Vom Schatz im Acker und der kostbaren Perle

St. Petrigemeinde ZwickauPredigten

Mt 13,44-46, St. Petri 2021

Liebe Freunde in Christus!

Er glaubte aufgrund einer schweren Erkrankung, nicht mehr lange am Leben zu sein und fasste daher einen Entschluss. Als Kunsthändler hatte er es zu stattlichem Reichtum gebracht. Und da ihm die Ärzte gesagt hatten, er würde nur noch wenige Monate leben, wollte er ein wenig Spannung in seine restliche Zeit auf Erden bringen. Der Mann beschloss also, eine aus dem 12. Jahrhundert stammende bronzene Schatzkiste zu verstecken, die ein möglicher Finder samt Inhalt behalten durfte. Goldklumpen packte der Mann in die Kiste hinein, ebenso Edelsteine und seltene Münzen. Der geschätzte Wert: 1 bis 3 Millionen Euro. Den Schatz verbarg der Kunsthändler im Gebiet der Rocky Mountains, die sich in Nordamerika befinden. Anschließend veröffentlichte er ein Buch, welches unter anderem ein Gedicht enthielt. Das Gedicht gab eine Reihe an Hinweisen, die mögliche Interessenten auf die richtige Spur bringen sollten.

Es dauerte nicht lang und die ersten Schatzjäger begaben sich in die Spur. Erst waren es ein paar wenige. Aber umso länger die Schatzsuche andauerte, desto mehr Menschen beteiligten sich daran. Zunächst waren es Hunderte, dann Tausende – jeder von ihnen mit der Hoffnung erfüllt, die besondere Kiste zu finden, die in der Lage war, das Leben vollständig auf den Kopf zu stellen. Viele suchten – einige starben. Mindestens sechs Menschen sind bei der Jagd nach dem Schatz ums Leben gekommen. Ein Mann stürzte aus 150 Metern Höhe in den Tod. Das Floß eines anderen Schatzsuchenden kenterte und dieser ertrank. Ein Pastor teilte seiner Familie, er würde sich nun ebenso auf die Suche begeben. Wenige Tage später fand man seinen leblosen Körper – irgendwo ans Ufer gespült.

Die Jahre vergingen. Gerüchte und Theorien machten die Runde. Manche glaubten, es handle sich um einen erdachten Schwindel, um Bücher zu verkaufen. Bis zu einem Samstag mitten in einer weltweiten Pandemie: Am 6. Juni 2020 fand ein 32jähriger Medizinstudent die Kiste aus dem 12. Jahrhundert und sandte ein Foto seiner Entdeckung an den ursprünglichen Besitzer. Mit einem Mal war er in der Lage, all seine Schulden zu begleichen. Denn die kleine Kiste – 25cm breit, 25cm tief, 15cm hoch – hatte ihn zum Millionär gemacht.

Eine spannende Geschichte, oder? Denn Schätze haben etwas an sich, das das menschliche Herz ergreift. Wenn Eltern eine auf alt gemachte Schatzkarte unter dem Bett ihrer Kinder verstecken würden, möchte ich das Gesicht sehen, wenn sie sie entdecken. Ob nun geheim, versteckt, verloren oder wie auch immer: Ein Schatz regt unsere Fantasie an. Besonders der Gedanke, man selbst könnte die Person sein, die ihn findet. Von einem Augenblick auf den anderen würde sich das Leben vollständig verändern. Deswegen spielen Schätze eine Rolle, solange Menschen sich Geschichten erzählen.

Einen Schatz zu finden ist allerdings nicht ganz einfach. Es liegt in der Natur der Sache, dass man einen Berg besteigen oder in eine verwunschene Höhle vordringen muss, um eine solche Kostbarkeit zu finden. Und doch – bis zum heutigen Tag gibt es Schatzjäger. Nicht, weil sie meinen, es sei einfach. Sondern weil sie glauben, der Schatz sei es wert. Und gemäß unserem Heiland ist diese Aussage etwas, das man auch über ihn – über Jesus höchstpersönlich – wissen muss.

