Vollkommen frei

St. Petrigemeinde ZwickauPredigten

2. Sonntag nach dem Christfest, St. Petri 2022

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen. Amen.

Liebe Freunde in Christus!

Die Eltern zu enttäuschen, kann das Schlimmste sein, oder? Ich erinnere mich an mein letztes Schuljahr. Wir hatten soeben ein Theaterstück aufgeführt und waren nun unterwegs, um das zu feiern. Es begann direkt nach der Aufführung. Erst ein Glas Sekt zum Anstoßen, dann noch eins. Irgendwann landeten wir im Haus eines Freundes, dessen Eltern gerade nicht da waren. Wir entdeckten die kleine Hausbar, die es dort gab. Und obwohl ich bis zu diesem Zeitpunkt kaum Erfahrungen mit Alkohol gesammelt hatte, trank ich an diesem Abend wild durcheinander. Später brachte mich ein Freund nach Hause. Alles, was ich von da ab weiß, entspringt nicht meiner eigenen Erinnerung. Denn ich hatte den ersten von zwei Filmrissen in meinem Leben.

Zuhause angekommen, versuchte ich, die Wohnungstür aufzuschließen, was mir aber misslang. Ich muss dabei einen solchen Lärm gemacht haben, dass ich meine Mutter weckte, die mir schließlich öffnete. „Ich bin betrunken“, soll ich gelallt haben. Anschließend bin ich in mein Zimmer gewankt und hatte auf dem Weg dorthin eine Begegnung mit unserem Fernseher. Nach dieser Begegnung war einer von uns beiden tot. In meinem Zimmer angekommen, muss ich mich derart übergeben haben, dass meine Mutter mich einfach liegen ließ.

Dann kam der nächste Morgen. Abgesehen von den fiesen Kopfschmerzen, fühlte ich mich innerlich grauenvoll. Denn ich konnte nicht ewig in meinem Zimmer bleiben. Ich musste aufstehen und meiner Mutter in die Augen schauen – kein schöner Gedanke. Denn die Erwartungen, die bei uns zuhause herrschten, hatte ich grob missachtet. Das alles ist über 20 Jahre her. Und doch kann ich mich ziemlich genau an das Gefühl dieses Morgens erinnern.

Habt ihr jemals den Ballast gespürt, jemanden enttäuscht zu haben? Es ist eines der grausamsten Gefühle der Welt, den Erwartungen anderer nicht zu entsprechen. Das kann man selbst sein, jemand auf Arbeit, in der Familie oder im Freundeskreis. Vielleicht reichen die Erinnerung bis in die Kindheit zurück, als man der Mutter das Zeugnis vorlegen musste, die sich so viele Sorgen wegen der Schule machte. Vielleicht erinnert man ihren Gesichtsausdruck, der umso enttäuschter wirkte, desto mehr schlechte Noten sie lesen musste. Vielleicht geschieht es auf Arbeit, wo man eine Aufgabe nicht geschafft hat und nun die Enttäuschung des Chefs ertragen muss. Vielleicht versprach man einem seiner Kinder, zur Aufführung in der Schule zu kommen. Aber dann kam etwas dazwischen und man schaffte es nicht. Und nun geht man auf die Knie, schaut seinem Kleinen ins Gesicht und muss erklären, warum man seine Erwartungen enttäuschen musste. Dieses Gefühl kann in der Tat eines der grausamsten der Welt sein.

Dieses Gefühl ist es auch, welches uns in unserer Beziehung zu Gott ereilen kann. Wir empfinden dann, dass wir unseren himmlischen Vater enttäuscht haben. Denn die Art und Weise, wie wir lebten, entsprach nicht den Erwartungen, die er an uns stellte. Auch in diesem Fall kann das Gefühl grausam sein. Denn die Wahrheit ist: Gott stellt Erwartungen an uns. Wir nennen sie Gesetz oder Gebote. Und das sind hohe Erwartungen. Gott sagt zum Beispiel: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Mit anderen Worten: Wir sollen uns um die Probleme und Nöte anderer so kümmern, als wären es unsere eigenen. Wir sollen für andere genauso beten, wie wir uns wünschen, dass sie es für uns tun. Das ist eine hohe Erwartung, nicht wahr?

