hat der Philosoph Friedrich Nietzsche einst über die Christen geurteilt. Und er sprach dabei nicht gänzlich ohne Erfahrung. Denn Nietzsche wuchs in einem Pfarrhaus auf. Nach seiner Konfirmation besuchte er bis zum Abitur ein kirchliches Begabten-Internat in Naumburg. In seiner Jugend hatte er also aus nächster Nähe den Glauben und das christliche Dasein miterlebt. Überzeugt hat ihn das alles nicht. Im Gegenteil: Später wurde er einer der leidenschaftlichsten Bekämpfer des Christentums.

Aber einmal abgesehen davon, dass Nietzsche nicht zufrieden war mit den Christen, denen er begegnet war. Seinen Worten können wir vielleicht dennoch etwas abgewinnen. Und zwar insofern, als dass wir uns alle wünschen, glückliche Kinder Gottes zu sein. Vielleicht sogar solche, denen man es ansehen kann. Wir alle wollen einen Glauben, der uns unaussprechliche Freude und tiefen Frieden schenkt. Wir alle wollen einen Glauben, der – wenn derzeit auch nicht mit dem Mund, aber sehr wohl im Herzen – in die Worte mit einstimmen kann:

Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut große Wunder.

Aber dabei gibt es ein Problem: Manchmal versetzt uns das Leben einen Schlag ins Gesicht und unsere Lieder verstummen. Dabei spielt es keine Rolle, wie hingebungsvoll wir Jesus nachfolgen. Es spielt keine Rolle, ob wir versuchen, in unserem Leben die richtigen Entscheidungen zu treffen. Es gibt Dinge, die uns widerfahren, die fühlen sich an wie ein Schlag ins Gesicht – oder wie ein Tritt in die Magengrube. Wünschen wir uns nicht einen Glauben, der von Gottes Liebe so ergriffen ist, dass wir durch schwere Zeiten gehen können und dennoch Freude und Frieden im Herzen verspüren? Einen Glauben, der in guten wie in schlechten Zeiten das neue Lied fröhlich mitsingen kann?

Nur wisst ist es ebenso gut wie ich: Es gibt Zeiten, wo wir trauern. Menschen, die wir lieben, gehen von uns. Manchmal erwartet; Manchmal unter tragischen Umständen. Wäre es nicht schön, zu solchen Zeiten nicht nur zu trauern, sondern – wie es die Bibel ausdrückt – mit Hoffnung zu trauern? Zu trauern mit dem festen Fundament der Freude, dass Gott dennoch groß ist und alles in seinen guten Händen hält? Oder man seinen Job verloren – schon wieder. Wäre es da nicht schön, einen Frieden zu haben, der höher ist als alle Vernunft. Trotz all der Unsicherheiten und der Belastungen, die Arbeitslosigkeit mit sich bringen kann, singt man in seinem Herzen getrost: Gott hilft. Er sorgt für meine Familie und für mich. Oder man geht durch eine schwere Zeit in seiner Familie. Wäre es nicht schön, sich dennoch nicht verlassen und einsam zu fühlen, weil man weiß: Gott ist mit uns. Die ganze Menschheitsgeschichte hindurch hat er dafür gesorgt, dass aus zerbrochenen und ausweglos scheinenden Situationen etwas Schönes und Gutes erwächst.

Aber: Wie? Wie bekommen wir diese Freude; diesen Glauben? Es wäre ein Leichtes zu sagen: Freut euch! Habt Frieden! Vertraut doch auf Gott! Singt dem Herrn ein neues Lied! Aber wenn man durch schwere Zeiten geht, ist das nicht so einfach? Was also tun?

Manche Christen würden vielleicht das Folgende raten:

Man muss eben durchhalten – Augen zu und durch.

Das Leben in dieser Welt ist nun mal kein Zuckerschlecken – wir reden nicht umsonst von einer gefallenen Welt. Hier gibt es Sorgen. Hier gibt es Probleme. Und das wird erst besser, wenn Jesus wiederkommt. Halte also durch bis zu deinem letzten Atemzug. Denn dann beginnen die wahren Freuden. Es scheint verführerisch, so zu denken und allein auf die Ewigkeit zu vertrösten. Denn es stimmt ja auch: Alles wird neu und gut, wenn Jesus wiederkehrt.

