Unsere Idole: Liebe

St. Petrigemeinde ZwickauPredigten

Seit mehr als einem Monat beschäftigen wir uns mit „Unseren Idolen“: Wir haben gute Gaben Gottes betrachtet, die das Potential haben, die Stelle Gottes in unserem Herzen einzunehmen. Alle Dinge, über die wir geredet haben, sind Segnungen Gottes: Aussehen, Beliebtheit, Geld, Sexualität. Aber wenn sie zu der einen wichtigsten Sache in unserem Leben werden, ist das sehr schlecht. In den vergangenen Wochen haben wir versucht, unsere Götzen und ihre falschen Versprechungen zu entlarven. Und dann haben wir uns an Jesus erinnert, der seine Versprechen immer hält: Wenn wir beliebt sein wollen, haben wir gesehen, dass Jesus uns bei Gott beliebt gemacht hat, indem er unsere Sünden vergab. Wenn wir wirklich gutaussehen wollen, ist es Jesus, der uns mit seinem Blut reinigt, mit seiner Gerechtigkeit bekleidet und uns tadellos vor Gott hinstellt. Wenn wir hinter Geld und Besitz her sind, verspricht Jesus uns ein ewiges Erbe im Himmel. Wenn wir auf Lust und Vergnügen aus sind, gibt Jesus uns eine ewige Freude, die jede sexuelle Erfahrung übertrifft. Immer und immer wieder haben wir gesehen: Das, wonach wir uns sehnen, finden wir nicht bei Götzen, sondern allein bei unserem Retter Jesus Christus.

Heute schauen wir auf unseren letzten Götzen (zumindest in dieser Predigtreihe): den Götzen „Liebe“. Denn der römische Gott der Liebe – Amor – ist immer noch unterwegs und verschießt seine Pfeile. Er überzeugt Menschen davon, dass sie alles – und ich meine: alles für die Liebe tun.

Wart ihr schon einmal verliebt? Wenn nicht, ist es okay. Aber ich muss sagen: Romantische Liebe ist eine verrückte Sache. Sie kann sehr euphorisch machen, verändern. Man sagt ja nicht umsonst: sich Hals über Kopf verlieben, denn man kann an nichts Anderes mehr denken: Der Hund kann sterben, die Wirtschaft zusammenbrechen oder man verliert seinen Job. Aber an der Liebe ist etwas so Kraftvolles, dass sie fast jede Erfahrung und jedes Gefühl überbietet.

Wir in Deutschland lieben die romantische Liebe: Schmetterlinge im Bauch. Rote Herzen überall. Und ich denke, wir verdanken das Disney! Naja, das stimmt nicht ganz. Aber das Konzept der romantischen Liebe ist gar nicht so alt. Noch vor 150 Jahren war es üblich, dass ein Heiratsvertrag entweder zwischen den beiden Familien oder von einem Heiratsvermittler abgeschlossen wurde. Der Abschluss eines solchen Vertrages wurde vor allem auf Grundlage gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Erwägungen geschlossen. Die allgemeine Annahme war: Liebe wird sich dann schon irgendwann nach der Heirat einstellen. Heute allerdings ist die romantische Liebe in unserer Kultur zum Allgemeingut geworden. Eine persönliche Liebeserfahrung soll zur Ehe führen.

Ich habe Disney erwähnt, weil ich glaube, dass die Filme ein gutes Beispiel dafür sind. Oder auch die Märchen der Gebrüder Grimm, die ja meist als Vorlage dienen. Was ist die Grundannahme jedes Märchens? Die Prinzessin muss nur ihren Prinzen finden. Und wenn sie den Kuss wahrer Liebe miteinander teilen, leben sie glücklich, bis ans Ende ihrer Tage. Und wer will nicht glücklich sein, bis ans Ende seiner Tage?