Denn das Leben als Christ in dieser Welt ist nicht immer einfach – im Gegenteil: Es kann mit großen Schwierigkeiten verbunden sein. Jesus sprach immer wieder darüber, was es Menschen kosten würde, ihm nachzufolgen. Damit wollte er nicht sagen, dass wir uns den Weg in den Himmel verdienen oder mit unseren guten Werken bezahlen müssten. Er selbst würde die Ewigkeit mit seinem Leben, Leiden, Sterben und Auferstehen für uns erlangen. Und doch war Jesus sehr offen darüber, dass es kein leichter Weg ist, sein Jünger zu sein. Er sagte zum Beispiel:

Wer sein Leben lieb hat, der wird’s verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird’s erhalten zum ewigen Leben.

Oder:

Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.

Manchmal klingen seine Worte beinahe so, als wollte es Jesus Menschen geradezu ausreden, sein Nachfolger zu werden. Das wollte er natürlich nicht. Nur sagte er es eben klar und deutlich: Ihm nachzufolgen, ist nicht immer leicht. Denn wir sollen Gott von ganzem Herzen lieben und unseren Nächsten wie uns selbst. Das wird schon im Vaterunser deutlich, wo es in der dritten Bitte heißt: „Dein Wille geschehe“. Was für eine Aussage – nicht nur in unserer heutigen Zeit! Meine eigene Wunschliste soll ich beiseitelegen und stattdessen sagen: „Nicht, was ich will, sondern was du willst, Gott. Du bist der König. Du bestimmst. Du gebietest. Und ich ordne mich dem unter. Du gibst die Richtung vor. Und ich folge. Ich ändere meinen Sinn. Nicht du. Ich bin ein Bewohner deines Reiches. Und du Herr und König.“

„Dein Wille geschehe.“ Schon hunderte Male haben wir das in unserem Leben gebetet. Aber es eine schwere Sache, das zu sagen und es auch genauso zu meinen: Sich dem Willen unseres himmlischen Vaters vollkommen zu unterwerfen. Denken wir noch kurz etwas genauer über die Schwere der Gebote nach. Mit unserem himmlischen Vater sollen wir eine Beziehung und keine anderen Götter neben ihm haben. Und wie die Beziehung zu einem Freund oder dem Partner benötigt auch unsere Beziehung zu Gott eine ganze Menge Zeit. Zeit, um sein Wort zu studieren. Zeit für den Gottesdienst. Zeit, um zu beten. Zeit, um das Reich Gottes zu suchen. Zeit, seinen Geboten zu folgen. Die Beziehung zu Gott kostet uns genau das, wovon wir alle nur so wenig haben: Zeit.

Aber nicht nur Zeit ist ein Thema, sondern auch Geld. Jesus geht es nicht um die 10 Euro in der Kollektenbüchse. Es geht ihm auch nicht um den Zehnten unseres Einkommens. Nein, Jesus will der Herr über alles sein, was wir besitzen. Das bedeutet nicht, dass wir alles der Kirche oder den Armen spenden müssten. Aber Jesus ist der Geber aller guter Gabe und wir sind nur die Verwalter, nur die Haushalter. Wenn er will, dass wir den Armen geben, sollen wir den Armen geben. Wenn er will, dass wir sparen, um andere Menschen zukünftig segnen zu können, dann sollen wir sparen. Wenn er einverstanden ist, dass wir Geld ausgeben, dann sollen wir es ausgeben. Denn all unser Besitz – nicht nur ein Teil davon – gehört ihm. Und dann sollen wir uns obendrein nicht sorgen. Wir sollen uns nicht sorgen, wenn die Krankheit trotz Behandlung und zahlreicher Gebete nicht besser zu werden scheint. Wir sollen uns nicht sorgen, wenn man als Schüler nur verlacht wird, weil man nicht an die Evolution, sondern an die Schöpfung glaubt. Und wir sollen uns nicht sorgen und sagen:

Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?