Aber die Worte des 1. Petrusbriefes, welche wir uns heute Morgen genauer anschauen wollen, legen noch etwas anderes nahe. Dazu muss man wissen, dass der Apostel an Menschen schrieb, denen das Leben erst auf die linke und anschließend auf die rechte Wange geschlagen hatte. Sein Brief ist voll von Schmerz und Schwierigkeiten: In Kapitel 5 spricht Petrus über den Teufel, der umhergeht wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. In Kapitel 4 redet er davon, dass seine Leser von ihren früheren Freunden geschnitten wurden, weil sie Christen geworden waren. Man schmähte sie vor allem deshalb, weil sie das alte Lied der Ausschweifung, der Begierde, des Saufens und Fressens nicht mehr mitmachten. In Kapitel 3 spricht Petrus darüber, dass unsere zwischenmenschlichen Beziehungen schwierig sein können. Es gibt Ehemänner, die nicht besonders freundlich zu ihren Frauen sind. Umgekehrt gibt es Ehefrauen, die sich nur darum kümmern, wie sie aussehen. Sie verbringen mehr Zeit vor einem Spiegel, als damit ihre Ehemänner zu lieben. In Kapitel 2 dann redet der Apostel von den Beschwernissen der Arbeit. Manche der ersten Leser hatten offenbar Vorgesetzte, die sie verbal und körperlich ausbeuteten, obwohl sie nichts Falsches getan hatten. Und wir können das vielleicht nachvollziehen. Der 1. Petrusbrief ist voller Schwierigkeiten, Schmerzen und Probleme. Petrus beschreibt sehr realistisch, wie es ist, in einer gefallenen Welt zu leben.

Und doch: Was steht ganz am Anfang seines Buches – im 1. Kapitel? Petrus schreibt über Freude! Er ist dabei allerdings nicht naiv. Er weiß, dass einem das Leben einige sehr harte Schläge versetzen kann. Auf Arbeit. Zuhause. Hinsichtlich unserer Gesundheit. Außerdem ruht sich der Teufel niemals aus. Und obendrein kann uns unser eigenes Herz betrügen. Aber angesichts all dieser Schwierigkeit gibt es dennoch Freude – ein neues, ein ganz anderes Lied. Dieses stimmt der Apostel heute mit uns an.

Schauen wir auf unseren Predigttext heute Morgen – ausnahmsweise benutze ich mal eine andere Übersetzung, genauer die Neues Leben. In 1. Petrus 1,8 schreibt der Apostel:

Jesus Christus liebt ihr, obwohl ihr ihn nie gesehen habt. Obwohl ihr ihn nicht seht, glaubt ihr an ihn; und schon jetzt seid ihr erfüllt von herrlicher, unaussprechlicher Freude.

Schauen wir auf das „Wann“, das „Wie viel“ und das „Was“ dieses Verses:

Zunächst das „Wann“: Petrus spricht über herrliche und unaussprechliche Freude. Und wann kann man diese haben? „Schon jetzt“ heißt es in unserem Text. Petrus schreibt nicht: Eines Tages werdet ihr von herrlicher, unaussprechlicher Freude erfüllt sein. Er schreibt: Schon jetzt seid ihr Christen davon erfüllt.