Und die Erwartungen werden noch größer. Denn wir sollen nicht nur unseren Nächsten lieben wie uns selbst – wir sollen Gott lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Und wir sollen Gott immer vertrauen, egal, wie sich das Leben auch entwickeln mag. Außerdem sollen wir Gottes Willen mehr lieben, als die Wünsche und Ansprüche von irgendjemand sonst.

Mit Erwartungen wie diesen müssen wir versagen. Und vielleicht geht es uns dann so, wie es mir damals mit meiner Mutter ging. Sich vorzustellen, Gott in die Augen blicken zu müssen, kann eines der grausamsten Gefühle der Welt sein.

Das ist der Grund, warum manche Menschen überaus religiös sind. Sie wollen Gottes Erwartungen keinesfalls enttäuschen. Sie gehen in die Kirche, geben großzügig Kollekte, teilen ihren Glauben mit anderen und halten mit großem Ernst Andacht. Sie tun all diese Dinge, weil sie Gottes Erwartungen nicht enttäuschen wollen. Denn das Gewicht göttlicher Enttäuschung ist das schlimmste.

Das ist auch der Grund, warum manche Menschen nicht mehr zur Kirche kommen. Sie kennen Gottes Gebote und wissen ganz genau, dass sie diesen nicht entsprechen. Und deshalb meinen sie, Gott könne gar nicht anders, als enttäuscht von ihnen zu sein.

Habt ihr euch jemals so gefühlt, dass die Gebote Gottes ein Ballast darstellten, der auf euren Schulter lastet: „Ich muss beten. Ich muss Bibel lesen.“ Aber da war keine Freude, sondern nur Last? Haben wir jemals so empfunden, dann dürfen wir heute erneut durchbuchstabieren, was der Apostel Paulus zu sagen hat. Denn seine Worte enthalten den einzigen Weg, sich vom schrecklichen Gefühl zu lösen, die Erwartungen Gottes nicht erfüllt zu haben.

Unser Predigttext stammt heute aus dem Römerbrief, Kapitel 8. Und wir beginnen bei Vers 1. Dort schreibt der Apostel:

So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

Das ist eine meiner liebsten Bibelverse.

So gibt es nun keine Verdammnis

Das griechische Wort für „Verdammnis“ entstammt der Gerichtssprache. Es bedeutet so viel wie „ein Urteil fällen nach Feststellung der Schuld“. Aber laut unserem Vers – wie viel Verdammnis gibt es seitens Gott gegenüber seinem Volk? Keine. Null. Nichts. Keine Enttäuschung. Keine Verurteilung. Keine Beschuldigung. Keine Anklage.

So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

Und nur für den Fall, dass das noch nicht gut genug war, denken wir an das kleine Worte mitten im Vers. Es gibt nun keine Verdammnis. „Nun“ ist ein Wort, welches man leicht überlesen kann. An dieser Stelle kommt ihm aber eine große Bedeutung zu.

Veranschaulichen wir es uns auf folgende Weise: Wer von euch könnte behaupten, er wäre jetzt in diesem Moment vollkommen schuldenfrei? Manche zahlen ihr Auto ab. Andere haben einen Kredit aufgenommen, um den Hausbau zu finanzieren. Und wieder andere haben sich Geld wegen ihres Geschäftes geliehen, welchen sie nun abstottern müssen. Fragen wir „Bist du schuldenfrei“, müssen wohl viele antworten: „Jetzt im Moment vielleicht nicht. Eines Tages möchte ich es aber gern sein. Ich schränke mich deshalb ein und arbeite hart, so dass ich meinen Kindern keine Schulden hinterlassen muss.“ Noch eine Frage: Was müsste passieren, damit wir alle miteinander sagen könnten, dass wir jetzt und hier schuldenfrei sind? Nun, jemand mit einem dicken Bankkonto und einem großen Herzen müsste uns wohl die Schulden bezahlen.