Wisst ihr, wer das vielleicht besser als jeder andere hier in diesem Raum versteht? Diejenigen, die etwas älter und immer noch Single sind. Denn was vermittelt die verheiratete Umgebung? „Ich kenne jemanden, der auch Single ist und ich kann dich mit dieser Person zusammenbringen. Dann musst du nicht länger allein sein. Denn es ist ja schrecklich, Single zu sein. Wie kannst du da glücklich leben, bis ans Ende deiner Tage?“ Es gibt einen enormen Druck. So als wäre die Lebensweise von Jesus oder dem Apostel Paulus nicht gut genug. Es gibt diese Idee: romantische Liebe ist ein Muss. Und wenn man sie nicht hat, ist es schrecklich, weil man allein ist.

Diese Denkweise ist sehr gefährlich. Liebe ist eine gute Sache. Aber sie kann uns dazu bringen, schlechte Dinge zu tun. Wenn in unserem Kopf die Idee herumschwirrt, dass wir nicht dankbar und zufrieden mit Gott sein können ohne Romantik; wenn wir in einer Beziehung sein müssen; wenn ich diesen Typen haben muss, weil ich mich Hals über Kopf in ihn verliebt habe; wenn ich mit diesem Mädchen unbedingt zusammen sein muss, können gefährliche Dinge geschehen.

Darum geht es heute auch in unserem Predigttext. Gott will uns vor der Gefahr des Götzen „Liebe“ warnen. Er will uns zeigen, dass wir verheiratet sein können oder nicht – und beides ist okay für Gott. Gott will heute den Götzen „Liebe“ und seine falschen Versprechungen enttarnen und es mit etwas viel Besserem und Größerem ersetzen. Was wir heute tun wollen, hat ein großer Theologe des 20. Jahrhunderts ziemlich gut zusammengefasst. Ich bin mir nicht sicher, ob ihr mit seinen Werken vertraut seid. Sein Name ist Meatloaf. Und er schrieb einmal das Folgende:

I would do anything for love. But I won’t do that – Ich würde alles für die Liebe tun. Aber das werde ich nicht tun.

Und das ist es auch, was Gott uns heute beibringen möchte: Ich würde alles für die Liebe tun. Aber es gibt ein paar Dinge, die ich einfach nicht machen werde.

Wir gehen also 3000 Jahre zurück. Wir finden uns heute mitten in Jerusalem wieder – im Palast des 3. Königs von Israel. Sein Name war Salomo. König Salomo war eine ziemlich große Sache. Er war der Sohn Davids. Gott wählte Salomo aus, um drei Bücher der Bibel zu schreiben: Das Hohelied der Liebe, die Sprüche und das Buch Prediger. Außerdem baute er den ersten Tempel in Jerusalem. Und als wäre das nicht genug: Die Bibel bezeichnet Salomo als den weisesten Mann, der jemals gelebt hat. Gott kam zu Salomo und sagte: „Ich gebe dir einen Blankoschenk an Segnungen. Was immer du dir wünschst, Salomo, ich werde es dir geben.“ Im Kinderunterricht habe ich mal die Frage gestellt: „Kinder, wenn ihr euch von Gott eine Sache wünschen dürftet, was würdet ihr wählen?“ Ein Kind antwortete: „Nen Döner“. Salomo tickte etwas anders. Er bat Gott um Weisheit. Und Gott gab sie ihm. Die Bibel berichtet, dass die ganze Welt zu Salomo kam, weil er so schlau war. Dieser Mann hatte Weisheit, Wohlstand und Macht. Er hatte alles, was man sich wünschen kann. Und alles war gut in seinem Leben. Bis…! Bis Amor Pfeil und Bogen in die Hand nahm und Liebe das Herz von Salomo übernahm. Schauen wir in 1Könige Kapitel 11 und sehen, was mit Salomo geschah:

Aber König Salomo liebte viele ausländische Frauen: die Tochter des Pharao und moabitische, ammonitische, edomitische, sidonische und hetitische – aus solchen Völkern, von denen der HERR den Israeliten gesagt hatte: Geht nicht zu ihnen und lasst sie nicht zu euch kommen; sie werden gewiss eure Herzen ihren Göttern zuneigen. An diesen hing Salomo mit Liebe.