Schon eines der genannten Dinge würde den christlichen Glauben schwer machen. Aber wir kennen alle 10 Gebote. Wir wissen, was Jesus im Vaterunser gelehrt hat. Wir sind als ganzer Menschen angesprochen – mit unserer Zeit, unserem Besitz, unserem Sorgen, unseren Sehnsüchten, der Art und Weise, wie wir Menschen behandeln – wie wir alles tun – jeden einzelnen Tag. Gottes Wille geschehe – jetzt und allezeit. Und das bedeutet, dass wir unseren Sinn ändern müssen hinsichtlich vieler Dinge unseres Lebens.

Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.

Wenn das schwer wird, mag einem die Frage in den Sinn kommen: Ist es das wert? Fühlt es sich nicht eher wie Schinderei an, Gott nachzufolgen? Die Standards sind hoch. Menschen zu lieben ist schwer. Man versucht es und betet. Und dann fällt man und versagt. Man bekennt seine Sünden, steht wieder auf und versucht es erneut. Man versucht es wieder. Man fällt und versagt wieder. Und wieder steht man da und bekennt. Tag für Tag. Woche für Woche. Jahr um Jahr. Und doch erreicht man es nicht. Und die Freude, die Ruhe, die Zufriedenheit, von der die Heilige Schrift sprechen: Ja, all das klingt gut. Aber das ist nicht, was man fühlt. Was man empfindet, ist stattdessen die Last der Erwartungen.

Für all die Momente, in denen sich der Glaube wie eine schwere Last anfühlt, erzählte Jesus einmal zwei kurze Gleichnisse. Wenn Erwartungen und Lasten unser Glück in den Schatten stellen, dann dürfen und sollen wir diese Geschichten lesen und bedenken. Genau das wollen wir nun tun: Unser Predigttext stammt heute Morgen aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 13. Zunächst hören wir das bekannte Gleichnis mit dem Titel „Vom Schatz im Acker“. Jesus sagt:

Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.

Ende – es ist tatsächlich eine kurze, aber gute Geschichte. Sie erzählt von einem Schatz – ganz ähnlich dem, von welchem ich eingangs berichtete. Damals gab es noch keine Banken, auf die Menschen ihr Erspartes hätten bringen können. Und so stolperte der Mann aus dem Gleichnis über einen Schatz im Acker. Und was tat er als Nächstes? Er verbarg ihn wieder und ging hin und verkaufte… wie viel?! Alles, was er hatte! Und wie ging es ihm dabei? „in seiner Freude ging er hin“, heißt es in unserem Text.

In seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker

Ich stelle mir diesen Mann vor, wie er alles verkauft, was er hatte. Einer seiner Freunde sieht es und sagt: „Hey, Freund. Was tust du da?“ Dabei beobachtet er das breite Grinsen auf dessen Gesicht. Der Freund ist fassungslos: „Was? Auch das verkaufst du? Das hast du doch immer geliebt? Wie kannst du das jetzt weggeben?! Nein! Du verkaufst das?! Ohne das kannst du doch nicht leben?!“ Aber das breite Grinsen wird nur noch breiter. Warum? Nicht, weil er nicht mochte, was er hatte. Aber – und das ist der Punkt – er hatte einen besseren Schatz gefunden. Man kann nur dann mit Freude auf das verzichten, was man hatte, wenn man etwas Besseres gefunden hat als das, was man hatte. Und gemäß Jesu Worten verhält es sich mit dem christlichen Glauben genauso. Es stimmt, wir könnten stundenlang nachdenken und darüber reden, was schwierig und hart ist am christlichen Glauben. Über die Dinge, die man verliert – über kurzanhaltende Freunden, die Gewohnheiten – auf all das könnten wir uns konzentrieren. Jesus allerdings lenkt unseren Blick auf etwas anderes: Nämlich, dass er der überlegene Schatz ist.