In gewisser Hinsicht spricht auch Paulus davon. Er sagt nicht: „So gibt es dereinst keine Verdammnis.“ Nein, er sagt: „So gibt es nun keine Verdammnis.“ Jetzt und hier. In diesem Moment. Solltet ihr den Video-Gottesdienst zum Jahreswechsel geschaut haben, wisst ihr, dass Paulus nur zwei Verse zuvor geschrieben hatte: „Ich elender Mensch. Ich bin übersät von Hornhaut und Schwielen, weil ich wieder und wieder in Sünde fiel.“ Aber zwei Verse sind nicht genug, um aus eigener Kraft von „elend“ zu „gerecht“ zu gelangen. Der einzige Weg, dass Paulus sagen kann, dass es nun keine Verdammnis mehr gibt, ist ein Gott voller Gnade und Liebe, der an unserer Stelle die Schuld der Sünde bezahlte.

Und wem gehört das? Dieser Vers gilt nicht nur einem Paulus oder einem Petrus, nicht nur den wahrhaft religiösen Leuten. Paulus schreibt:

So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

Oder mit anderen Worten: Gott ist nicht enttäuscht von seinem Volk. Ist man in Christus Jesus, was einfach ein Ausdruck dafür ist, dass jemand ein Christ ist – ist man in Christus, brachte man also seine Sünde vor Gott und blickte im Glauben aufs Kreuz und aufs leere Grab, dann gehören wir zu denjenigen, von denen Paulus hier spricht.

Ich weiß, die meisten von uns haben das Evangelium schon oft gehört. Aber ist das nicht beinahe zu gut, um es glauben zu können: Gott blickt nicht mit Strenge auf uns. Er ist nicht beschämt von uns. Er ist nicht sauer oder wippt ungeduldig mit dem Fuß, bis wir uns erklären. Er verurteilt uns nicht. Er verdammt uns nicht. Er beschuldigt uns nicht.

In Wahrheit gibt Gott uns das ganze Gegenteil davon. Laut meines Wörterbuches ist das Gegenteil von Verdammnis Befürwortung, Zustimmung oder Lob. Ist das nicht großartig? Gott befürwortet uns. Die Engel haben mit Gott gefeiert, als wir zum Glauben kamen.

So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

Auf eine sehr anschauliche Art hat das auch einmal der amerikanische Theologe Timothey Keller zusammengefasst. Er schreibt:

Sie glauben dem Evangelium, und das schon seit Jahren. Aber – und das ist ein großes Aber – Sie haben den Eindruck, dass Sie immer noch täglich in den Gerichtssaal hineingesogen werden. Sie spüren, Sie leben anders, (als die Bibel) es beschreibt. Die Anklage holt Sie immer wieder ein.

Oder anders formuliert: Man hat das grausame Gefühl, Gott wäre immer noch von uns enttäuscht. Und dann schreibt Keller weiter:

Alles, was ich dazu sagen kann, ist: Wir müssen das Evangelium immer wieder neu erleben: mit jedem Gebet, mit jedem Gottesdienst. Wir müssen es immer wieder neu durchbuchstabieren und uns fragen: Was tue ich im Gerichtssaal? Ich sollte nicht hier sein. Die Verhandlung ist vertagt. Wir können es Paulus nachsprechen: ‚Was ihr denkt, ist mir egal, und was ich denke, ist mir auch egal. Nicht egal ist mir, was Gott denkt.‘ Und das hat er uns gesagt: So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.1