König Salomo liebte die Liebe. Ich schätze, er hatte auch ein Teenager-Problem mit Lust. Aber darüber haben wir ja schon geredet. König Salomo liebte die Liebe. Und deswegen heiratete er jede schöne Frau, die er sah. Ägyptische Frauen aus dem Süden. Salomo heiratete sie. Moabitische, ammonitische und edomitische Frauen aus dem Osten. Er liebte sie. Sidonische und hetitische Frauen aus dem Norden. Wann immer Salomo eine schöne Frau sah, kniete er vor ihr nieder und stellte die berühmte Frage. Und Gott mochte es nicht. Nicht, weil er Frauen aus anderen Ländern nicht mag. Aber Gott kannte die Religionen dieser Frauen. Sie dienten anderen Göttern. Gehen wir weiter in unserem Text:

Und er hatte siebenhundert Hauptfrauen und dreihundert Nebenfrauen; und seine Frauen verleiteten sein Herz.

Was soll man dazu sagen? 1000 Frauen! Diejenigen unter euch, die verheiratet sind, helft mir: Ich kann es mir einfach nicht vorstellen! 1000 Frauen! Ich meine: Salomo konnte sich zum Frühstück, Mittagessen und Abendbrot jeweils mit einer seiner Frauen verabreden. Und die zweite Verabredung mit seiner ersten Frau wäre fast ein Jahr später gewesen. Könnt ihr euch sein Leben vorstellen? Und denkt an die 1.000 Schwiegermütter, die Salomo hatte. Schauen wir weiter auf unseren Text:

Und als er nun alt war, neigten seine Frauen sein Herz fremden Göttern zu, sodass sein Herz nicht ungeteilt bei dem HERRN, seinem Gott, war wie das Herz seines Vaters David.

Als Salomo älter wurde, veränderte sich etwas: Es scheint, als dachte der junge Salomo, dass er seine Religion und seine Beziehungen voneinander getrennt halten kann; dass seine Frauen an ihre Götter glauben können, während er an dem einen wahren Gott festhält. Aber unser Text sagt: Als er nun alt war, veränderte sich etwas. Wir wissen nicht genau, was geschah: Vielleicht war er müde, immer wieder darüber zu diskutieren, welche Religion nun recht hatte und wer der wahre Gott ist. Vielleicht waren seine Frauen und all ihre Kinder darüber traurig, dass sie allein in die Kirche gehen mussten und Papa Salomo nicht neben ihnen saß. Wir wissen nicht, was geschehen ist. Aber das wissen wir: Salomos Herz war nicht mehr ungeteilt bei seinem Gott. Der Text sagt nicht, dass er aufhörte daran zu glauben, dass Gott existiert. Der Text sagt auch nicht, dass Salomo aufhörte zu beten oder in den Tempel zu gehen. Er sagt einfach nur, dass Salomos Herz nicht mehr ungeteilt beim Herrn war. Wie sah das aus? Aus „Gott – Punkt“ wurde „Gott – plus“. Und hier werden die Dinge ziemlich hässlich. Die folgenden Verse sind voller Tragik:

So diente Salomo der Astarte, der Göttin derer von Sidon, und dem Moloch, dem gräulichen Götzen der Ammoniter. Und Salomo tat, was dem HERRN missfiel, und folgte nicht völlig dem HERRN wie sein Vater David. Damals baute Salomo eine Höhe dem Kemosch, dem gräulichen Götzen der Moabiter, auf dem Berge, der vor Jerusalem liegt, und dem Moloch, dem gräulichen Götzen der Ammoniter. Ebenso tat Salomo für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern räucherten und opferten.

Nur einen Steinwurf vom Tempel in Jerusalem entfernt, baute Salomo Tempel für die Götter seiner Frauen. Er baute einen für Astarte. Sie war damals eine der Hauptgöttinnen. Viele Gelehrte sind der Meinung, dass Aphrodite eine Nachfahrin von Astarte ist. Artemis, die in Ephesus zur Zeit der Missionsreisen des Paulus angebetet wurde, hängt wohl auch mit Astarte zusammen. Für sie baute Salomo einen Tempel.