Und was ist in Jesu Schatzkiste – welche geistlichen Segnungen? Zunächst bietet Jesus uns Vergebung – frei und ohne unsere Werke. Welcher Mensch, den ihr kennt, würde das jemals tun? Wenn man es mit jemandem vermasselt, muss man dafür arbeiten, das Vertrauen und die Beziehung wiederherzustellen. Nicht so Jesus: Er vergibt frei und umsonst. Das griechische Wort für Vergebung bedeutet wörtlich „etwas oder jemanden wegschicken“. All die Worte, von denen wir wünschten, wir hätten sie nie gesagt; all die Entscheidungen, die wir gern zurücknehmen würden; all die Taten, die wir bereuen: Sie hängen nicht länger als ein Damoklesschwert über uns – Gott hat sie weggeschickt.

So fern der Morgen ist vom Abend, lässt Gott unsre Übertretungen von uns sein.

Wir mögen uns wegen unserer Sünden miserabel fühlen und oft über sie nachdenken. Gott tut das allerdings nicht. Er hat unsere Sünde von uns getrennt. Sie weggeschickt. Sie vergeben. Und zwar alles! Die sogenannten „kleinen“ Sünden ebenso wie all die schlimmen Dinge. Die nicht gesellschaftsfähigen Sünden ganz genauso wie die, die wir gemeinhin akzeptieren. Und egal, wie schlecht wir uns auch fühlen – alles ist vergeben. Das ist der Schatz. Das ist Jesus.

Und direkt neben der Vergebung liegt in der Schatzkiste die Tatsache, dass Gott für uns ist.

Ist Gott für uns, – so fragt Paulus im Römerbrief – wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

Gott für uns! Manchmal, wenn man durch eine schwere Zeit im Leben muss, ist man versucht zu meinen, Gott sei gegen uns. Aber für einen Christen ist das niemals wahr. Weil jede unserer Sünden weggeschickt wurde, hat Gott keinen einzigen Grund, gegen uns zu sein. Weil Jesus für unsere Übertretungen litt und starb, ist der Gott des Universums für uns – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Wie es im Lied heißt:

Ist Gott für mich, so trete / gleich alles wider mich; / sooft ich ruf und bete, / weicht alles hinter sich. / Hab ich das Haupt zum Freunde / und bin geliebt bei Gott, / was kann mir tun der Feinde / und Widersacher Rott?

Nun weiß und glaub ich feste, / ich rühms auch ohne Scheu, / dass Gott, der Höchst und Beste, / mein Freund und Vater sei, / und dass in allen Fällen / er mir zur Rechten steh / und dämpfe Sturm und Wellen / und was mir bringet Weh.

Und der Schatz enthält Gottes bedingungslose Liebe zu uns. In unseren Höhen und Tiefen, an unseren guten und unseren schlechten Tagen, ist und bleibt Gottes Liebe immer beständig, immer unfehlbar. Und nichts und niemand kann uns von dieser Liebe trennen. Aber es ist nicht nur Vergebung, nicht nur Gott für uns, nicht nur seine bedingungslose Liebe – es sind zahllose Segnungen, die uns hier und jetzt gehören – wegen Jesus Christus. Und das alles ist noch nicht einmal der beste Teil. Das Beste kommt erst noch: Vor 2.000 Jahren besiegte Jesus mit seiner Auferstehung den Tod, so dass wir den Tod nicht fürchten brauchen. Seit Jesus das Grab siegreich verließ, ist der Tod nur ein Komma, das zum besten Teil des Satzes führt. Ein Satz, der Dinge enthält, wie: Kein Weinen, kein Klagen mehr. Kein Schmerz. Keine psychischen Probleme. Keine Fehlgeburten mehr. Keine Abhängigkeiten. Keine gebrochenen Herzen und keine Scheidungen mehr. Nur das Angesicht Gottes, das über uns leuchtet. Seine Liebe. Seine Fürsorge. Und eine Freude, die wir noch nie zuvor verspürten. All das steckt im Namen Jesu – im Schatz im Acker. Und dann überrascht es auch nicht, dass es im Text heißt:

und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker

Alles, was er hatte. Ist das schwer? Sicher. Ist es das wert? Ist Jesus das wert? Ohne jeden Zweifel. Jesus ist nur ein Mensch. Er ist nicht nur ein Herr, dem man sich unterwirft. Er ist ein unendlich wertvoller Schatz.