Und dann das „Wie viel“: Petrus benutzt in unserem Vers das Wort „erfüllt“. Er sagt also nicht: „Ihr seid erfüllt von Leid und Schmerz und Gott streut am Ende noch ein bisschen Freude obendrauf.“ Nein, das Wort „erfüllt“ legt etwas anderes nahe: „Wären wir ein Messbecher, dann will Gott ihn bis obenan mit Freude erfüllen. So viel davon, dass der Becher voll ausgefüllt ist.“ Und dann kommt der beste Teil – das „Was“: Die Freude der Christen beschreibt Petrus als „herrlich“ und „unaussprechlich. Zunächst ist die Freude „unaussprechlich“: Unser Vers ist der einzige im gesamten Neuen Testament, wo dieses Wort für „unaussprechlich“ vorkommt. Der Begriff meint eine Freude, die keine Worte findet, um sich auszudrücken. Es ist vielleicht ein damit zu vergleichen, als würde man sich das erste Mal verlieben und versuchen, einem anderen seine Gefühle zu beschreiben. Aber manches ist eben unaussprechlich! Wie viel mehr, die Freude über Jesus! Aber die Freude, über die Petrus redet, ist nicht nur unaussprechlich, sie ist auch „herrlich“. „Herrlich“ hat etwas mit „Glanz“ zu tun; etwas, das leuchtet und viel Ehre hat.

Nehmen wir alles zusammen, dann sagt Petrus: „Liebe Freunde, die ihr mit schwierigen Arbeitsverhältnissen, Beziehungen und Freundschaften zu kämpfen habt; und die ihr obendrein den Angriffen Satans ausgesetzt seid: Jetzt schon seid ihr erfüllt mit unaussprechlicher und herrlicher Freude.“

Petrus spricht hier etwas an, das auch sein Mitapostel Paulus einmal erfahren durfte. Kurze Zeit, nachdem er zum Glauben gekommen war, geschah etwas, dass sein Christentum und sein Leben im Allgemeinen sehr geprägt hat. Er hatte eine übernatürliche Vision, die er nicht gänzlich erklären konnte. In dieser Vision wurde er in den Himmel entrückt und sah Gott höchstpersönlich. In 2Korinther 12 beschreibt er seine Erfahrung folgendermaßen:

Der wurde entrückt in das Paradies (Paulus redet hier von sich selbst in der dritten Person) und hörte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann.

Paulus schrieb seinen Brief und wollte seinen Lesern erklären, was er gesehen hatte. Aber es blieb unaussprechlich – die Worte fehlen. Für das Glück und die Freude, in Gegenwart Gottes zu sein, gab es keine Substantive, keine Verben oder Adjektive. Seine und unsere menschliche Erfahrung erlaubte es nicht wiederzugeben, was er gesehen hatte. Unaussprechliche und herrliche Freude.

Darüber redet auch Petrus – zumindest ein Stück weit. Paulus fühlte so, weil er Jesus gesehen hatte. Aber erinnert euch, was Petrus schrieb:

Jesus liebt ihr, obwohl ihr ihn nie gesehen habt. Obwohl ihr ihn nicht seht, glaubt ihr an ihn;

Und man ist bei diesen Worten vielleicht versucht zu sagen: Ja, Paulus hat Jesus gesehen – klar, der kann diese Freude haben. Und Petrus lebte drei Jahre lang mit Jesus Seite an Seite. Aber wir? Wir haben ihn nicht gesehen. Keiner von uns hat eine solche Erfahrung gemacht wie die beiden Apostel. Und doch ändert das gemäß Petrus rein gar nichts. Denn er schreibt:

Obwohl ihr Jesus nicht seht, glaubt ihr an ihn; und schon jetzt seid ihr erfüllt von herrlicher, unaussprechlicher Freude

Das provoziert die große Frage: „Wie?“ Wie bekommt man diese Freude?

Im nächsten Vers gibt Petrus uns die Antwort. Er schreibt: Ihr erreicht ja das Ziel eures Glaubens, nämlich die Rettung eurer Seelen. Was bringt einem Menschen unaussprechliche und herrliche Freude? Die Rettung eurer Seelen.

Gerettet wird man – auch im weltlichen Bereich – aus einer gefährlichen Situation. Neulich, als wir über das Wort „gerettet“ sprachen, erklärten wir es ganz ähnlich: Wenn ich ohnmächtig werde und nicht mehr aus eigener Kraft atmen kann, gibt mir hoffentlich jemand Erste Hilfe und ich wache wieder auf. Was würde ich dann zu demjenigen sagen? „Du hast mich gerettet.“ Das war nicht nur eine Form der Hilfe, bei der ich selbst auch ein bisschen mitgewirkt habe. Nein, dem Rettenden gebührt alle Ehre und aller Dank.“ Das ist Rettung: Man fällt ins Schwimmbecken, kann nicht schwimmen und der Bademeister zieht einen heraus.