Aber auch für Moloch. Die Bibel redet ein wenig über den gräulichen Götzendienst für Moloch. Ausgrabungen vervollständigen das Bild. Die Ammoniter glaubten, dass Moloch sich in Gestalt eines Kalbes zeigte. Und darum bauten sie entsprechende bronzene Statuen. Im Bauchbereich der Statue war ein Loch. Dort wurde Brennmaterial hineingelegt. So erhitzte sich die gesamte Statue. Die Arme begannen zu brennen. Die Gottesdienstbesucher versammelten sich um diese Statue. Sie schlugen auf Pauken und bliesen in ihre Trompeten. Lauter als unser Bläserchor. Und dann opferten sie Moloch ihr größtes Opfer: ihre Babys. Sie legten ihre kleinen Mädchen und Jungs als ihr größtes Opfer in die brennendheißen Arme seiner Statue, um sich seine größten Segnungen zu sichern. Und nur der Klang der Pauken und Trompeten übertönte die Schreie der kleinen unschuldigen Kinder. Und wisst ihr, wer das geschehen ließ? Der weiseste Mann, der je auf dieser Erde gelebt hat! Hört den traurigen Schluss unseres Textes:

Da wurde der HERR zornig über Salomo, weil er sein Herz von dem HERRN, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war und ihm in dieser Sache geboten hatte, nicht anderen Göttern nachzufolgen. Aber er hatte nicht beachtet, was der HERR ihm geboten hatte.

Der Mann, der über 3000 Sprüche der Bibel verfasst hat, vergaß ein Gebot:

Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Und warum war das geschehen? Weil Salomo die Liebe zu sehr geliebt hat. Er war bereit alles für die Liebe zu tun – er war sogar bereit, das zu tun.

Liebe ist eine mächtige Sache – und das, was König Salomo passierte, ist schon viel zu oft geschehen: Sie wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. Und ihm war Jesus immer wichtig gewesen. Aber dann begannen sie, nach der großen Liebe zu suchen. Und schließlich fanden sie den Einen: Er ist intelligent. Und sie ist clever. Er ist witzig. Und sie schenkt ihm ein Gefühl, dass er noch nie zuvor hatte. Der Christ weiß, dass der Andere zwar nicht an Gott glaubt. Aber dagegen ist er auch nicht. Die andere Person hat zwar nicht viel für Gott und sein Wort übrig, aber sie verbietet es auch niemandem. Und der verliebte Christ beginnt zu beten: „Gott ändere ihr Herz. Aber ich weiß, ich kann ihn nicht zwingen. Ich muss ihm Raum und Zeit geben.“ Und das stimmt auch. Aber dann wird es ernster. Sie will die Dinge ändern. Er will, dass sie an Jesus glaubt. Aber sie wissen, dass sie niemanden zum Glauben drängen können. Und dann reden sie darüber, dass sie heiraten wollen. Und der Christ hofft, dass sich alles zum Besten wendet. Aber mittlerweile kann der Christ sich kein Leben mehr ohne den Anderen vorstellen. Und er schwört, dass er keine Kompromisse eingehen wird. Und die Hoffnung bleibt: Vielleicht kommt der Andere zum Glauben.

Und wisst ihr, was: Manchmal geschieht das. Manche von euch haben auf diese Weise zum ersten Mal Kontakt zum christlichen Glauben gehabt. Oder sind wieder neu dazugekommen. Manche sind wegen der Liebe hier. Und ich liebe diese Geschichte. Wie könnte ich auch nicht? Ich selbst bin so eine Geschichte. Hätte ich meine Frau nicht getroffen, würde ich heute vielleicht nicht an Gott glauben. Ich hätte nicht das Vergnügen, heute vor euch zu stehen und zu predigen. Aber – und das sage ich im Wissen um meine Vergangenheit – nicht alle Geschichten enden so. Manchmal geschieht das, was auch mit König Salomo passiert ist. Manchmal verliert ein Christ sein ungeteiltes Herz für Gott. Aus „Gott – Punkt“ wird „Gott – plus“. Wenn Liebe zu der einen Sache wird, die wir unbedingt haben müssen, sind wir manchmal bereit, wichtige und großartige Dinge zu opfern. Wie Salomo können wir weise Christen sein, aber dennoch in die Versuchung geraten, nicht mehr ungeteilt beim Herrn zu seub.