Wir meinen gelegentlich ganz sicher, wir hätten Gott enttäuscht. Auch die Erwartungen unserer Mitmenschen mögen wir oft nicht erfüllt haben. Aber weder das eine noch das andere spielen eine Rolle. Wichtig ist allein, was Gott denkt. Und darüber hat er uns nicht im Unklaren gelassen:

So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

Der Richter Himmels und der Erden versichert uns seines Urteils. Und dieses lautet: Nicht schuldig! Sondern er nimmt uns als seine Kinder an. Keine Verdammnis, sondern Freiheit. Keine Enttäuschung, sondern ewige Annahme. Unsere Sünde mag irdische Konsequenzen nach sich ziehen, aber Gott hat dennoch Wohlgefallen an denen, die in Christus Jesus sind.

Wie ist das möglich? Uns überkommt das bleierne Gefühl, Gott oder andere Menschen enttäuscht zu haben. Wie kann es da sein, dass Gott uns hier so klar sagt, dass er nicht enttäuscht ist? Paulus erklärte es uns im nächsten Vers. Dort schreibt er:

Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.

Der Vers ist vollgepackt mit Aussagen. Schauen wir kurz genauer hin. Im Vers ist die Rede vom „Gesetz der Sünde und des Todes“. Das ist im Grunde einfach ein anderer Ausdruck für das, was wir manchmal den „Alten Bund“ nennen. Gott sagte einst: „Seid heilig, wie ich heilig bin.“ Erfüllt ihr das nicht, könnt ihr nicht mit einem vollkommen Gott sein. Das tötete uns. Wegen unserer Sünde erlitten wir den geistlichen Tod.

Paulus spricht im Vers aber noch von einem anderen Gesetz – dem „Gesetz des Geistes“, welches uns frei gemacht hat. Gemeint ist ein ganz anderes Prinzip, welches uns nicht tötet, sondern „lebendig macht in Christus Jesus“.

Was bedeutet das alles? Paulus schreibt in unserem Text weiter (3):

Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: Er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch,

Was ihr und ich niemals tun könnten – der Enttäuschung Gottes entkommen – das tat Gott an unserer Stelle und zwar durch Jesus Christus. Er tat es durch das, was Luther einst den fröhlichen Wechseln nannte.

Der fröhliche Wechsel bedeutet das folgende: Gott sandte seinen Sohn in diese Welt. Als kleines Baby wurde er in Bethlehem geboren – in der Gestalt des sündigen Fleisches, wie Paulus es ausdrückt. Aber ein Sünder war Jesus nicht. Sondern er erfüllte alle Erwartungen Gottes. Liebte Jesus seine Nächsten wie sich selbst? Ja, natürlich. Wie oft tat er das? Immer und zu jeder Zeit.

Erinnern wir uns beispielsweise an den Tod Johannes, des Täufers. Jesus ist ein Mensch. Deshalb trauerte er über den Tod seines Freundes. Um in seiner Trauer allein sein zu können, zog er sich auf einem Boot in eine einsame Gegend zurück. Doch das bedürftige Volk folgte ihm und bedrängen den trauernden Jesus mit Hilferufen. Wie wären wir mit der Situation umgangenen? Ich für meinen Teil wäre wohl ziemlich ungehalten gewesen: „Kann ich nicht wenigstens jetzt Ruhe haben?!“ Aber wie reagierte Jesus?

Und Jesus stieg aus und sah die große Menge; und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.

Und sie jammerten ihn – weil Jesu Liebe zu Menschen vollkommen ist.

Und Gott hatte die Erwartung an Jesus, dass er ihn von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt liebt. Hat Jesus das erfüllt? Ja! Wie oft tat Jesus das? Immer. Er stirbt sogar an einem Kreuz und vertraut trotz dessen seinem himmlischen Vater. Und so ist es kein Wunder, dass der Vater anlässlich der Taufe seines Sohnes sagte:

Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Könnt ihr es euch vor Augen halten, dass Gott das über uns ganz genauso sagt? Könnt ihr euch vorstellen, dass er das Dach eures Hauses aufreißt und vom Himmel herab spricht:

Dies mein lieber Sohn, dies ist meine liebe Tochter, an der ich Wohlgefallen habe.