Was bedeutet das für einen Christen? Wir würden wohl antworten: „Jesus rettet mich. Ich bin gerettet allein aus Gnaden.“ Und das stimmt ja auch: Jesus rettet uns aus der Gefahr der Sünde, aus welcher wir uns selbst nicht befreien könnten. Und er tut es vollkommen im Alleingang. Denn wir wissen es nur zu gut: Ich bekomme Wutanfälle, manchmal vollkommen grundlos. Ich werde neidisch, weil ein anderer haben darf, was ich selbst gern hätte. Und wenn andere mich mit meinen Fehlern konfrontieren oder mein Handeln in Frage stellen, gehe ich gern und viel zu schnell in Abwehrhaltung. Außerdem fällt es mir leicht, hinter dem Rücken anderer zu reden. Aber wenn ich herausfinde, dass sie dasselbe mit mir tun, werde ich richtig sauer. Denn das ist alles andere als liebevoll und freundlich. Danken wir Gott, dass er uns durch Jesu Opfertod am Kreuz und durch seine Auferstehung aus der Gefahr der Sünde gerettet hat.

Und uns alles vergibt, was wir getan haben, tun und noch tun werden.

Aber das ist noch nicht genug über Rettung gesagt. Denn man muss sich die Frage stellen: Warum ist Sünde so schlimm? Warum wäre es so schlimm mit Abwehrhaltung, mit Neid oder Stolz auf unserem Kerbholz zu sterben? Wir würden wohl antworten: Wenn wir sterben und Gott sieht dann noch Sünde an uns, können wir nicht in den Himmel kommen, sondern enden in der Hölle. Und dort hat Gott seine segnende Hand voll und ganz abgezogen. Deshalb bedeutet die Hölle unentrinnbare und ewige Traurigkeit. Denn Gott ist der Geber jeden Gramms Freude, den ihr und ich erfahren können. Aber in der Hölle gibt es keine Freude mehr, sondern nichts als Traurigkeit. In der Hölle gibt es keine Freundschaft. Denn Freundschaft bringt Freude. Es gibt keine Sicherheit und keinen Trost. Denn das wäre Freude. Dort fühlt sich niemand gut in Bezug auf sich selbst oder hinsichtlich der Menschen, die einen umgeben. Denn das ist Freude.

Aber in Gottes Reich zu sein? m Himmelreich – die Rettung der Seelen? Das bedeutet: Von dem Zeitpunkt an, als wir zum Glauben gekommen sind – bis in alle Ewigkeit gerettet zu sein von allem Traurigen. Und nicht nur das: Gott schenkt uns obendrein alles Gute. Petrus schreibt also in unserem Text: Durch den Glauben an Christus empfangen wir die Rettung unserer Seelen und damit von aller unserer Traurigkeit. Man fühlt sich vielleicht traurig, weil man allein ist. Aber Jesus sagt: Nein, ich starb für deine Sünde, so dass du niemals allein sein musst. Oder man geht auf Arbeit und die Kollegen zeigen mit dem Finger auf einen und erwähnen jeden Fehler, den man gemacht hat. Aber Jesus zeigt niemals mit dem Finger auf uns. So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Und wir empfangen schon hier auf Erden den Vorgeschmack auf den Himmel: Von Gott sind angenommen; geliebt und beschützt, gesegnet und gewollt. Das wollte Jesus uns geben, als er auf diese Erde kam. Nicht nur, um uns von unseren Sünden zu retten im Allgemeinen. Sondern er kam, um uns von Sünden zu retten, die zu ewiger Traurigkeit führen. Und stattdessen gab er uns seine Gerechtigkeit, die zu ewiger Freude leitet.