Und dann fügte Jesus ein zweites Gleichnis an, welches fast dasselbe aussagt. Fast – denn im Text heißt es weiter:

Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.

Klingt vertraut. Ein Mann findet etwas überaus Gutes, verkauft alles, was er hat – und er tut es, ohne zu zögern, ohne sich zu sorgen. Denn er weiß, dass es das wert ist. Einen Unterschied gibt es aber. Im Text heißt es:

Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte

Im ersten Gleichnis stolperte der Mann einfach über den Schatz. Hier aber sucht der Kaufmann nach guten Perlen. Er hätte nur nicht erwartet, dass er etwas so Gutes findet.

Auch uns Christen mag es zuzeiten so gehen, dass wir Frieden, Ruhe, Freude und Zufriedenheit an anderen Orten gesucht haben als bei Jesus. Manchmal glauben wir, unsere Sicherheit liege in der Zahl, die wir auf unserem Bankkonto vorfinden. Manchmal suchen wir Freude und Trost in Alkohol oder in anderen Ablenkungen. Manchmal meinen wir, unsere Zufriedenheit hänge am Wohlergehen unserer Kinder. Aber letztlich stellen wir bei alldem immer wieder eine Sache fest: Etwas fehlt. Und dieses „Etwas“ ist immer Gott, ist immer der Jesus für uns lebte, starb und auferstand. Der Heiland ist die kostbare Perle, von unendlich hohem Wert.

Oder mit anderen Worten: Jesus ist nicht wie der Schatz des Kunsthändlers, von dem ich eingangs berichtete. Erinnert ihr euch an den 32jährigen Medizinstudenten, der ihn fand? Zwei Jahre hatte er das Gedicht des Kunsthändlers studiert und über die darin enthaltenen Hinweise nachgedacht. Dann erst begab er sich auf die eigentliche Suche, die ihn weitere 25 Tage kostete, bis er auf den Schatz stieß. Und wisst ihr, wie er sich fühlte, als er ihn endlich fand? Er selbst beschreibt es so:

Ich bin die Person, die den berühmten Schatz gefunden hat. Der Moment, in dem es passierte, war aber nicht das siegreiche Hollywood-Ende, das sich einige sicher vorgestellt haben; es fühlte sich einfach so an, als hätte ich gerade etwas überlebt und hätte das Glück gehabt, heil aus der Sache herauszukommen.

Meine Lieben, der Mann war mit einem Schlag Millionär geworden. Aber das führte bei ihm nicht zu ungeteilter Freude und Dankbarkeit. Was sagte er? „Es fühlte sich einfach so an, überlebt zu haben. Ich hatte das Glück, heil aus der Sache herauszukommen.“ Der Schatz und die Perle Jesus Christus ist niemals so. Eine Aussage wird man im Himmel niemals hören: „Ja, geht schon so.“ Denn es gibt ein Hollywood-Ende und ein himmlisches Ende. Alles, durch was wir in diesem Leben hindurchmussten, wird klein aussehen, wenn wir in das Angesicht unseres himmlischen Vaters blicken. Dieser Zeit Leiden fallen nicht einmal ins Gewicht gegenüber der Herrlichkeit, die uns dann zuteilwird. Mit den Engeln und allen Gläubigen werden wir einstimmen:

Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.

Jesus ist würdig, er ist es wert. Menschen, die sich in diesem Leben Zeit für Gebet und Gottesdienst nahmen, werden sagen: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig. Menschen, die ihr Bestes taten, um sich um einen griesgrämigen, alternden Elternteil kümmerten, werden sagen: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig. Kinder, die versuchten ihre unvollkommenen Eltern zu ehren, und Eltern, die ihre unvollkommenen Kinder liebten, werden sagen: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig. Solche, die mit Krankheit und Krebs zu kämpfen hatten, aber wussten, dass der Tod uns niemals besiegen wird, weil Jesus ihn besiegte, werden sagen:

Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Bild: Jan Vermeer: Die Perlenwägerin (um 1665, National Gallery of Art, Washington (D.C.)., Gemeinfrei)