Haltet den Gedanken kurz fest und schaut auf den letzten Vers für heute. Paulus schreibt:

Das tat Gott, damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist.

„die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert“ – also die Erwartungen Gottes an uns – sie alle sind in uns erfüllt – wegen des fröhlichen Wechsels. Mit anderen Worten: All den Zorn, all die Enttäuschung Gottes wegen unserer Sünde, nahm Jesus uns ab und erlitt Gottes Zorn am Kreuz an unserer Stelle. Das ist der fröhliche Wechsel, weil Jesus uns im Gegenzug seine Gerechtigkeit schenkte – den Wohlgefallen, den Gott an ihm hat. Und deswegen gibt es keine Verdammnis mehr, keine Enttäuschung.

Könnt ihr euch Gottes Angesicht vorstellen, wenn er an euch denkt? Wegen des fröhlichen Wechsels ist „die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt“. Mit anderen Worten: Alles, von dem Gott wollte, dass wir es tun, haben wir in seinen Augen voll und ganz erfüllt – wegen Jesus. Würde Gott uns gegenüberstehen, würde er sagen: „Du bist der geduldigste Mensch, dem ich je begegnet bin. Du bist der perfekte Ehemann. Du bist die beste Ehefrau. Nichts kam deinen Gebeten je in die Quere. Dein ganzes Leben war ein einziger großer Gottesdienst. So vielen Versuchungen bist du begegnet, aber allen hast du widerstanden. Ich bin so stolz auf dich.“

Was denkt ihr bei all dem? Geht es euch wie mir und der Gedanke will sich einschleichen: „Doch nicht ich!“ Aber Gott betrachtet uns so – nicht wegen unserer Vergangenheit, sondern wegen Jesu Vergangenheit.

Ich musste an eine andere lieb gewonnene Stelle aus dem Propheten Zefania denken. Dort heißt es:

Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein.

Gott ist fröhlich mit Jauchzen – nicht über die Schöpfung, nicht über die Engel, nicht über die Erlösung im allgemeinen, sondern über dich. Denn die Art und Weise, wie wir leben, ist vollkommen und gerecht – wegen Jesus.

Meine Lieben, Gott will, dass sein Volk das nie vergisst. Deshalb gab er uns eine Erinnerung. Wir finden sie auf diesem Bild:

https://ketefhinnomsilverscrolls.github.io/about.html
https://ketefhinnomsilverscrolls.github.io/about.html

Was wir sehen, ist auf den ersten Blick nicht viel. 1979 wurde bei Ausgrabungsarbeiten in der Nähe Jerusalems eine Silberrolle gefunden. Sie ist mit einem Loch versehen, weil sie vermutlich als eine Art Anhänger getragen wurde. Über 2.500 Jahre ist sie alt. Wenn man sie aus der Nähe betrachtet, erkennt man, dass darauf etwas in hebräischer Sprache geschrieben steht. Es handelt sich um einen Bibelvers. Offenbar war er für die Menschen damals so bedeutsam, dass man ihn als Halsschmuck trug. Und um welchen Vers handelt es sich? Ihr kennt ihn alle:

Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Gottes Angesicht leuchtet über uns. Er betrachtet uns nicht im Zorn. Er schaut nicht auf uns herab mit Enttäuschung, sondern mit Gnade und im Frieden.

So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

Und deshalb sagt Gott über jeden von uns:

Du bist mein lieber Sohn, du bist meine liebe Tochter, an der ich Wohlgefallen habe.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

  1. Timothy Keller, Vom Glück selbstlos zu leben, Gießen, 2014, S. 38f