Beim Aufräumen meines Arbeitszimmers habe ich das hier wiedergefunden (Seil zeigen). Manche von euch erinnern sich vielleicht noch daran. Vor einigen Jahren sagte ich, dass dieses Seil unser gesamtes Leben darstellen soll – dieses und jenes. Es ist ein sehr langes Seil – 100m waren es, glaube ich. Es müsste eigentlich unendlich lang sein, aber so etwas gibt es in einer gefallenen Welt nicht. Und dieses kleine Stück schwarzes Klebeband stellt unser zeitliches Leben auf dieser Erde dar. Und wie ist dieses Erdenleben für uns? Manchmal läuft es ganz gut: Nicht perfekt, aber man hat vielleicht eine tolle Familie. Die Eltern waren liebevoll. Nichts allzu Tragisches geschieht. Man fühlt sich wohl auf der Arbeit. Man verliebte sich. Man bekommt Kinder.

Dann gibt es Zeiten, die man als „mittleres Fenster“ bezeichnen könnte. Es ist nicht wirklich schlecht, aber auch nicht gut. Der Job ist vielleicht monoton. Die Gesundheit so mittel. Aber es geschehen eben auch wirklich tragische Dinge im Leben. Vielleicht hat man ein Kind verloren. Vielleicht ließen sich die Eltern scheiden. Vielleicht kann man keine Kinder bekommen. Man kämpft mit Depression und das jahrelang. Oder man steht vor einer großen und schweren Operation. Oder einem geliebten Menschen geht es so und man selbst ist erfüllt von Sorge. Man verbrachte viele Nächte mit Weinen und mit Bitten an Gott, dass er alles besser macht.

Ich kenne die Qualität eures Lebens nicht im Einzelnen. Aber die Quantität schon. Und das ist, ehrlich gesagt, nicht viel. Selbst wenn unser Leben 80 Jahre lang qualvoll wäre: Könnt ihr euch das überhaupt vorstellen – wie viele Jahre ohne Traurigkeit in der Ewigkeit auf uns warten? Wenn Gott auf uns schaut, sieht er nicht nur diesen kleinen Zentimeter – sondern er überschaut die ganze Ewigkeit. Als ich den Vergleich schon einmal brachte, sagte ich, dass 1 Zentimeter von diesem 100 Meter langen Strick nicht 1% sind oder 0,1 Prozent. Es sind nur 0,01 %. Wenn dieses Seil die durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 80 Jahren darstellen würde, entspräche dieser kleine Abschnitt daher knapp 3 Tage. Könnt ihr euch vorstellen, 3 Tage Traurigkeit und Leid zu erleben und für die restlichen 29197 Tage nichts als pure Freude? Wir würden das ein sehr gutes Leben nennen. Jesus kam in diese Welt, um sicherzustellen, dass die einzige Traurigkeit, die wir je erleben müssen im hier & jetzt stattfindet. Aber darauf folgt eine Ewigkeit aus unaussprechlicher und herrlicher Freude. Und je mehr man zurücktritt und versucht auf das große Ganze zu schauen, umso deutlicher wird es: Ich bin halbtot. 40 Jahre habe ich auf dem Zeiger. Statistisch gesehen stehe ich einen halben Zentimeter davor, nie wieder traurig zu sein. Für manche unter uns sind es nur noch ein paar Millimeter. Und sicher, manche stehen ziemlich am Anfang – aber selbst, wenn man jung und das Leben schwer ist: Unaussprechliche & herrliche Freude ist das, was Gott uns schenkt. Und er vertröstet uns nicht nur auf die Ewigkeit. Schon jetzt hat für uns der Himmel begonnen. Schon jetzt dürfen wir unaussprechliche und herrliche Freude haben, wegen dem, was Jesus für uns tat. Schon jetzt dürfen wir das neue Lied anstimmen – das Lied der Rettung unserer Seelen.

Meine Lieben, ich weiß nicht genau, was Friedrich Nietzsche hatte, als er schrieb:

Bessere Lieder müssten sie mir singen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte.

Ich zumindest, weiß von keinem besseren Lied als diesem:

Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm. Der HERR lässt sein Heil kundwerden; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar. Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes. Amen.