In einem Referat habe ich einmal den folgenden Vergleich gehört, den ich heute frech klaue:

Tradition ist nicht das Aufbewahren der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.

Die Flamme steht für das wertvollste Geschenk, das ihr jemals in eurem Leben erhalten habt. Das Geschenk des Glaubens. Wenn ihr zum Glauben gekommen seid, liegt das daran, dass jemand an euch die Flamme weitergegeben hat. Die meisten von uns sind Christen geworden, als sie als Kind getauft wurden. Jemand aus eurer Familie hat die Flamme an euch weitergegeben. Und ihre Eltern gaben sie ihnen, usw. Bei manchen von uns reicht das bis zu Menschen zurück, deren Namen wir nicht einmal mehr kennen.

Und wisst ihr, was eine der wichtigsten Aufgabe von uns Christen ist? Die Flamme weiterzureichen. Ob ihr Eltern oder Großeltern seid – oder auch jemand, der keine Kinder hat, sich aber Sorgen um die nächste Generation macht: eine unserer wichtigsten Aufgaben ist das Weitergeben der frohen Botschaft von Jesus. Und die kraftvollste Art und Weise das zu tun, sind ein Vater und eine Mutter, die Gottes Wort lieben. Es nicht leicht: Einige unter uns wissen das. Wir können ermutigen und lehren – aber wir können nicht garantieren, dass unsere Kinder den Glauben ergreifen oder bei Jesus bleiben. Aber es gibt wohl keine kraftvollere Aussage für ein Kind, als die: einen Vater und eine Mutter in der Kirche neben sich zu wissen. Nicht alle von uns sind in dieser Situation – und das ist okay. Nicht alle von uns haben die besten Entscheidungen in der Vergangenheit getroffen – und das ist okay. Worum es mir aber geht, ist die Zukunft. Und da gibt es nichts Besseres, als eine Mama und einen Papa zu haben, die beide Jesus lieben.

Ich möchte gern die Eltern von kleineren Kinder ermuntern: Manchmal habe ich schon mitbekommen, dass manche von euch frustriert sind, weil eure Kinder euch im Gottesdienst ablenken. So sehr ablenken, dass man vielleicht nur 42% der Predigt mitbekommt. Aber wisst ihr was, Eltern: Manchmal kommt ihr in die Kirche, nicht um eine Predigt zu hören. Manchmal kommt ihr in die Kirche, um selbst zu predigen. Wenn euer Kind euch von der Seite anschaut und euch hier sitzen sieht, ist das eine Predigt! Aber der Götze „Liebe“ wird uns das nicht sagen. Unser himmlischer Vater tut es dagegen!

Und wir sitzen manchmal zwischen den Stühlen, oder? Ich denke, wir alle wollen glücklich leben, bis ans Ende unserer Tage. Da ist dieses Loch – diese Sehnsucht – in unserem Herzen. Wir wollen lieben und geliebt werden. Einen Vertrauten haben. Einen Lebensgefährten. Aber der Götze „Liebe“ verlangt manchmal große Opfer: unser ungeteiltes Herz für den Herrn. Was sollen wir also tun? Gott hat die Antwort für uns. Denn ich garantiere euch eine Sache: Wonach wir in einer Beziehung suchen, kann uns niemand geben – außer Gott.

Denkt kurz mit mir über folgende Frage nach: Wonach suchen wir in einer Beziehung? Ich denke, wir suchen jemanden, der für uns da ist. Einen Seelenverwandten, einen Gefährten. Jemand, der nach einem langen Tag auf uns wartet, wenn wir nach Hause kommen. Wir suchen jemanden, der uns nicht verlässt – auch dann nicht, wenn die Dinge schwierig werden und das Leben chaotisch. Wir wollen jemanden, der sich um uns kümmert. Jemand, der sich um uns Sorgen und Gedanken macht. Jemand, der uns zuhört. Jemand, der sich an uns erinnert – selbst dann, wenn niemand anderes es tut. Wir suchen jemanden, der uns vergibt, wenn wir es vermasselt haben. Wir wollen jemanden, der uns liebt – bedingungslos liebt.

Aber darf ich euch etwas verraten? – Es gibt kein menschliches Wesen, dass uns das bieten kann. Als diese Welt in Sünde fiel, brach das Herz der romantischen Liebe. Jedes menschliche Wesen wird uns enttäuschen. Wisst ihr, wer an den Märchenprinzen glaubt? Diejenigen, die noch nie verheiratet waren! Denn sobald man einen anderen Menschen näher kennenlernt, findet man heraus, dass wir alle zerbrochen sind. Selbst die besten Beziehungen und Ehen haben ihre Probleme. Ich will nicht sagen, dass eine Ehe uns die genannten Dinge nicht geben kann. Aber ein anderer Mensch kann uns all das nicht immer und zu jedem Zeitpunkt geben. Wie viele Scheidungen gibt es in unserem Land? Menschen dachten, sie hätten es gefunden – aber dem war nicht so. Und selbst die besten Ehen werden durch den Tod geschieden. Witwen und Witwer weinen an Gräbern. Denn sie vermissen diesen Menschen, der nun nicht mehr da ist. Der Götze „Liebe“ sagt uns: Ich kann dir all das geben, wonach sich dein Herz sich sehnt. Die Wahrheit ist: Er kann es nicht.

Aber es gibt jemanden, der es kann! Es gibt jemanden, der gesagt hat:

Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Es gibt jemanden, der gesagt hat: Ich werde dich niemals verlassen, sondern immer für dich da sein. Ich vergebe dir deine Schwachheit.

Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten.

Das ist das, was Gott uns sagt! Die Liebe, die wir wollen, kann uns nur Gott geben. Wenn ihr jemanden wollt, der für euch da ist: Wie wäre es mit dem Gott, der immer für euch da ist? Wenn ihr jemanden wollt, der euch zuhört: Wie wäre es mit dem Gott, der immer ein Ohr für euch hat? Wenn ihr jemanden wollt, der euch liebt: Wie wäre es mit dem Gott, dessen Wesen und Charakter mit dem Wort „Liebe“ beschrieben wird? Wenn ihr hinter diesen Dingen her seid: Wie wäre es mit dem Gott, der euch niemals enttäuschen, niemals ein Versprechen brechen und niemals gegen euch sündigen wird?

Wollt ihr Teil eines „Märchens“ sein? Ihr seid in Ketten gefangen und werdet von einem bösen Drachen bewacht. Der Prinz muss die Behaglichkeit seines Palastes verlassen. Er kommt auf einem weißen Pferd angeritten, um euch zu retten. Selbst dann, wenn es ihn sein Leben kostet.

Ich habe diese Geschichte schon einmal gehört. Da war ein Prinz im Himmel. Der Prinz des Friedens – der Friede-Fürst. Er verließ seinen Thron, weil seine Schöpfung in Bedrängnis geraten war. Von ihrer eigenen Sünde war gefangen – bewacht von der alten Schlange namens Satan. Unfähig, sich selbst zu befreien. Der Prinz gab sein Leben, so dass er – nämlich Jesus – und seine Gemeinde glücklich leben können – nicht nur bis zum Ende ihrer Tage, sondern für immer.

Wisst ihr, dass die Geschichte hinter jeder Geschichte, die wir unseren Kindern erzählen, die Geschichte des Evangeliums ist? In der vergangenen Woche habe ich mir die Geschichten einiger Disneyfilme und Märchen der Gebrüder Grimm angeschaut. Kommt euch davon irgendetwas bekannt vor?

„Rapunzel – neu verföhnt“: Eine Prinzessin namens Rapunzel wird in einem Turm von der bösen Hexe Gothel gefangen gehalten. Der einzige Weg, wie sie befreit werden kann, ist der: Ein Traumprinz muss kommen und sein Leben als Austausch für ihres geben. Selbst, wenn er seins dabei verliert. Und er gibt sein Leben her für sie, nur um wenig später wieder auferweckt zu werden. Klingt das vertraut in euren Ohren?

„Schneewittchen“: Ein Mädchen beißt in eine Frucht, die sie nicht hätte essen sollen. Klingt das vertraut? 1Mose 3! Das Essen der Frucht bringt nicht nur einen Fluch über sie – sondern über das ganze Land. Und der Einzige, der diesen Fluch brechen kann, ist der Prinz mit seinem Kuss der wahren Liebe. Klingt das vertraut?

„Aschenputtel“: Eine Frau wird unterjocht. Sie muss arbeiten, arbeiten und kommt niemals frei. Bis der Prinz kommt und sie von ihrer Gefangenschaft erlöst, damit sie für immer tanzen kann. Die Geschichte, die wir lieb und gern erzählen, ist die Geschichte des Evangeliums.

Wenn ihr das versteht, dass ihr unglaublich geliebt werdet; dass ihr einen Prinzen namens Jesus habt; dass ihr glücklich sein dürft und zwar für immer und ewig; dass der Tod euch nicht von Jesus trennen kann, weil er an Ostermorgen auferstanden ist; und der Tod eure Beziehung zu ihm deshalb nur größer und tiefer machen kann, dann müsst ihr niemals der Liebe als Götzen dienen.

Wenn dann jemand zu euch kommt und sagt: „Mit mir wirst du niemals allein sein!“ Dann könnt ihr sagen: „Ich bin es nicht! Denn Gott ist immer an meiner Seite.“ „Aber ich werde immer für dich da sein, Schatzi.“ Dann könnt ihr sagen: „Ich habe schon jemanden, der immer für mich da ist. Und er nennt mich nicht Schatzi. Er nennt mich Sohn. Er nennt mich Tochter. Und er ist immer für mich da und wird mich nie verlassen!“

Heute Morgen möchte ich mit einer Botschaft für fünf unterschiedliche Gruppen enden, von denen ich denke, dass sie heute hier sitzen.

  • Die erste Gruppe: diejenigen unter euch, die Single sind und auf der Suche sind.

Es gibt eine Frage, die ihr zeitig und oft demjenigen stellen solltet, den ihr gut findet. Und die Frage lautet: „Passt du zu Jesus?“ Nicht: „Gehst du in die Kirche?“ Nicht: „Glaubst du an Gott?“ Sondern, wenn ihr euch verliebt, stellt die Frage: „Passt du zu Jesus?“ Ist der Andere bereit, sich unter die Autorität von Jesus zu beugen? Wenn es um Geld, Vergnügen, Zeit oder was auch immer geht: Ist der andere bereit zu sagen: „Ich liege daneben und Jesus liegt richtig“. Man muss das nicht so hart sagen, wie ich – ihr könnt das liebevoller und freundlicher tun, als ich gerade. Aber, wenn ihr Single seid, dann bitte ich euch: Versucht euer Herz nicht jemanden zu schenken, der sein Herz nicht Jesus schenkt. Geht keine Kompromisse ein! Sucht nicht nach jemanden, der euch ein Christ sein lässt. Sondern wartet auf jemanden, der euch zu einem besseren Christen macht.

  • Zweitens: Für diejenigen, die Alleinstehend sind:

Hört damit auf, Disney oder den Gebrüdern Grimm zu glauben! Was ihr tun müsst, wenn ihr alleinstehend seid – gerade wenn ihr schon ein bisschen älter seid: Lest 1. Korinther 7. Und dann lest das Kapitel noch einmal. Und noch einmal. Denn Paulus sagt in diesem Kapitel, dass es einige großartige Segnungen gibt, wenn man nicht verheiratet ist. Paulus hat auch schöne Dinge über die Ehe geschrieben. Aber er sagt: Es gibt einige Vorteile, wenn man nicht verheiratet ist. Vorteile, die auch Paulus selbst hatte: zum Beispiel Zeit oder Flexibilität für Gott. Und darum hört auf, schlecht über euren Beziehungsstatus zu denken. Lasst euch nicht davon überzeugen, dass eine Ehe unbedingt notwendig ist. Ihr seid ein wichtiger Teil im Reich Gottes – gerade als Alleinstehende! Lasst euch darum nicht von unserer Kultur einreden, dass ihr weniger als das wärt – denn ihr seid es nicht!

  • Drittens: Für die Nichtchristen unter uns:

Ich freue mich, dass ihr hier seid. Und ich möchte, dass ihr eine Sache wisst: Jesus bedeutet für uns Christen alles! Wir glauben, dass Jesus uns schon geliebt hat, als wir noch richtig im Schlamassel steckten. Als wir nur für uns selbst gelebt haben, starb Jesus für uns. Obwohl wir nichts verdienen, gibt Jesus uns alles, was ihm gehört. Und deshalb wird Jesus immer die Nummer 1 in unserem Herzen sein. Und das müsst ihr wissen: Wenn ihr eine Meinung zum Thema Zeit, Geld, Vergnügen, usw. habt, respektieren wir das. Aber es wird niemals die wichtigste Meinung für uns sein. Denn die wichtigste Meinung gehört Jesus. Wenn ihr also hinter dem Herzen eines Christen her seid, müsst ihr zuerst zum Herzen Jesu gehen!

  • Viertens: Für die Verheirateten unter uns:

Das kann heute in zwei in Richtungen für uns gehen, oder? Das, was manche unter uns in ihren Herzen fühlen, wenn sie an Liebe denken, ist einfach nur: „Danke, Herr! Danke! Bei einer der wichtigsten Entscheidungen im Leben hast du mich mit jemanden gesegnet, der dich liebt.“ Meine Ehe ist nicht perfekt. Aber Gott hat mir das größte Geschenk gemacht, als er mir meine Frau gab. Er hat mir jemanden geschenkt, der um vieles reifer in ihrem Glauben ist, als ich es bin. Eine Frau, die mir bei meiner Arbeit den Rücken freihält. Eine Frau, die mit unseren Kindern zum Beispiel Bibelverse lernt – und so vieles mehr. Manche unter uns können wirklich jeden Tag innehalten und sagen: „Danke, Gott!“

Für diejenigen unter euch, die nicht in dieser Situation sind: Gebt nicht auf! Ihr mögt nicht mit jemanden verheiratet sein, der Jesus liebt. Euer Ehepartner interessiert sich nicht für Gottes Wort. Vielleicht es er sogar feindlich gegenüber dem christlichen Glauben eingestellt. Aber gebt nicht auf! Das ist auch das, was Petrus euch sagt:

Desgleichen sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen, damit auch die, die nicht an das Wort glauben, durch den Wandel ihrer Frauen ohne Worte gewonnen werden, wenn sie ansehen, wie ehrfürchtig und rein ihr lebt.

Wer weiß, ob ihr nicht derjenige seid, der eurem Ehepartner dabei hilft, zum Glauben zu finden. Also gebt nicht auf! Dient eurem Ehepartner. Respektiert ihn. Liebt ihn. Ihr wisst niemals, was der Heilige Geist tun wird. Und selbst wenn er niemals zum Glauben kommt: Gott sagt, eure Arbeit ist nicht umsonst. Er sieht es! Und eines Tages wird er euch in die Augen blicken und sagen: „Gut gemacht, mein Sohn. Gut gemacht, meine Tochter! Ich habe gesehen, was du getan hast.“ Gebt also nicht auf!

  • Für die Eltern unter uns:

Ich möchte, dass ihr mit euren Kindern ein Gespräch über das Weitergeben der Flamme führt. Wenn das Alter kommt, wo sich eure Kinder für das andere Geschlecht interessieren – bei meinen Kindern ist das mit 37 – führt mit ihnen ein Gespräch darüber, was im Leben am meisten zählt. Nämlich das Wissen, wie sehr wir von Jesus geliebt werden. Es geht nicht darum, ob wir reich sind, berühmt oder erfolgreich. Aber was wichtig ist: Jemanden zu finden, der Jesus so liebt, wie wir es tun. Denn ich würde alles für die Liebe tun. Aber ich werde Jesus niemals aufgeben.

Amen.